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20 Mark Gold aus dem Kaiserreich – Wert nach Staat, Jahrgang und Erhaltung

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In vielen Nachlässen, Schatullen und Schließfächern liegt sie bis heute, die 20-Mark-Goldmünze des Deutschen Kaiserreichs. In jedem Stück stecken 7,168 Gramm reines Gold – und doch kann eine 20 Mark aus einem kleinen Fürstentum ein Vielfaches einer preußischen Münze einbringen. Was Ihre Münze wert ist, hängt vor allem vom Prägestaat, vom Jahrgang und von der Erhaltung ab. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie das selbst herausfinden.

Wie die Goldmark 1871 entstand

Als im Januar 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde, gab es kein einheitliches Geld. Im Norden zahlte man mit Talern, im Süden mit Gulden. Mit Gesetzen aus den Jahren 1871 und 1873 schuf das Reich eine gemeinsame Währung, die Mark, und band sie fest an Gold. Daraus ergibt sich die wichtigste Zahl für jede Bewertung, denn eine 20-Mark-Münze enthält 7,168 Gramm Feingold, eine 10-Mark-Münze genau die Hälfte. Wie der Wechsel vom Silber zum Gold ablief, beschreibt unser Beitrag 155 Jahre Goldmark.

Geprägt wurde allerdings nicht zentral. 22 Landesherren sowie die Freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck ließen Goldmünzen in eigenem Namen herstellen. Die Vorderseite zeigt deshalb den jeweiligen Landesherrn oder ein Stadtwappen, die Rückseite stets den Reichsadler. Wie viele Münzen ein Staat prägen durfte, richtete sich nach seiner Einwohnerzahl. Genau das erklärt die großen Preisunterschiede von heute.

Amtlich hieß die 20-Mark-Münze Doppelkrone. Im Volksmund nannte man sie - wegen des rötlichen Schimmers, den der Kupferanteil von zehn Prozent erzeugt - schlicht „Goldfuchs“. Wie ernst das junge Reich sein Gold nahm, zeigt der Reichskriegsschatz. Aus dem Gold der französischen Kriegsentschädigung prägte die Berliner Münze Goldstücke im Wert von 120 Millionen Mark und lagerte sie in 1.200 Kisten ein.

Historische Prägepresse in einer Münzwerkstatt des 19. Jahrhunderts im warmen Licht
Symbolbild einer historischen Prägepresse. In neun Münzstätten zwischen Berlin, München und Karlsruhe entstanden ab 1871 die Reichsgoldmünzen.

Was in jeder 20 Mark steckt

Ob Preußen oder Waldeck, ob 1872 oder 1913, das Reichsrecht schrieb allen Prägestaaten dieselben technischen Daten vor. Auf der Waage lassen sich die Münzen deshalb nicht unterscheiden, den Unterschied im Wert verraten erst Vorderseite und Jahreszahl.

Die Reichsgoldmünzen im Überblick

Technische Daten der 20- und 10-Mark-Stücke des Kaiserreichs

Merkmal20 Mark10 Mark
Amtlicher NameDoppelkroneKrone
Goldanteil90 % Gold, 10 % Kupfer90 % Gold, 10 % Kupfer
Gesamtgewicht7,965 g3,982 g
Reines Gold7,168 g3,584 g
Durchmesser22,5 mm19,5 mm
RandSchriftzug „GOTT MIT UNS“Ranken und Sterne
Prägezeit1871–19151872–1912

Angaben nach Kurt Jaeger, „Die deutschen Münzen seit 1871“

So berechnen Sie den Goldwert

Der Goldwert ist die Untergrenze, unter die eine echte Münze nicht fällt. Sie erhalten ihn, indem Sie den aktuellen Goldpreis je Gramm mit 7,168 multiplizieren. Anfang November 2026 lag der Goldpreis bei rund 118 Euro je Gramm. Eine 20-Mark-Münze enthielt damit Gold im Wert von rund 845 Euro, eine 10-Mark-Münze im Wert von rund 420 Euro. Den aktuellen Kurs zeigt der folgende Chart.

