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Kettner Edelmetalle

Marc Friedrich: Geldsystem am Ende – Gold als Warnsignal

26.07.2026PodcastKettner EdelmetalleBegleittext KI-generiert

Es gibt Gespräche, die hallen nach. Weil sie unbequeme Wahrheiten aussprechen, die viele längst ahnen, aber selten so klar formuliert hören. Als Marc Friedrich in den Studios von Kettner Edelmetalle Platz nahm, ging es um weit mehr als Kurse und Charts. Es ging um Deutschland, um das Ende eines Geldsystems, um Orwell'sche Kontrollfantasien – und um die Frage, warum jemand, der die Fluchtwege aus diesem Land besser kennt als die meisten, trotzdem bleibt und kämpft.

Friedrich ist kein Weltuntergangsprophet. Er ist ein Analyst, der seit über einem Jahrzehnt dieselbe Botschaft wiederholt – und der recht behalten hat. Wer heute auf seine Bücher von vor 15 Jahren zurückblickt, erkennt: Vieles, was damals als Verschwörungstheorie abgetan wurde, ist heute Realität.

Das Fieberthermometer eines sterbenden Systems

Gold erreichte Ende Januar 2026 satte 5.600 US-Dollar. Silber kletterte auf knapp 121 Dollar. Dann kam der große Rücksetzer – und mit ihm die Panik. Hatten die Crash-Propheten am Ende doch nicht recht? Friedrichs Antwort ist eindeutig.

Der Goldpreis ist nur eine Art Fieberthermometer über den Zustand unseres Geldsystems. Und dieses Geldsystem liegt de facto auf dem Sterbebett – es ist präfinal, es kann nicht mehr gerettet werden.

Die Preisausschläge nach oben sind für ihn keine Spekulationsblase, sondern ein Signal. Ein Warnsignal für das Ende einer Ära. Der aktuelle Rücksetzer? Eine gesunde Konsolidierung. Eine Heilung, ein Verschnaufen. Denn ein parabolischer Anstieg ist niemals gesund – wer Ende Januar Chips vom Tisch nahm, handelte klug. Wer jetzt bei Kursen unter 4.000 Dollar wieder einsteigt, nutzt eine Kaufgelegenheit.

Die Gründe für seinen langfristigen Optimismus sind so nüchtern wie beunruhigend:

  • Eine deglobalisierte Welt mit multiplen Krisenherden und Kriegen
  • Notenbanken, die immer mehr Geld drucken müssen, weil die Anleihenmärkte außer Rand und Band sind
  • Eine exponentielle Schuldenentwicklung weltweit
  • Zentralbanken, die ihrem eigenen Produkt – dem Papiergeld – nicht mehr vertrauen

Allein die USA türmen inzwischen 40 Billionen Dollar Schulden auf. Alle 100 Tage kommt eine weitere Billion hinzu. Eine Zahl, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengt. Wer diese Dynamik verstanden hat, versteht auch, warum physisches Gold für Friedrich die logische Konsequenz ist.

Warum die Notenbanken kaufen, was sie selbst nicht mehr wollen

Es ist eine der aufschlussreichsten Beobachtungen des Gesprächs: Die Notenbanken selbst kaufen in Rekordmengen Gold. China nutzte die günstigen Kurse der letzten Wochen und griff angeblich mit über 2.200 Tonnen zu. Wenn die Institutionen, die das Papiergeld produzieren, ihr Vertrauen in dieses Papiergeld verlieren – welche Botschaft könnte deutlicher sein?

Gold ist seit 5.000 Jahren Geld und wird es auch immer bleiben. Es ist eine Lebensversicherung für deine Kaufkraft – für die Lebenszeit, die du investiert hast, um Geld zu verdienen.

Diese Einschätzung teilt inzwischen sogar die Wall-Street-Elite. Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, erklärt offen: Das Anleihenzeitalter ist vorbei. Der Beweis liegt in den Zahlen. Rund 26 Prozent der globalen Währungsreserven stecken mittlerweile in Gold – und nur noch 22 Prozent in US-Staatsanleihen. Ein historischer Kipppunkt. Ein Paradigmenwechsel.

