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Kettner Edelmetalle

Energiekrise: Wie Blockaden im Nahen Osten Ihre Spritpreise treiben

14.09.2026VideoKettner EdelmetalleBegleittext KI-generiert

Zwanzig Minuten. So lange dauerte es an einer deutschen Tankstelle, bis der Dieselpreis von 2,40 Euro auf 2,59 Euro je Liter kletterte. Keine Steuererhöhung, kein Tankstellen-Trick, kein regionaler Ausreißer. Sondern die unmittelbare Folge dessen, was gerade an drei Punkten der Weltkarte gleichzeitig geschieht – und worüber in den Abendnachrichten praktisch kein Wort verloren wird.

Wer glaubt, das sei eine Randnotiz für Rohstoffhändler, unterschätzt die Lage gewaltig. Denn was sich derzeit zwischen dem Persischen Golf, dem Roten Meer und der arabischen Halbinsel abspielt, ist nicht weniger als der gleichzeitige Ausfall sämtlicher Exportwege einer der wichtigsten Energieregionen der Welt. Und die Folgen davon landen nicht irgendwann – sie landen jetzt. In Ihrem Tank, in Ihrer Heizkostenabrechnung, in Ihrem Einkaufswagen.

Drei Routen, drei Blockaden – und ein Zeitfenster von wenigen Tagen

Beginnen wir dort, wo alles anfängt: an der Straße von Hormus. Durch diese schmale Meerenge zwischen Iran und Oman fließt in normalen Zeiten etwa ein Viertel des weltweit gehandelten Öls. Seit dem offenen Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist diese Route seit Ende Februar massiv gestört – manche Beobachter sprechen längst offen von einer faktischen Unterbrechung.

Saudi-Arabien blieb damit das einzige Land der Golfregion, das über nennenswerte Ausweichkapazitäten verfügte. Zwei Alternativrouten standen zur Verfügung. Beide sind inzwischen ausgefallen.

Route zwei: Bab al-Mandab

Anfang September überrannten die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen die saudisch gestützten Regierungstruppen im Südwesten Jemens. Zuerst fiel die Hafenstadt Mokka. Dann kippte eine Front nach der anderen. Innerhalb von zehn Tagen eroberten die Huthis ein Gebiet von über 5.000 Quadratkilometern – größer als das Saarland.

Auf dem Rückzug ließen die gegnerischen Verbände ganze Fahrzeugkolonnen zurück. Huthi-Kämpfer posierten anschließend vor gepanzerten Fahrzeugen amerikanischer Bauart. Ausrüstung, die eigentlich die saudisch gestützten Kräfte schützen sollte. Man muss kein Militärstratege sein, um zu erkennen, dass hier einiges gründlich schiefgelaufen ist.

Der entscheidende Schlag folgte am 11. September: Die Huthis nahmen die Insel Perim – auch Mayun genannt – ein. Auf der Karte kaum sichtbar. Strategisch aber der Schlüssel zur gesamten Meerenge, weil sie exakt in deren Mitte liegt. Damit kontrollieren die Huthis faktisch Bab al-Mandab, jene Passage, durch die bislang rund ein Zehntel des seewärtigen Welthandels mit Öl lief.

Route drei: Die Ost-West-Pipeline

Fast zeitgleich, ebenfalls am 11. September, trafen Drohnen die saudische Ost-West-Pipeline. Brände, sofortige Abschaltung. Ausgerechnet jene Leitung, die Öl unter Umgehung von Hormus direkt ans Rote Meer bringen sollte und den Saudis in den vergangenen Monaten zumindest einen Teil ihrer Exporte gesichert hatte.

Drei Routen. Praktisch zeitgleich. Alle außer Kraft gesetzt. Wer hier noch von Zufall spricht, hat die Mechanik moderner Konflikte nicht verstanden.

Wenn die Weltmacht nicht mehr eingreifen kann

Die Reaktion aus Riad ließ nicht lange auf sich warten. Kronprinz Mohammed bin Salman telefonierte an einem einzigen Tag zweimal mit Donald Trump und bat um militärische Unterstützung gegen die Huthis. Trump lehnte direkte Angriffe ab und bot lediglich Geheimdienstinformationen an.

Das ist bemerkenswert. Denn es liegt gerade nicht an fehlendem Interesse oder gestörten persönlichen Beziehungen – die beiden verstehen sich bekanntlich bestens. Es liegt an etwas weitaus Unbequemerem:

  • Die USA sind durch den Krieg gegen den Iran militärisch an ihre Kapazitätsgrenze gelangt.
  • Große Teile der Abwehrraketenbestände sind erschöpft.
  • Auch die Offensivwaffenarsenale sind erheblich ausgedünnt.
  • Eine zweite Front am Roten Meer ist schlicht nicht mehr darstellbar.