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Beim Kauf kommt auf den Goldwert ein Aufschlag für Handel, Prüfung und Versand, beim Verkauf liegt der Ankaufspreis meist etwas darunter. Bei gängigen Stücken ist diese Spanne überschaubar. Bei seltenen entscheidet der Sammlermarkt, und dort kann der Preis den Goldwert weit übersteigen.

Warum der Prägestaat den Wert bestimmt

Den größten Einfluss auf den Wert hat der Staat, der die Münze geprägt hat. Rund 196 Millionen 20-Mark-Stücke stammen aus Preußen, alle anderen Staaten zusammen kommen nur auf gut 30 Millionen. Die Tabelle teilt die Staaten deshalb in drei Gruppen ein. Bei „Goldwert“ ist der Tageskurs die realistische Antwort, bei „Sammlerstück“ bildet er die Untergrenze, und eine „Rarität“ sollte zuerst ein Fachmann sehen.

20 Mark Gold nach Prägestaat

Prägejahre, gerundete Gesamtauflage und Einordnung

StaatPrägejahreAuflageEinordnung
Preußen1871–1915Rund 196 Mio.Goldwert
Hamburg1875–1913Rund 10,9 Mio.Goldwert
Bayern1872–1914Rund 7,8 Mio.Goldwert
Württemberg1872–1914Rund 5,3 Mio.Goldwert
Sachsen1872–1914Rund 4,7 Mio.Goldwert
Baden1872–1914Rund 2,4 Mio.Goldwert
Hessen1872–1911Rund 1,5 Mio.Goldwert
Braunschweig1875100.000Sammlerstück
Anhalt1875–1904Rund 80.000Sammlerstück
Mecklenburg-Schwerin1872, 1901Rund 74.000Sammlerstück
Sachsen-Coburg und Gotha1872–1905Rund 41.000Sammlerstück
Sachsen-Weimar-Eisenach1892–1901Rund 25.000Sammlerstück
Bremen1906Rund 20.000Sammlerstück
Sachsen-Altenburg188715.000Sammlerstück
Reuß jüngere Linie1881Rund 12.500Sammlerstück
Schaumburg-Lippe1874–1904Rund 13.000Rarität
Mecklenburg-Strelitz1874, 1905Rund 7.000Rarität
Schwarzburg-Sondershausen18965.000Rarität
Sachsen-Meiningen1872–1914Je Typ 2.000–4.000Rarität
Waldeck und Pyrmont19032.000Rarität
Reuß ältere Linie18751.500Rarität

Prägezahlen nach Kurt Jaeger. Einzelne Jahrgänge können deutlich seltener sein als ihre Gruppe, bei Schaumburg-Lippe verteilt sich die Auflage zum Beispiel auf drei Jahrgänge.

Preußen prägte unter drei Kaisern, unter Wilhelm I. von 1871 bis 1888, unter Friedrich III. nur 1888 und unter Wilhelm II. von 1888 bis 1915. Die 20 Mark Wilhelm II. ist die häufigste Reichsgoldmünze und das typische Erbstück. In gewöhnlicher Erhaltung entspricht ihr Wert dem Goldwert. Das gilt auch für das Dreikaiserjahr 1888. Friedrich III. regierte zwar nur 99 Tage, trotzdem entstanden rund 5,4 Millionen 20-Mark-Stücke mit seinem Bild.

Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen und Hamburg prägten ebenfalls in Millionenauflage. Ihre Stücke laufen im Goldhandel meist nahe am Goldkurs, im Münzhandel teils mit einem Sammleraufschlag, weil sie seltener angeboten werden als preußische. Einzelne Jahrgänge wie Sachsen 1903 oder Hessen 1892 und 1893 sind sogar deutlich knapper. Die eigentlichen Seltenheiten stammen jedoch aus kleinen Fürstentümern wie Reuß, Waldeck oder Schaumburg-Lippe. Wer eine solche Münze besitzt, hält ein Stück für Sammler in der Hand und keines für die Goldwaage.