Wer diese Umschichtung nachvollziehen will, findet in unserem Beitrag über goldgedeckte US-Anleihen und die mögliche Rückkehr zum Goldstandard weiterführende Gedanken. Und auch das Zusammenspiel von Öl, Gold und US-Anleihen zeigt, wie eng die großen Rohstoff- und Kapitalmärkte miteinander verwoben sind.

Deutschland im Winter – die Zyklentheorie erklärt

Um die Gegenwart zu verstehen, greift Friedrich auf ein faszinierendes Modell zurück: das Fourth Turning. Die Idee: Ein großer Zyklus dauert etwa 80 bis 100 Jahre – die Lebensspanne eines Menschen – und gliedert sich in vier Jahreszeiten.

  • Frühling: Nach dem Zweiten Weltkrieg. Alles explodiert, Europa wächst zusammen, Wirtschaftswunder.
  • Sommer: Die 70er bis 90er. Alles blüht, die Ernte wird eingefahren, Wohlstand für alle.
  • Herbst: Erste Risse im System. Erste Probleme werden sichtbar.
  • Winter: Alles stirbt ab – und schafft doch den Nährboden für etwas Neues.

Wo stehen wir heute? Friedrichs Diagnose ist klar: Wir sind im Winter. Und Winter bedeutet, dass die alten Institutionen, die alten Systeme nicht mehr funktionieren, nicht mehr zeitgemäß sind.

Du kannst mit einem System aus den 30er, 50er oder 80er Jahren nicht mehr standhalten in einer Zeit von künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Raketen, die rückwärts einparken.

Die Diagnose für Deutschland fällt bitter aus. Die größten Arbeitgeber entlassen hunderttausende Menschen. Eine Politik stolpert von Krise zu Krise – und hat nur eine Antwort parat: mehr Abgaben, mehr Steuern, mehr übergriffiger Staat, mehr Kriminalisierung des normalen Bürgers.

Ich kämpfe für dieses Land

Und doch – hier liegt das Bemerkenswerte an diesem Gespräch – wählt Friedrich nicht die Flucht. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 288.000 Menschen haben Deutschland allein im letzten Jahr verlassen. Die höchste Auswanderungsquote seit 1800. In jeder seiner Beratungen sitzen heute Menschen, die fragen: Wo kann ich hin?

Ich will mir dieses Land nicht vermaledeien lassen von ein paar inkompetenten Politikern, die einfach nur Politik gegen die Menschen machen. Ich will für dieses Land kämpfen, weil Deutschland ein geiles Land ist.

Für Friedrich ist die Auswanderung zwar eine individuelle Lösung – aber für die Gesellschaft keine. Er erinnert daran, dass die Großeltern-Generation nach dem letzten Winter, dem Zweiten Weltkrieg, nicht die Flinte ins Korn warf. Sie krempelte die Ärmel hoch und baute ein zerstörtes Land wieder auf. Sogar mit den einstigen Feinden schloss man Frieden.

Seine Lösungsvorschläge sind konkret und konservativ-liberal:

  1. Attraktive Steuersätze, um Leistungsträger zurückzuholen
  2. Reduzierung der aufgeblähten Staatsquote
  3. Ende der Milliarden-Finanzierung fragwürdiger NGOs
  4. Streichung überflüssiger Ministerien
  5. Abschaffung des Rundfunkbeitrags und des IHK-Zwangsbeitrags

Die Fakten, die er nennt, sind ernüchternd: Deutschland plant für 2027 rund 200 Milliarden Euro Neuverschuldung. Die Gesamtschulden liegen bei 2,84 Billionen. Und 95 Prozent des 500-Milliarden-Sondervermögens wurden zweckentfremdet. Bei Rekord-Steuereinnahmen von einer Billion Euro reicht es trotzdem nicht.

Der digitale Euro als Gefängnis

Der beunruhigendste Teil des Gesprächs dreht sich um das, was Friedrich das digitale Gefängnis nennt. George Orwells "1984" sei nicht als Warnung, sondern als Anleitung gelesen worden. Der digitale Euro wurde durchgewunken – kaum jemand hat es mitbekommen.