Wer daran zweifelt, sollte sich an die Operation Prosperity Guardian erinnern. Vor rund eineinhalb Jahren, als die Huthis im Zuge des Gaza-Konflikts dieselbe Meerenge schon einmal blockierten, starteten die USA und ihre Verbündeten eine großangelegte Militäroperation, um die Route freizukämpfen. Hunderte Raketen wurden abgefeuert. Das Ergebnis? Die Angriffe gingen weiter. Der reguläre Schiffsverkehr kehrte nie zurück.

Schon damals – mit vollen Depots – konnte die mächtigste Militärmacht der Welt diese Passage nicht offen halten. Heute, mit erschöpftem Arsenal, erst recht nicht. Das ist die eigentliche Botschaft dieser Wochen: Die Ordnungsmacht, auf die sich das westliche Energiesystem seit Jahrzehnten verlässt, kann die Ordnung nicht mehr garantieren.

Vom Öl zum Gas: Warum Deutschland doppelt getroffen wird

Nun könnte man einwenden: Deutschland kauft sein Öl doch ohnehin nicht direkt am Golf. Stimmt – und ist dennoch irrelevant. Rohstoffmärkte sind global. Jeder ausfallende Barrel verteuert den Preis überall, unabhängig davon, aus welcher Quelle der eigene Lieferant schöpft.

Beim Gas wird es noch unangenehmer. Seit dem Ende der russischen Pipelinelieferungen bezieht Deutschland einen wachsenden Teil seines Bedarfs als verflüssigtes Erdgas über Terminals wie Wilhelmshaven. Ein zentraler Lieferant ist Katar – man erinnere sich an den denkwürdigen diplomatischen Bittgang deutscher Regierungsvertreter in Doha.

Und nun der entscheidende Punkt: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur laufen 93 Prozent der katarischen Gasexporte durch die Straße von Hormus. Genau jene Route, die seit Monaten gestört ist.

Das alte Sicherheitsnetz – günstiges Pipelinegas – wurde abgerissen. Das neue hängt an einer Meerenge, die gerade brennt. Und wir sind diejenigen, die die Suppe auslöffeln.

Diesel: Das unterschätzte Nadelöhr der Industriegesellschaft

Öl und Gas sind das eine. Das eigentliche Nadelöhr dieser Krise heißt jedoch Diesel. Und die Zahlen sind eindeutig:

  • In Deutschland wurde im April ein bundesweiter Tagesrekord von 2,45 Euro pro Liter markiert – seit dieser Woche geht es erneut steil nach oben.
  • In den USA erreichten die Dieselpreise die höchsten je gemessenen Stände.
  • Spitzenreiter ist Kalifornien mit teilweise über 10 US-Dollar pro Gallone.
  • Die Kerosinpreise haben sich laut Shell-Chef verdoppelt – mit direkten Folgen für jedes Flugticket.
  • Schweröl, der Treibstoff der globalen Handelsflotte, verteuerte sich seit Kriegsbeginn um mehr als drei Viertel.

Donald Trump macht dafür öffentlich die Ukraine verantwortlich – deren Angriffe auf russische Raffinerien würden den Dieselmangel verursachen, Selenskyj solle „andere Ziele angreifen". Das ist bestenfalls die halbe Wahrheit, realistischer: eine politische Ablenkung. Selbst deutsche Medien haben inzwischen eingeräumt, dass die Explosion der Energiepreise maßgeblich auf den Krieg im Nahen Osten und die Lahmlegung der zentralen Handelsrouten zurückgeht.

Warum Schweröl Sie mehr betrifft, als Sie denken

Über 80 Prozent des Welthandels laufen per Schiff. Jeder Cent, den Schweröl teurer wird, landet am Ende im Regal – bei Lebensmitteln, bei Kleidung, bei Elektronik, bei allem. Das ist keine abstrakte Inflationsstatistik. Das ist eine direkte Umverteilung aus Ihren Ersparnissen heraus. Jeder Preisaufschlag, den Sie bezahlen, ist Kaufkraft, die aus Ihrem Vermögen abfließt.

Genau deshalb ist die Frage nach dem Werterhalt von Ersparnissen keine akademische. Wer sein Geld ausschließlich auf dem Konto hält, finanziert diese Entwicklung unfreiwillig mit. Wer dagegen einen Teil in physische Sachwerte umgeschichtet hat – etwa in physisches Gold oder klassische Anlagemünzen –, besitzt einen Wertspeicher, der nicht an einer Pipeline hängt.

