Silber Hohlpfennig Eber mit Stoßzähnen (14-15 Jhd. | Schlesische Handelsmünze im Mittelalter)

Wichtiger Hinweis: Aufgrund zollrechtlicher Bestimmungen können wir dieses Produkt derzeit nur an Lieferadressen innerhalb der EU versenden.
Sie haben die Möglichkeit, das Produkt in unserem deutschen Onlineshop zu bestellen. Dabei kann Ihre Rechnungsadresse in der Schweiz sein, die Lieferadresse muss sich jedoch in einem EU-Land wie z.B. Deutschland befinden.
Zum deutschen OnlineshopEchtes Silber-Original aus dem 14./15. Jahrhundert – Handelsgeld des schlesischen Mittelalters
Jedes Stück ein Unikat mit eigener Patina, Prägung und über 500 Jahren Geschichte
Top 3 in der Kategorie Deutschland – versichert und anonym geliefert
Original aus dem Spätmittelalter: Echtes Umlaufgeld des 14./15. Jahrhunderts aus Schlesien – keine Nachprägung, sondern ein Silberoriginal mit über 500 Jahren Geschichte
Unikat mit Patina: Jeder Hohlpfennig zeigt eigene Prägung, Zentrierung und Tönung – Ihr Exemplar ist ein historisch bedingtes Einzelstück mit unverwechselbarem Charakter
Top 3 in der Kategorie Deutschland: Begehrtes Sammlerstück für Numismatik-Einsteiger und Kenner – 100 % versichert und anonym geliefert von Kettner Edelmetalle
Persönliche Beratung
Lassen Sie sich jetzt von einem unserer Edelmetall-Experten kostenfrei beraten - wir freuen uns auf Ihren Anruf!
Silber Brakteat „Eber mit Stoßzähnen" – Handelsgeld aus dem schlesischen Mittelalter
Ein hauchdünnes Blättchen Silber, gerade einmal 13,5 mm im Durchmesser und rund 0,2 Gramm schwer. Mehr war nicht nötig. Genau dieses unscheinbare Scheibchen war im 14. und 15. Jahrhundert echtes Geld – Alltagsgeld, mit dem auf schlesischen Märkten Tuch, Getreide, Bier und Fuhrlohn bezahlt wurden. Der Brakteat mit dem kraftvoll stilisierten Eber und seinen markanten Stoßzähnen zählt zu den charakteristischsten Kleinmünzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wer ihn zwischen den Fingern hält, hält ein Stück europäische Wirtschaftsgeschichte.
Der Eber: Wappentier einer reichen Handelsstadt
Das Münzbild ist archaisch und unverwechselbar: ein Eber im Profil, die Hauer deutlich herausgetrieben, gefasst von einem kräftigen Perlrand. Numismatisch wird dieser Typ dem niederschlesischen Raum um Schweidnitz (heute Świdnica) zugeordnet. Und das ergibt Sinn. Schweidnitz war nach Breslau der zweite bedeutende Handelsplatz Schlesiens; das wichtigste eigene Erzeugnis der Bürger war Bier, das bis nach Polen, Ungarn und Russland exportiert wurde. Die Stadt gehörte zum Herzogtum Schweidnitz-Jauer, das unter Herzog Bolko II. lange eigenständig blieb und erst 1392 endgültig an die böhmische Krone fiel – an jene Luxemburger also, aus deren Haus Kaiser Karl IV. stammte. 1425 verlieh König Ladislaus Postumus der Stadt ein Wappen mit Greif, Eber und böhmischer Krone. Der Eber begleitet diese Handelsstadt somit über Jahrhunderte hinweg.
Was ist ein Brakteat? Die Technik des Hohlpfennigs
Der Begriff leitet sich vom lateinischen bractea ab – dünnes Metallblech. Brakteaten wurden einseitig aus dünnem Silberblech auf weicher Unterlage geprägt: Der Schrötling lag auf einer vertieften Form und wurde mit einem lederbezogenen Stempel hineingeschlagen. Das Ergebnis ist verblüffend: Auf der Vorderseite steht das Motiv in hohem Relief, die Rückseite bleibt hohl und zeigt dasselbe Bild spiegelverkehrt als Negativ. Daher der deutsche Name Hohlpfennig beziehungsweise Hohlmünze.
Von der Mitte des 12. bis ins 14. Jahrhundert waren Brakteaten fast im gesamten deutschsprachigen Raum die vorherrschende Münzsorte. Die großen frühen Stücke maßen 22 bis 45 mm. Im Spätmittelalter schrumpften sie dann deutlich – unser Exemplar mit 13,5 mm gehört genau in diese späte, kleinformatige Phase, ganz ähnlich den Hohlpfennigen aus Hamburg oder Magdeburg. Spannend ist der wirtschaftliche Hintergrund: In vielen Regionen wurden Brakteaten regelmäßig verrufen, also für ungültig erklärt und gegen neues Geld getauscht. In Magdeburg geschah das im 12. Jahrhundert zweimal jährlich, oft im Verhältnis drei neue gegen vier alte Münzen. Die einbehaltene vierte Münze war das Schlaggeld – häufig die einzige Steuereinnahme des Münzherrn. Erst der ab 1413 eingeführte „Ewige Pfennig" beendete diese Praxis und damit die Brakteatenzeit.
