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Heraldic Beasts und Wappentiere aus Edelmetall: Einhorn, Löwe und die Tradition der Queen's-Beasts-Motive

Ein sich aufbäumendes Einhorn, um den Hals eine gesprengte Krone und eine Kette, dahinter ein verziertes Wappenschild: Motive wie dieses erzählen eine jahrhundertealte Geschichte. Wappentiere, im Fachjargon Heraldic Beasts, gehören zu den ältesten Bildsprachen Europas und haben in der Numismatik ein eigenes Sammelfeld begründet. Dieser Ratgeber ordnet die Symbolik hinter Einhorn, Löwe und Co. ein, erklärt Prägequalitäten wie Polierte Platte und Roségold-Veredelung und zeigt, was Heraldik-Serien für Sammler ausmacht.

Heraldic-Beasts-Einhorn-Silbermünze mit Roségold-Veredelung auf tiefspiegelndem Grund
Das aufbäumende Einhorn der Heraldic-Beasts-Serie, veredelt mit Roségold auf tiefspiegelndem Polierte-Platte-Grund.

Was Heraldic Beasts sind: Wappentiere zwischen Wappenkunde und Numismatik

Der Begriff Heraldik bezeichnet die Lehre von den Wappen -- ein Regelwerk, das im europäischen Hochmittelalter entstand, als Ritter auf dem Schlachtfeld und im Turnier eindeutig erkennbar sein mussten. Auf Schilden, Bannern und Waffenröcken prangten Symbole, die Herkunft, Rang und Anspruch einer Familie oder eines Landes anzeigten. Tiere spielten dabei die Hauptrolle: Sie verdichteten Eigenschaften wie Mut, Wachsamkeit oder Herrschaftsanspruch in einem einzigen Bild.

Ein Heraldic Beast ist genau ein solches Wappentier -- ob real (Löwe, Adler, Hirsch) oder mythologisch (Einhorn, Greif, Drache). In der Wappensprache werden diese Tiere in festgelegten Haltungen dargestellt, etwa rampant (aufgerichtet, angreifend) oder passant (schreitend). Die moderne Numismatik greift diese Tradition auf und übersetzt sie in Sammlermünzen: Serien, die heraldische Motive aufgreifen, bilden ein eigenes, international nachgefragtes Segment.

Der Reiz liegt in der Verbindung aus Geschichte und Handwerk. Wer eine Heraldic-Beasts-Münze in die Hand nimmt, hält kein beliebiges Motiv, sondern einen Ausschnitt aus einem jahrhundertealten Symbolsystem -- geprägt in modernster Technik.

Das Einhorn: Reinheit, Stärke und die Kette der Königsmacht

Kaum ein Fabelwesen ist so bedeutungsschwer wie das Einhorn. In der aktuellen Heraldic-Beasts-Ausgabe bäumt es sich kraftvoll auf: um den Hals eine gesprengte Krone und eine Kette, dahinter ein reich verziertes Wappenschild, das ein weiteres, kleines Einhorn im Rund zeigt. Diese Darstellung ist kein Zufall.

Das Einhorn ist seit dem Mittelalter mit der schottischen Krone verbunden und war im 15. Jahrhundert als königliches Wappentier fest etabliert; es steht traditionell für Reinheit, Stärke und ungezähmte Freiheit. Die Kette verweist auf eine alte heraldische Vorstellung: Nur ein König vermag das mächtige, wilde Tier zu zähmen. In der britischen Heraldik taucht das Einhorn bis heute prominent auf -- seit 1603 steht es im königlichen Wappen des Vereinigten Königreichs dem englischen Löwen gegenüber.

  • Reinheit und Unschuld: In der mittelalterlichen Bildwelt galt das Einhorn als so scheu, dass es sich der Legende nach nur zähmen ließ -- ein Symbol für Makellosigkeit.
  • Stärke und Unbezwingbarkeit: Das spitze Horn stand für Wehrhaftigkeit und die Fähigkeit, sich jedem Angriff zu widersetzen.
  • Freiheit und Königswürde: Die Kette symbolisiert nicht Gefangenschaft, sondern die Macht des Herrschers, das Unbändige zu bändigen.

Auf der aktuellen Silberausgabe umläuft der Schriftzug UNICORN das Motiv, ergänzt durch feine Zierelemente, die den heraldischen Charakter unterstreichen. So verbindet die Münze mittelalterliche Symbolik mit einer klar lesbaren, modernen Gestaltung.