Hinweis für Erben

Gehört Ihre Münze zur Gruppe „Sammlerstück“ oder „Rarität“ oder zu den seltenen Jahrgängen im nächsten Abschnitt, sollten Sie sie weder reinigen noch einschmelzen lassen oder nach Gewicht verkaufen. Lassen Sie das Stück zuerst von einem Münzexperten oder einem Auktionshaus begutachten.

Für die 10-Mark-Goldmünze gilt dieselbe Logik. Preußen prägte davon nur rund 45 Millionen Stück, deshalb ist das Sammlerinteresse an den kleinen Münzen oft größer, obwohl sie nur halb so viel Gold enthalten. Die Silbermünzen derselben Zeit behandelt unser Ratgeber zu den Kaiserreich-Silbermünzen zu 1, 2, 3 und 5 Mark.

Jahrgang, Münzzeichen und Erhaltung richtig lesen

Auch unter den preußischen Massenprägungen gibt es Jahrgänge, die nur in kleiner Zahl entstanden und genauso aussehen wie alle anderen. Wer sein Erbstück nur wiegt, übersieht sie. Die bekanntesten Beispiele sind diese.

  • 20 Mark 1874 C und 1878 C In Frankfurt am Main geprägt, jeweils nur gut 80.000 Stück.
  • 20 Mark 1906 J In Hamburg für Preußen geprägt, nur 82.000 Stück.
  • 10 Mark 1876 B Aus Hannover, nur 2.800 Stück und damit eine der großen Seltenheiten.
  • 10 Mark 1889 Die ersten 10 Mark Wilhelms II. entstanden in nur 24.000 Exemplaren.

Der Buchstabe unter dem Adler nennt die Münzstätte, etwa A für Berlin, D für München oder J für Hamburg. Besonders aufmerksam sollten Sie bei B, C und H sein. Hannover, Frankfurt am Main und Darmstadt prägten nur in den Anfangsjahren, hier lohnt vor dem Verkauf ein Blick in den Katalog. Auch der Adler hilft beim Einordnen. Bis 1889 zeigen die Münzen einen kleinen Adler mit großem Brustschild, ab 1890 einen deutlich größeren. Passt der Adler nicht zur Jahreszahl, ist Vorsicht geboten.

Ein Sonderfall ist die 20 Mark Wilhelm II. in Uniform, die nur von 1913 bis 1915 in Berlin geprägt wurde. Die Jahrgänge 1913 und 1914 werden nahe am Goldwert gehandelt. Der Jahrgang 1915, die letzte 20-Mark-Prägung des Kaiserreichs, erzielt in sehr gutem Zustand dagegen ein Vielfaches.

20 Mark Goldmünze Preußen mit Wilhelm II. in Uniform auf dunklem Samt
20 Mark Preußen mit Wilhelm II. in Uniform. Bei diesem Typ entscheidet vor allem die Jahreszahl über den Wert.

Warum Kratzer und Ösen den Preis drücken

Bei gewöhnlichen Stücken spielt die Erhaltung kaum eine Rolle, bei allem, was über den Goldwert hinausgeht, ist sie dagegen entscheidend. Händler unterscheiden mehrere Stufen, von „schön“ für stark abgenutzte Münzen über „sehr schön“ und „vorzüglich“ bis „Stempelglanz“ für Stücke wie frisch aus der Presse. Gerade der Sprung von „sehr schön“ zu „vorzüglich“ kann bei seltenen Münzen einen erheblichen Teil des Preises ausmachen.

Den größten Schaden richten oft spätere Generationen an. Viele 20-Mark-Stücke wurden zu Anhängern oder Manschettenknöpfen verarbeitet, und Ösen, Lötstellen oder Gravuren sind für den Sammlerwert oft das Ende. Dasselbe gilt für das Reinigen, denn eine geputzte Oberfläche lässt sich nicht wiederherstellen. Leichte Verfärbungen sind bei der kupferhaltigen Legierung dagegen normal und stören Sammler kaum.