Programmierbares Geld eröffnet Kontrollmöglichkeiten, die in einer freien Gesellschaft undenkbar sein sollten:

  • Geld, das nur innerhalb von 15 Kilometern verwendbar ist
  • Ein CO2-Konto, das Flugreisen sperrt, wenn es "leer" ist
  • Schwundgeld, das verfällt, wenn du es nicht ausgibst
  • Eine digitale ID, interoperabel mit dem digitalen Geld – festgeschrieben im Koalitionsvertrag
In den digitalen Euro kommst du zwar rein – aber nie wieder raus. Das ist wie mit der alten D-Mark: Einzahlen geht immer. Aber zurückbekommen? Unmöglich.

Die Konsequenz, die Friedrich daraus zieht, ist so alt wie das Gold selbst: raus aus dem sichtbaren Bankensystem, rein in die wahren Werte. Wer sein Vermögen mobil und krisenfest halten will, findet bei Goldbarren und Goldmünzen genau jene physischen Werte, die sich der programmierbaren Kontrolle entziehen. Schon ein 0,1g Goldbarren von Heimerle und Meule für unter 20 Euro macht den Einstieg für jeden möglich.

Ein Augenzeuge der Hyperinflation

Was passiert wirklich, wenn ein Geldsystem kollabiert? Marc Friedrich muss darüber nicht spekulieren. Er hat es erlebt – am eigenen Leib, in Argentinien, Ende 2001.

Zwölf Stunden vor dem Zusammenbruch hätte er alles dagegen gewettet. Die Stadt lebte, die Cafés hatten offen, man tanzte in den Clubs von Buenos Aires. Sechs Stunden später hatten die Banken geschlossen. Der Ablauf jenes Tages liest sich wie ein Drehbuch für die Apokalypse:

  • 8 Uhr: Die Banken schließen. Staatsbankrott.
  • 11 Uhr: Erste lange Schlangen vor den Banken. Der Peso wird nur noch zur Hälfte akzeptiert.
  • 12 Uhr: Die ersten Plünderungen. Der Peso ist komplett wertlos. Anarchie auf den Straßen.
Ab 12 Uhr – nur vier Stunden nach der Bankschließung – nahm keiner mehr den Peso. Die Bauern kamen vom Land und tauschten Fleisch, Wurst und Milch gegen Uhren und Teppiche. Und Gold war Währung. Gold ist explodiert.

Wer Gold hatte, war König. Ein britischer Diplomat kaufte eine Immobilie im Herzen von Buenos Aires für ein einziges Kilogramm Gold – heute über eine Million wert. Eine goldene Rolex wurde für 300 Dollar angeboten. Die Menschen verkauften alles, um an harte Werte zu kommen.

Das perfide Detail: Der argentinische Staat entwertete nicht nur den Peso um 74 Prozent Kaufkraft. Er wandelte auch automatisch jedes Dollarkonto und jedes Auslandskonto in Peso-Konten um – und entwertete sie dann. Nur wer ein Konto im tatsächlichen Ausland hatte, blieb verschont. Eine ganze Generation wurde enteignet und verarmte. Bis heute leben viele in ärmsten Verhältnissen.

Die Lehre für heute

Der Präsident hatte einen Tag zuvor im Fernsehen versichert: Der Peso ist sicher, die Staatsfinanzen sind solide. Am nächsten Tag stürmten die Menschen mit Heugabeln den Präsidentenpalast. Wer bei diesen Sätzen an Steinbrück und Merkel denkt – "Ihre Spareinlagen sind sicher" – liegt nicht falsch.

Die Konsequenz aus dieser Erfahrung ist glasklar: Physisches Edelmetall, anonym erworben, außerhalb der Sichtbarkeit von Politik und Notenbanken. Ob Wiener Philharmoniker, Maple Leaf oder Känguru – bewährte Anlagemünzen mit weltweiter Anerkennung sind das Fundament. Ein 1g Gold Maple Leaf eignet sich ebenso als Einstieg wie ein teilbarer 100 x 1g Gold Tafelbarren (Combibar), der im Krisenfall stückweise eingesetzt werden kann.