Heraldischer Löwe mit verziertem Wappenschild als Sinnbild britischer Wappentradition
Der Löwe ist neben dem Einhorn das zweite große Wappentier der britischen Heraldik -- Sinnbild für Mut und Herrschaft.

Der Löwe und die Tradition der Queen's-Beasts-Motive

Neben dem Einhorn ist der Löwe das prominenteste Wappentier der britischen Heraldik. Er verkörpert Mut, Königswürde und Herrschaft und findet sich seit dem Hochmittelalter in den Wappen englischer Könige. In der modernen Numismatik erlangte er besondere Bekanntheit durch die international beachtete Serie der Queen's Beasts.

Die Queen's Beasts gehen auf zehn heraldische Tierfiguren zurück, die 1953 zur Krönung von Königin Elizabeth II. am Eingang der Westminster Abbey aufgestellt wurden. Jede Figur repräsentierte eine Ahnenlinie des britischen Königshauses -- darunter der Löwe von England, das Einhorn von Schottland, der rote Drache von Wales, der Greif von Edward III. und der Falke der Plantagenets. Die britische Prägeanstalt griff diese Figuren später in einer eigenen Münzserie auf, die weltweit Sammler fand.

Diese Tradition wirkt bis heute nach. Moderne Heraldic-Beasts-Ausgaben stehen in derselben Bildlinie: Sie übersetzen die klassischen Wappentiere in Sammlermünzen und knüpfen damit an ein etabliertes, wiedererkennbares Motivfeld an. Für Sammler entsteht so ein thematischer roter Faden, der einzelne Ausgaben zu einer stimmigen Sammlung verbindet.

Warum heraldische Serien ein eigenes Sammelfeld sind

Serien haben in der Numismatik einen besonderen Reiz: Sie laden zum systematischen Sammeln ein. Wer ein Motiv besitzt, möchte oft die passenden Ergänzungen -- ein Mechanismus, der die Nachfrage über Jahre stabil hält. Bei heraldischen Motiven kommt die kulturelle Aufladung hinzu: Jedes Tier trägt eine eigene Geschichte, was den Sammelanreiz zusätzlich verstärkt.

Prägequalität: Was Polierte Platte bedeutet

Ein zentrales Merkmal hochwertiger Sammlermünzen ist die Prägequalität. Die höchste erzielbare Stufe heißt Polierte Platte (Abkürzung PP, englisch Proof). Sie unterscheidet sich deutlich von der gängigen Stempelglanz-Qualität, in der die meisten Anlagemünzen geprägt werden.

Für Polierte Platte werden speziell vorbereitete Ronden mehrfach mit polierten Prägestempeln geprägt. Das Ergebnis ist ein charakteristischer Kontrast: tiefspiegelnde, fast schwarz wirkende Flächen im Hintergrund und mattierte, plastisch hervortretende Reliefs. Dieser Effekt lässt das Motiv förmlich über dem Untergrund schweben.

  • Spiegelglanz-Flächen: Die polierten Prägestempel erzeugen einen tiefen, glänzenden Grund, der Licht wie ein Spiegel zurückwirft.
  • Mattierte Reliefs: Die erhabenen Motivteile werden bewusst mattiert und heben sich dadurch kontrastreich ab.
  • Sorgfältige Handhabung: PP-Münzen werden berührungsempfindlich behandelt und in Kapseln oder Etuis geliefert, da Fingerabdrücke die spiegelnden Flächen dauerhaft beeinträchtigen können.

Wegen des höheren Aufwands erscheinen PP-Ausgaben fast immer in begrenzter Stückzahl. Genau diese Kombination aus aufwendiger Fertigung und niedriger Auflage macht sie für Sammler interessant.

Roségold-Veredelung und weitere Techniken

Über die reine Prägung hinaus setzen viele moderne Sammlerausgaben auf Veredelungstechniken, die einzelne Motivpartien optisch hervorheben. Bei der aktuellen Einhorn-Ausgabe ist das die selektive Roségold-Veredelung: Eine hauchdünne Auflage in warmem Roségold-Ton legt sich über Einhorn und Wappen und setzt einen edlen Kontrast zum tiefschwarz spiegelnden Untergrund der Polierten Platte.