Die Daten auf einen Blick
- Edelmetall: Silber (Feingehalt historisch bedingt divers)
- Nominal: Brakteat / Hohlpfennig
- Durchmesser: 13,5 mm
- Rohgewicht: ca. 0,2 g
- Prägezeit: 14. bis 15. Jahrhundert
- Motiv: Eber mit Stoßzähnen
- Ursprungsland: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
- Anlagetyp: Münze, Sammlerprodukt der Serie „Geschichte"
- Erhaltung: Umlaufware (gebraucht), Erhaltungsgrad divers
Zur Erhaltung: keine Mängel, sondern Biografie
Diese Stücke sind Umlaufware – und sie sehen auch so aus. Dunklere Patina, individuelle Zentrierung, kleine Kerben, Abnutzungen, stellenweise schwächer ausgeprägte Legendenpartien: Das sind keine Mängel, sondern Biografie. Jede Spur stammt aus Händen, die vor Jahrhunderten Waren, Fracht oder Schulden damit beglichen haben.
Da Prägejahr, Münzstätte und Rückseitenvariante divers ausfallen können, weicht das gelieferte Exemplar von der Abbildung ab. Bitte verstehen Sie das Foto im Shop ausdrücklich als Beispielbild: Optik, Gewicht im Detail und Erhaltung variieren aus historischen Gründen von Stück zu Stück. Sie erwerben ein Original.
Silber: das Geldmetall der Jahrhunderte
Was diesen Brakteaten so eindrücklich macht, ist nicht seine Größe – es ist sein Beweis. Silber hat als Münzmetall Dynastien, Herzogtümer und ganze Währungssysteme überdauert. Das Herzogtum Schweidnitz-Jauer existiert längst nicht mehr, der Pfennig des Mittelalters ebenso wenig. Das Metall selbst aber ist geblieben, unverändert in seinen physikalischen Eigenschaften, langlebig und weltweit als Rohstoff handelbar. Gold ist die älteste Währung der Menschheit und hat alle anderen überlebt – Silber hat diesen Weg als „kleine Schwester" stets mitbeschritten.
Eine Münze, die über 500 Jahre Umlauf, Kriege und Währungsreformen überstanden hat, braucht keine Garantie eines Staates. Sie trägt ihren Wert im Material.
Dazu kommt der moderne Blick auf das Metall: Silber ist industriell unverzichtbar – in der Elektronik, in der Solar- und Medizintechnik. Das Angebot ist begrenzt, die Nachfrage durch neue Technologien eher wachsend. Physisches Silber besitzt einen intrinsischen Wert, während Fiat-Geld allein auf dem Vertrauen in Regierungen beruht. Genau deshalb schätzen Anleger Silbermünzen als Baustein für Inflationsschutz und Krisenschutz – kleine Stückelungen sind zudem in Zeiten von Währungsinstabilität als Tauschmittel praktikabel.
Für wen sich dieser Brakteat eignet
- Für Geschichtsinteressierte: ein greifbares Original aus dem Spätmittelalter, kein Nachprägung und keine Medaille.
- Für Einsteiger in die Numismatik: Mittelalterliche Originale sind selten so kompakt zugänglich wie bei diesem Typ.
- Für Sammler mittelalterlicher Münzen: eine sinnvolle Ergänzung neben Hohlpfennigen aus Hamburg, Braunschweig oder Thüringen.
- Für Schenkende: ein Geschenk mit Erzählwert, das über 500 Jahre Geschichte transportiert.
- Für Bewahrer: ein Sachwert, der sich über Generationen weitergeben lässt.
Steuerlicher Hinweis
Gewinne aus dem Verkauf von Silber sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei, sofern die Haltefrist von mindestens einem Jahr eingehalten wird. Bei historischen Sammlermünzen kommt in der Regel die Differenzbesteuerung zur Anwendung. Für Ihre persönliche Situation ist eine steuerliche Beratung stets zu empfehlen.
Ein Original, das Geschichte atmet
Im Vergleich zu modernen Anlagemünzen wie einem Maple Leaf oder einer Silber-Britannia ist dieser Brakteat kein Gewichtsträger – 0,2 Gramm bewegen keinen Materialwert. Sein Reiz liegt woanders: in der Authentizität. Während Anlagemünzen millionenfach in Feinsilber geprägt werden, ist jeder dieser Hohlpfennige ein Unikat mit eigener Prägeschwäche, eigener Patina, eigener Geschichte. Der Nachteil: keine standardisierte Feinheit, kein Zertifikat des Prägejahres. Der Vorteil: Sie halten tatsächlich das Geld in Händen, mit dem schlesische Kaufleute ihre Geschäfte abwickelten, als Karl IV. in Prag regierte. Sichern Sie sich Ihr Exemplar – jedes Stück ist historisch bedingt einzigartig.
Produktdarstellung kann vom Endprodukt abweichen.