Die schmelzenden Puffer – das eigentliche Drama

Und jetzt kommt der Teil, über den in Berlin niemand spricht. Denn in genau dieser Lage sind die Sicherheitsnetze dünner denn je:

  1. Die amerikanische strategische Ölreserve ist auf den niedrigsten Stand seit über 40 Jahren gefallen.
  2. Die internationalen Reserven leeren sich in Rekordtempo.
  3. Die deutschen Gasspeicher liegen zu Herbstbeginn auf dem niedrigsten Niveau zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Wir gehen mit historisch leeren Speichern in einen Winter, dessen Nachschubwege an drei Stellen gleichzeitig blockiert sind. Die Speicher könnten in dieser Saison vollständig aufgebraucht werden. Und niemand weiß, ob der Winter mild wird.

Wenn die Puffer wirklich leer sind, lautet die Frage nicht mehr, ob Diesel drei oder vier Euro kostet. Sie lautet: Gibt es überhaupt noch welchen? Fährt der LKW morgen früh, der die Lebensmittel in den Supermarkt liefert? Kommt noch Strom aus der Steckdose?

Dass die EU-Kommission inzwischen offen Treibstoffrationierungen prüft, ist in diesem Zusammenhang die vielleicht ehrlichste Aussage der vergangenen Wochen. Sie verrät, wie ernst man die Lage in Brüssel tatsächlich nimmt – auch wenn man die Bürger damit nicht behelligen möchte.

Warum das schlimmer ist als die 70er Jahre

Der Vergleich mit den Ölkrisen von 1973 und 1979 drängt sich auf. Er hinkt – und zwar zuungunsten der Gegenwart. Damals war es eine politische Entscheidung eines Kartells, den Hahn zuzudrehen. Heute haben wir es mit etwas grundsätzlich anderem zu tun:

  • Drei Transportrouten sind gleichzeitig physisch blockiert – nicht politisch gedrosselt.
  • Die Raffineriekapazitäten laufen weltweit an der Oberkante.
  • Die strategischen Reserven sind bereits weitgehend aufgezehrt.
  • Die militärische Ordnungsmacht ist nicht mehr in der Lage, die Seewege freizuräumen.
  • Deutschland hat sein Pipeline-Sicherheitsnetz ersatzlos abgeschafft.

In den Siebzigern konnte man verhandeln. Diesmal gibt es niemanden, mit dem sich verhandeln ließe – jedenfalls niemanden, der die Kontrolle über alle drei Engpässe hätte. Es ist keine Frage des Preises. Es ist eine Frage der Verfügbarkeit.

Gold und Silber: Was passiert, wenn Vertrauen knapp wird

Rohstoffmärkte folgen einer erbarmungslos einfachen Logik: Ist das Angebot begrenzt und die Nachfrage nicht, steigt der Preis. Diese Logik gilt für Öl, für Gas – und selbstverständlich auch für Gold und Silber. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass Edelmetalle nicht verbrannt werden. Sie bleiben. Jahrhundertelang.

Aktuell notiert Gold bei rund 4.340 US-Dollar, Silber bei etwa 65 US-Dollar. Beide getragen von exakt jener Unsicherheit, die wir hier beschrieben haben. Wer die Entwicklung der vergangenen Monate verfolgt hat, weiß, wie stabil sich der Markt trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer gezeigt hat – die Bodenbildung an der 4.000er-Marke war im Rückblick ein Lehrstück in Sachen Marktstärke.

Physisch oder Papier – eine Frage, die in Krisen entschieden wird

Gerade in Zeiten blockierter Lieferketten zeigt sich der Unterschied zwischen einem Anspruch auf Gold und dem Besitz von Gold. Europäische Anleger greifen derzeit verstärkt zu verbrieften Produkten – warum Papiergold dabei eine entscheidende Frage offenlässt, sollte jeder Anleger verstanden haben, bevor er sich entscheidet. Ein Zertifikat hängt von der Zahlungsfähigkeit eines Emittenten ab. Eine Münze im eigenen Tresor hängt von niemandem ab.

Wer physisch aufbauen möchte, findet mit den klassischen Anlagemünzen den bewährtesten Einstieg. Der kanadische Maple Leaf mit seiner Feinheit von 999,9, der österreichische Wiener Philharmoniker als meistgehandelte Goldmünze Europas, der australische Känguru, der American Eagle mit seiner robusten Legierung, die britische Britannia oder – für Sammler besonders reizvoll – die jährlich wechselnden Motive von Lunar und China Panda.

Wer größere Beträge in kompakter Form halten möchte, greift zu Goldbarren, die aufgrund geringerer Prägekosten meist einen niedrigeren Aufschlag aufweisen. Beides hat seine Berechtigung – die Mischung macht's.