Solche Veredelungen sind rein gestalterischer Natur -- sie verändern nicht den Silber-Feingehalt der Münze, der bei dieser Ausgabe bei 999/1.000 liegt. Ihr Zweck ist ästhetisch: Sie lenken den Blick, schaffen Tiefe und machen jede Ausgabe optisch unverwechselbar. Neben Roségold sind in der Sammlernumismatik weitere Techniken verbreitet:

  • Teilvergoldung: Einzelne Motivbereiche werden mit einer dünnen Goldauflage betont.
  • Colorierung: Farbige Applikationen setzen Akzente, etwa bei Tier- oder Landschaftsmotiven.
  • Privy Marks: Kleine zusätzliche Prägezeichen kennzeichnen Sonderausgaben oder Jubiläen.
  • Gewölbte Prägung: Eine leicht gebogene Münzfläche verstärkt die räumliche Wirkung.
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Auflage und Seltenheit: das Zusammenspiel verstehen

Für den Sammlerwert einer Münze spielt die Auflage eine tragende Rolle. Sie gibt an, wie viele Exemplare weltweit geprägt wurden. Je niedriger die Auflage, desto knapper das Angebot -- und desto stärker kann die Nachfrage bei begehrten Motiven auf einen kleinen Bestand treffen.

Die aktuelle Einhorn-Ausgabe ist auf 750 Exemplare weltweit limitiert. Zum Vergleich: Klassische Anlagemünzen wie der Krügerrand oder der Wiener Philharmoniker erscheinen in Millionenauflagen. Diese Größenordnung macht deutlich, warum streng limitierte Sammlerausgaben ein anderes Marktverhalten zeigen als breit verfügbare Bullion-Münzen.

Anlagemünzen und Sammlermünzen im Vergleich
MerkmalAnlagemünze (Bullion)Sammlermünze (Heraldic Beasts)
Prägequalitätmeist StempelglanzPolierte Platte (Proof)
Auflagehoch bis unbegrenztstreng limitiert (z. B. 750)
Preisbildungeng am MetallwertMotiv, Auflage, Erhaltung
Veredelungkeinehäufig Roségold, Coloration
ZubehörseltenEtui, Echtheitszertifikat

Wichtig zur Einordnung: Eine niedrige Auflage ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Wertentwicklung. Ob eine Ausgabe langfristig gesucht bleibt, hängt von der Beliebtheit des Motivs, der Qualität der Umsetzung und der allgemeinen Marktlage ab. Renditeversprechen wären an dieser Stelle unseriös -- Sammlerwert bleibt immer eine Frage von Angebot, Nachfrage und Geschmack.

Silber-Sammlermünzen in Polierte-Platte-Qualität mit Kapseln und nummeriertem Zertifikat
Sammlermünzen in Polierte-Platte-Qualität werden in Etuis mit nummeriertem Echtheitszertifikat geliefert.

Silber als Trägermetall für Sammlermünzen

Viele Heraldic-Beasts-Ausgaben werden in Silber geprägt -- ein Metall, das die Menschheit seit Jahrtausenden als Münzmetall begleitet. Silber ist langlebig, behält seine Eigenschaften über Generationen und besitzt durch seine breite industrielle Verwendung, etwa in Elektronik, Solar- und Medizintechnik, einen eigenständigen Wert.

Für Sammler und private Anleger ist Silber zudem vergleichsweise erschwinglich und gut handelbar. Ein Aspekt, der häufig übersehen wird, betrifft die Steuer: Gewinne aus dem Verkauf von Silbermünzen sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei, sofern die Haltefrist mindestens ein Jahr beträgt. Diese Angabe ersetzt keine steuerliche Beratung, gibt aber die geltende Grundregel wieder.

Eine Feinunze Silber, veredelt mit Roségold, geadelt durch die Prägequalität Polierte Platte und limitiert auf wenige hundert Stück -- so entsteht ein Sammlerstück, dessen Reiz weit über den reinen Metallwert hinausgeht.

Wer sich für das Zusammenspiel von Metallwert und Sammlerwert interessiert, findet in unserem Sortiment an Silbermünzen und Sammlermünzen eine breite Auswahl. Die aktuelle Preisentwicklung von Silber lässt sich fortlaufend am Chart verfolgen.