Nachprägungen in echtem Gold

Die gefährlichste Fälschung ist die, die jede Waage besteht. Ab Ende der 1950er-Jahre entstanden in einer privaten Werkstatt Nachprägungen nahezu aller Reichsgoldmünzen, in echtem Gold und mit korrektem Gewicht. Hinter dem Unternehmen standen ein Bonner Augenarzt und seine Schwester, unter Sammlern spricht man bis heute von Schmidt/Hausmann-Nachprägungen. 1963 wurden die Geschwister wegen Betrugs verurteilt, weil sie die Stücke als Originale verkauft hatten. Bis dahin waren so viele im Umlauf, dass Banken sie über Jahre am Schalter als Anlagegold anboten. Erst seit 1975 schützt das Gesetz alle seit 1850 geprägten deutschen Münzen vor Nachprägung.

Nachgeprägt wurden gerade die seltenen Münzen der Kleinstaaten, teils sogar Jahrgänge, die es im Original nie gab. Hinzu kommen echte Münzen mit nachträglich veränderter Jahreszahl. Gewicht und Durchmesser sind deshalb nur ein erster Hinweis. Wichtiger sind eine vollständige, scharfe Randschrift und die Frage, ob es die Kombination aus Staat, Jahrgang und Buchstabe laut Katalog überhaupt gibt. Ob ein Stück echt ist, beurteilen am Ende Fachleute mit Materialprüfung und Vergleichsstücken. Seriöse Händler prüfen jede Reichsgoldmünze vor dem Verkauf, bei Kettner Edelmetalle im Rahmen einer ISO-konformen Echtheitsprüfung.

Kaufen, verkaufen und was die Goldmark lehrt

Lange bevor es Krügerrand oder Maple Leaf gab, war die 20 Mark in Deutschland die Anlagemünze schlechthin. Sie ist bis heute bekannt, leicht zu handeln und eignet sich mit knapp einer Viertelunze Gold auch für kleinere Beträge. Nachteile sind die krumme Goldmenge und ein höherer Aufschlag je Gramm als bei großen Barren. Wie sie sich gegen Vreneli, Napoleon und Sovereign schlägt, zeigt unser Vergleich historischer Umlaufgoldmünzen.

Manche Sammler bauen komplette Jahrgangsreihen auf, die alle Jahrgänge eines Münztyps in einem Etui vereinen, etwa den Komplettsatz mit 24 Münzen zu 20 Mark Wilhelm II. von 1890 bis 1913 oder den Satz mit 14 Münzen Wilhelm I. von 1874 bis 1888. Weitere Stücke finden Sie in der Kategorie Goldmünzen Deutsches Kaiserreich.

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Beim Verkauf entscheidet die Einordnung Ihres Stücks über den richtigen Weg. Gewöhnliche Münzen verkaufen Sie am einfachsten zum Tageskurs, ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich. Sammlerstücke, Raritäten und sehr gut erhaltene Münzen sind bei einem Auktionshaus oder einem spezialisierten Münzhändler meist besser aufgehoben. Dort bieten Käufer, für die eine 20 Mark aus Waldeck mehr ist als sieben Gramm Gold.

Hinweis zu Steuern

Reichsgoldmünzen gelten in Deutschland in der Regel als Anlagegold und sind beim Kauf von der Mehrwertsteuer befreit. Bei sehr teuren Raritäten kann das anders sein. Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold im Privatvermögen sind nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei, innerhalb dieser Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr für alle privaten Verkaufsgeschäfte zusammen. Diese Angaben ersetzen keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

Die 20-Mark-Münze ist auch ein Lehrstück über Geld. Bis Juli 1914 konnte jeder Bürger seine Banknoten bei der Reichsbank in Gold umtauschen. In den letzten Julitagen taten das so viele, dass der Goldbestand der Reichsbank um rund 100 Millionen Mark schrumpfte. Am 4. August 1914 hob das Reich die Umtauschpflicht auf. In den folgenden Jahren wurden die Bürger unter dem Motto „Gold gab ich für Eisen“ aufgerufen, Goldmünzen und Schmuck gegen Papiergeld abzuliefern. Im November 1923 kostete ein US-Dollar 4,2 Billionen Mark. Wer seine Ersparnisse in Papiermark gehalten hatte, verlor sie. Wer seine 20-Mark-Stücke behalten hatte, besaß weiterhin 7,168 Gramm Gold je Münze.