Wo geht die Reise für Gold und Silber hin?

Friedrichs langfristige Perspektive ist eindeutig bullish. Wir dürfen zwar keine Renditeversprechen abgeben – das verbietet das Gesetz zu Recht – doch seine Einordnung der fundamentalen Lage ist bemerkenswert. Er sieht Gold auf mittlere Sicht deutlich über den heutigen Niveaus. Umso mehr Geld gedruckt wird, desto mehr Papierfetzen muss man auf den Tisch legen, um dieselbe Unze zu kaufen.

Wenn sich der Goldpreis verdoppelt, hast du nicht plötzlich zwei Kilogramm. Es ist immer noch ein Kilogramm Gold. Nur die Kaufkraft der Papierwährung lässt nach – und damit deine Lebenszeit.

Besonders spannend ist seine Einschätzung zu Silber. Das Edelmetall verlor knapp 50 Prozent – von 120 Dollar auf unter 60. Doch Silber ist mehr als ein Wertspeicher. Es ist ein Industriemetall, das überall gebraucht wird:

  • Solarenergie und erneuerbare Energien
  • E-Autos und Halbleiter
  • Rüstung und Textil
  • Künstliche Intelligenz – hier ist Silber sogar so rar wie Gold

Deshalb erwartet Friedrich langfristig sogar einen stärkeren Anstieg bei Silber als bei Gold. Kurse um 60 Dollar sieht er als Kaufniveau – Downside und Upside inbegriffen.

Volatile Zeiten, geopolitische Brandherde

Der geopolitische Hintergrund verstärkt die Dynamik. Die Straße von Hormus bleibt umkämpft, die Meerengen im Nahen Osten werden zu strategischen Waffen. Selbst Christine Lagarde räumt inzwischen ein, dass die Inflation nicht zu halten sein wird. Das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbanken? Illusion. Die Reise geht Richtung 4, 5, 6 Prozent – und die reale Wareninflation liegt noch höher.

Wie sich Papiergeld selbst inszeniert, während Gold schlicht glänzt, haben wir übrigens am Beispiel der geplanten Trump-Dollar-Münze beleuchtet – ein Sinnbild für den Zustand des Fiat-Systems.

Am Scheideweg

Friedrich verortet uns an einem historischen Wendepunkt. Nach der Zyklentheorie begann der Winter mit der Finanzkrise 2008 – jenem Moment, in dem die Politik zum ersten Mal offensichtlich nicht die Bürger schützte, sondern die Krisenverursacher der Finanzindustrie. Das Ende dieses Winters könnte um die Jahre 2028 bis 2033 liegen. Danach kommt, so ist er überzeugt, wieder ein Frühling.

Der nächste Frühling wird kommen. Die Welt geht nicht unter. Nach dem Niedergang kommt immer wieder der Aufstieg – das sieht man auch in der eigenen Biografie. Der Mensch lernt nur durch Scheitern.

Doch dieser Übergang ist kein Selbstläufer. Die Werkzeuge der Transformation – künstliche Intelligenz, digitales Geld, digitale Identität – können dem Menschen dienen oder ihn kontrollieren. Die Entscheidung, so Friedrichs eindringlicher Appell, liegt bei uns. Wer sich nicht auf die Hinterbeine stellt, riskiert, dass diese Werkzeuge gegen ihn verwendet werden.

Für alle, die ihre finanzielle Souveränität in die eigene Hand nehmen wollen, bleibt die Botschaft dieselbe – bewährt über 5.000 Jahre: Wahre Werte schützen wahre Werte. Wer sein hart erarbeitetes Vermögen aus der Reichweite von Inflation, Enteignung und digitaler Kontrolle bringen will, findet in physischem Gold und Silber die älteste und verlässlichste Versicherung, die die Menschheit kennt. Das vollständige Gespräch mit Marc Friedrich sollten Sie sich nicht entgehen lassen – es ist ein Weckruf, wie man ihn selten so klar formuliert hört.

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