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Kettner Edelmetalle

Altgold bewerten und den Goldwert von 333er, 585er und 750er Schmuck berechnen

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Ein Ring aus einer Erbschaft, eine gerissene Kette, ein einzelner Ohrstecker ohne Partner. In vielen Schubladen liegt Gold, dessen Wert niemand kennt. Dabei ist die Rechnung überschaubar. Wer den Stempel im Schmuck liest, das Stück wiegt und den aktuellen Goldpreis kennt, weiß nach einer Minute, was das Material wert ist, und erkennt, ob ein Ankaufsangebot fair ausfällt. Dieser Ratgeber zeigt den Rechenweg, die üblichen Abschläge und die Stellen, an denen sich viele Verkäufer verrechnen.

Was die kleine Zahl im Schmuckstück bedeutet

Jede seriöse Bewertung beginnt an derselben Stelle, nämlich bei der Punze. So heißt der eingeschlagene Stempel, der den Goldgehalt angibt. Bei Ringen sitzt er innen in der Schiene, bei Ketten und Armbändern meist am Verschluss oder auf einer kleinen angelöteten Fahne, bei Anhängern auf der Öse oder der Rückseite. Er ist winzig, und ohne Lupe mit zehnfacher Vergrößerung ist er kaum zu entziffern.

Die Zahl gibt den Goldanteil in Tausendsteln an. Bei einer 585 sind also 585 von 1.000 Gewichtsteilen reines Gold, das entspricht 58,5 Prozent. Der Rest besteht aus anderen Metallen, je nach gewünschter Farbe aus Silber, Kupfer, Palladium, Zink oder Nickel. Diese Beimischung ist kein Trick, sondern handwerklich notwendig. Reines Gold ist so weich, dass ein Ring daraus binnen weniger Wochen verbogen und verkratzt wäre.

Ältere Stücke und Schmuck aus dem englischsprachigen Raum tragen statt der Tausendstel eine Karat-Angabe. Karat rechnet in Vierundzwanzigsteln, 24 Karat sind reines Gold, 14 Karat entsprechen 14 von 24 Gewichtsteilen und damit rund 585 Tausendsteln. Beide Angaben meinen dasselbe, sie verwenden nur eine andere Bruchrechnung. Nicht verwechseln sollten Sie das mit dem Karat als Gewichtsmaß bei Diamanten, dort steht 1 Karat für 0,2 Gramm.

Die gängigen Goldlegierungen und ihr Goldanteil
PunzeKaratGoldanteilTypische Verwendung
3338 kt33,3 %Günstiger Modeschmuck, in Deutschland lange verbreitet
3759 kt37,5 %Britischer und irischer Schmuck
58514 kt58,5 %Der Standard für Trauringe, Ketten und Ohrringe
75018 kt75,0 %Hochwertiger Marken- und Juwelierschmuck
90021,6 kt90,0 %Zahngold und historische Münzen
91622 kt91,6 %Indischer und arabischer Schmuck
99924 kt99,9 %Barren und Anlagemünzen

Ein häufiges Missverständnis lautet, 333er Schmuck sei minderwertig. Er ist schlicht anders zusammengesetzt und enthält pro Gramm nur gut ein Drittel des Goldes eines 999er Barrens, weshalb er pro Gramm entsprechend weniger einbringt. Mehr zu Zusammensetzung und Farbwirkung finden Sie im Lexikoneintrag zur Legierung von Gold und Silber.

Lupe über der Innenseite eines Goldrings, in der eine kleine Feingehaltspunze sichtbar wird
Ohne Lupe kaum lesbar, aber der Ausgangspunkt jeder Wertermittlung: die Punze im Ringinneren.

So rechnen Sie den Goldwert aus

Der Materialwert, in der Branche Feingoldwert genannt, ergibt sich aus nur drei Angaben: dem Gewicht, dem Goldanteil und dem aktuellen Goldpreis je Gramm.