Unsere Einschätzung

Die Geschichte der Goldmark zeigt, wie schnell ein staatliches Geldversprechen aufgekündigt wird, sobald der Staat Geld braucht. Die Bindung an Gold fiel genau in dem Moment, als sie die Kriegsfinanzierung störte. Der Euro ist heute an gar nichts mehr gebunden, seine Kaufkraft hängt allein an der Disziplin von Regierungen und Europäischer Zentralbank. Wie belastbar diese Disziplin ist, zeigten die Jahre 2022 und 2023, als die Verbraucherpreise in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 6,9 und 5,9 Prozent stiegen. Wir halten physisches Gold deshalb für einen sinnvollen Baustein des Vermögensschutzes, der von keinem Zahlungsversprechen eines Dritten abhängt.

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Häufige Fragen zur 20-Mark-Goldmünze

Wie viel ist eine 20-Mark-Goldmünze heute wert?

Die Untergrenze ist der Goldwert, also 7,168 Gramm Gold mal dem aktuellen Goldpreis je Gramm. Anfang November 2026 waren das rund 845 Euro. Für die meisten Stücke aus Preußen und den großen Bundesstaaten entspricht das auch dem Marktwert. Mehr bringen nur seltene Staaten, seltene Jahrgänge oder eine sehr gute Erhaltung.

Wie viel Gold enthält eine 20-Mark-Goldmünze?

Die Münze wiegt knapp 8 Gramm und besteht zu 90 Prozent aus Gold, der Rest ist Kupfer. Sie enthält damit 7,168 Gramm reines Gold, knapp eine Viertelunze, und zwar bei allen Staaten und Jahrgängen.

Welche 20-Mark-Goldmünzen sind selten?

Vor allem die Prägungen kleiner Staaten wie Reuß ältere Linie, Waldeck und Pyrmont, Sachsen-Meiningen oder Schaumburg-Lippe. Bei Preußen fallen die Jahrgänge 1874 C, 1878 C und 1906 J sowie die Uniform-Prägung von 1915 aus dem Rahmen.

Ist eine 20 Mark von Friedrich III. aus dem Jahr 1888 selten?

Nein. Obwohl Friedrich III. nur 99 Tage regierte, entstanden rund 5,4 Millionen 20-Mark-Stücke mit seinem Bild. In gewöhnlicher Erhaltung wird die Münze zum Goldwert gehandelt.

Sollte ich eine alte Goldmünze reinigen?

Nein. Jede Reinigung verändert die Oberfläche dauerhaft und kann den Sammlerwert stark mindern. Bewahren Sie die Münze trocken auf, am besten in einer Münzkapsel.

Was ist der Unterschied zwischen 20 Mark und 20 Reichsmark?

Die Goldmünzen von 1871 bis 1915 lauten auf Mark. Wegen der Umschrift „DEUTSCHES REICH“ heißen sie im Handel oft „20 Reichsmark Gold“. Die Reichsmark gab es jedoch erst ab 1924, und Goldmünzen zu 20 Reichsmark für den Umlauf wurden nie geprägt.

Muss ich beim Kauf von 20 Mark Gold Mehrwertsteuer zahlen?

In der Regel nicht, denn Reichsgoldmünzen gelten als Anlagegold. Gewinne beim Verkauf sind im Privatvermögen nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Für Ihre persönliche Situation sollten Sie sich von einem Steuerberater beraten lassen.

Quellen: Kurt Jaeger, „Die deutschen Münzen seit 1871“; Münzkatalog-Online (Marktpreise Stand 01.11.2026); Uwe Bronnert, „Konnt’ ich auch nicht Waffen tragen …“, geldscheine-online.com; Wikipedia, „Karl-Heinz Schmidt (Fälscher)“; Umsatzsteuergesetz und Einkommensteuergesetz; Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex 2022 und 2023; Goldpreis nach Börsenkurs vom 05.11.2026.

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