Chart wird geladen

Worauf Sammler bei Heraldic-Beasts-Ausgaben achten

Wer eine heraldische Sammlermünze erwerben möchte, sollte einige Merkmale kennen, die Qualität und Seltenheit dokumentieren. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

  1. Auflagenhöhe: Ist die Ausgabe streng limitiert und wird die Stückzahl offiziell dokumentiert?
  2. Echtheitszertifikat: Liegt ein nummeriertes Zertifikat bei, das die individuelle Nummer innerhalb der Auflage ausweist?
  3. Prägequalität: Handelt es sich um Polierte Platte mit klarem Kontrast zwischen Spiegelgrund und mattem Relief?
  4. Feingehalt und Format: Sind Edelmetall, Feingewicht und Durchmesser klar angegeben (hier: 1 oz, 999er Silber, 38,60 mm)?
  5. Zustand und Verpackung: Ist die Münze unberührt und im Originaletui? Fingerabdrücke mindern bei PP-Ausgaben den Zustand.
  6. Prägeanstalt und Herkunft: Stammt die Ausgabe aus einer renommierten Prägestätte mit dokumentierter Herkunft?

Bei der aktuellen Einhorn-Ausgabe ist die technische Basis transparent: eine Feinunze (31,1 g) Silber mit 999/1.000 Feingehalt, 38,60 mm Durchmesser, geriffelter Rand, geprägt von der Prägeanstalt B.H. Mayer und ausgegeben als offizielles Zahlungsmittel für Niue mit einem Nennwert von einem Dollar. Als Familienunternehmen mit ISO-konformer Echtheitsprüfung legt Kettner Edelmetalle Wert darauf, dass Herkunft und Qualität jeder Ausgabe nachvollziehbar bleiben.

Häufige Fragen zu Heraldic-Beasts-Münzen

Was bedeutet der Begriff Heraldic Beasts?

Heraldic Beasts sind Wappentiere -- reale oder mythologische Tiere, die in der europäischen Wappenkunde Herkunft, Rang und Eigenschaften einer Familie oder eines Landes symbolisieren. In der Numismatik bezeichnet der Begriff Sammlermünzen, die solche heraldischen Motive aufgreifen, etwa Löwe, Einhorn, Greif oder Drache.

Wofür steht das Einhorn als Wappentier?

Das Einhorn ist seit dem Mittelalter mit der schottischen Krone verbunden und war im 15. Jahrhundert als königliches Wappentier fest etabliert. Es steht für Reinheit, Stärke und ungezähmte Freiheit. Die häufig dargestellte Kette verweist auf die alte Vorstellung, dass nur ein König das wilde Tier zähmen kann. Seit 1603 steht das Einhorn im königlichen Wappen des Vereinigten Königreichs dem englischen Löwen gegenüber.

Was ist der Unterschied zwischen Polierte Platte und Stempelglanz?

Polierte Platte (PP oder Proof) ist die höchste Prägequalität. Speziell vorbereitete Ronden werden mehrfach mit polierten Stempeln geprägt, sodass tiefspiegelnde Flächen und mattierte, plastisch hervortretende Reliefs entstehen. Stempelglanz ist die gängige Qualität von Anlagemünzen ohne diesen Spiegel-Matt-Kontrast und in deutlich höheren Auflagen.

Verändert die Roségold-Veredelung den Silbergehalt?

Nein. Die Roségold-Veredelung ist eine hauchdünne, rein gestalterische Auflage auf einzelnen Motivpartien. Sie hebt das Motiv optisch hervor, verändert aber nicht den Feingehalt der Münze, der bei der aktuellen Einhorn-Ausgabe bei 999/1.000 Silber liegt.

Sind Gewinne aus dem Verkauf von Silbermünzen steuerfrei?

In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Silbermünzen als privates Veräußerungsgeschäft grundsätzlich steuerfrei, sofern zwischen Kauf und Verkauf mindestens ein Jahr liegt. Diese Angabe ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung -- im Zweifel sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden.

Was macht eine niedrige Auflage für Sammler interessant?

Eine niedrige Auflage begrenzt das weltweit verfügbare Angebot. Trifft dieses knappe Angebot auf ein beliebtes Motiv und stabile Nachfrage, kann das den Sammlerwert stützen. Eine niedrige Auflage allein garantiert jedoch keine Wertsteigerung -- entscheidend sind zusätzlich Motiv, Qualität und Marktlage.

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