Vorbereitung ist kein Pessimismus, sondern Vernunft

Für Einsteiger, die nicht erst lange über Stückelung und Münztypen grübeln möchten, gibt es vorkonfigurierte Zusammenstellungen. Das Gold Starterpaket S ist der klassische Einstieg, das Gold Starterpaket L die größere Variante. Wer gezielt auf Krisenfestigkeit setzt, findet im Gold Krisenschutzpaket S, im Krisenschutzpaket M oder im umfassenden Gold Krisenschutzpaket XXL durchdacht gestückelte Zusammenstellungen – gerade die kleinen Einheiten sind in Szenarien mit eingeschränkter Warenverfügbarkeit von unschätzbarem Wert.

Dass Gold auch auf staatlicher Ebene wieder an Bedeutung gewinnt, zeigt eine Entwicklung, über die wir bereits ausführlich berichtet haben: die Pläne für goldgedeckte US-Anleihen. Wenn selbst Staaten anfangen, ihre Schuldtitel mit Metall zu unterlegen, sagt das mehr über den Zustand des Papiergeldsystems aus als jede Zentralbank-Pressekonferenz.

Und dass rund um Gold viel Unsinn erzählt wird, ist ebenfalls nichts Neues – jüngste Beispiele aus dem Netz zeigen eindrücklich, wie schnell Halbwissen zur Schlagzeile wird.

Das System bröckelt an mehreren Stellen gleichzeitig

Fassen wir zusammen, was hier eigentlich passiert ist. Es sind nicht drei unabhängige Meldungen. Es ist ein System unter simultanem Druck:

  • Die Hauptroute Hormus ist seit Monaten gestört.
  • Bab al-Mandab ist seit dem 11. September unter Kontrolle einer Miliz.
  • Die saudische Ost-West-Pipeline brennt.
  • 93 Prozent des katarischen Gases hängen an einer blockierten Passage.
  • Die US-Ölreserve ist auf dem tiefsten Stand seit über vier Jahrzehnten.
  • Deutsche Gasspeicher: historisches Rekordtief für die Jahreszeit.
  • Die USA können militärisch nicht mehr eingreifen.

Die Regierungen kennen diese Zahlen. Sie wissen, dass die Puffer weltweit schmelzen. Und dennoch bereitet niemand die Bürger darauf vor – ausgerechnet jetzt, wo Menschen noch die Möglichkeit hätten, ihre Tanks, ihre Vorräte und ihre finanziellen Reserven aufzustocken.

Wir befinden uns in der größten Energiekrise aller Zeiten. Punkt. Nicht einmal die 70er Jahre sind annähernd vergleichbar.

Genau in einem solchen Umfeld zeigen physische Sachwerte ihre eigentliche Funktion. Ein Goldbarren fragt nicht nach dem Zustand einer Pipeline. Eine Silbermünze interessiert sich nicht für die Reichweite amerikanischer Abwehrraketen. Sie liegen dort, wo Sie sie hingelegt haben – unabhängig von Meerengen, Milizen und Ministerentscheidungen.

Das ist keine Spekulation auf steigende Preise. Das ist Eigenverantwortung. Und die war selten so wertvoll wie in diesem Herbst.

Was Sie jetzt konkret tun können

  1. Informieren Sie sich unabhängig. Die Entwicklungen an den drei Ölrouten werden in den Leitmedien allenfalls am Rande behandelt. Wer die Lage verstehen will, muss sich selbst kümmern.
  2. Prüfen Sie Ihre physischen Vorräte. Heizöl, Treibstoff, Grundnahrungsmittel – wer vorsorgt, bevor es eng wird, zahlt weniger und schläft besser.
  3. Überprüfen Sie Ihre Vermögensstruktur. Wie viel Ihres Vermögens hängt an Papierwerten, an Banken, an Lieferketten und an politischen Entscheidungen?
  4. Bauen Sie physische Edelmetalle auf. In sinnvoller Stückelung, mit Blick auf Handelbarkeit – nicht als Wette, sondern als Fundament.
  5. Lassen Sie sich beraten. Wer unsicher ist, welche Produkte zur eigenen Situation passen, sollte das Gespräch mit erfahrenen Beratern suchen.

Die Frage dieser Krise ist nicht, ob der Diesel drei oder vier Euro kostet. Die Frage ist, wie lange die Puffer reichen – und ob Sie selbst genug Puffer haben. Diese Frage kann Ihnen niemand in Berlin oder Brüssel beantworten. Sie müssen sie selbst beantworten. Am besten jetzt.

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