Gewicht in Gramm × Goldanteil (bei 585er also 0,585) × Goldpreis je Gramm = Materialwert

Der Goldpreis wird international je Feinunze notiert, und eine Feinunze entspricht 31,1 Gramm. Den Grammpreis erhalten Sie, indem Sie den Unzenpreis durch diesen Wert teilen. Anfang September 2026 lag der Kurs bei rund 3.780 Euro je Unze, das ergibt etwa 121 Euro für ein Gramm reines Gold. Wie sich der Kurs zuletzt entwickelt hat, zeigt der Chart.

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In der Praxis sind drei Handgriffe nötig. Sortieren Sie zuerst alle Stücke nach Punze getrennt auf den Tisch, denn gemischtes Wiegen ist der häufigste Anfängerfehler. Aus 333er und 750er Gold in einer Schale entsteht eine Zahl, mit der niemand rechnen kann. Stücke ohne erkennbaren Stempel legen Sie beiseite, sie brauchen eine Prüfung.

Wiegen Sie anschließend jede Gruppe einzeln. Eine Feinwaage mit einer Auflösung von einem Hundertstel Gramm kostet wenig und lohnt sich schon beim ersten Verkauf. Küchenwaagen mit Gramm-Schritten sind untauglich, denn bei einem Ring von vier Gramm bedeutet ein Gramm Unsicherheit bereits ein Viertel des Werts. Multiplizieren Sie zum Schluss das Gewicht jeder Gruppe mit dem Goldanteil. Heraus kommt die Menge an reinem Gold, und die ist die eigentliche Handelsware. Diese Menge mal dem Grammpreis ergibt den Materialwert. Wer nicht selbst rechnen mag, nutzt unseren Goldrechner.

Drei Beispiele aus der Praxis

Die folgenden Beispiele rechnen mit 121 Euro je Gramm reinem Gold, dem Kursniveau von Anfang September 2026. Der Wert dient allein der Veranschaulichung, denn der Kurs bewegt sich täglich. Setzen Sie für Ihre eigene Rechnung immer den Tagespreis ein.

Ein einzelner Trauring mit 4,20 Gramm und der Punze 585 enthält 2,46 Gramm reines Gold, denn 4,20 mal 0,585 ergibt eben diesen Wert. Bei 121 Euro je Gramm liegt der Materialwert bei rund 297 Euro. Eine alte Panzerkette mit 18,60 Gramm und der Punze 333 wirkt schwerer und wertvoller, enthält aber nur 6,19 Gramm reines Gold und kommt damit auf rund 750 Euro. Das Beispiel zeigt, warum das Bruttogewicht allein nichts aussagt.

Anschaulicher wird es bei einer ganzen Schmuckschatulle, in der mehrere Legierungen durcheinanderliegen.

Beispielrechnung für eine typische Schmuckschatulle bei 121 Euro je Gramm
PostenGewichtGoldanteilReines GoldMaterialwert
750er Armband12,00 g0,7509,00 g1.089 €
585er Ringe und Ohrringe30,00 g0,58517,55 g2.124 €
333er Kettenreste8,00 g0,3332,66 g322 €
Summe50,00 gGemischt29,21 gRund 3.535 €

Bemerkenswert ist das Verhältnis am unteren Ende der Tabelle. Die 333er Kettenreste machen 16 Prozent des Gewichts aus, aber nur 9 Prozent des Werts. Wer pauschal nach Gramm verhandelt, ohne die Legierungen zu trennen, verschenkt deshalb Geld. Was alles unter den Begriff fällt, erklärt der Lexikoneintrag zu Bruchgold.

Vom Materialwert zum Ankaufspreis

Der errechnete Materialwert ist die Obergrenze und nicht der Betrag, der ausgezahlt wird. Dazwischen liegt die Marge des Ankäufers, und die deckt echte Kosten ab: die Prüfung des Goldgehalts, das Sortieren, Transport und Versicherung, das Einschmelzen und Trennen der Metalle sowie das Kursrisiko bis zur Weiterverarbeitung. Ein Abschlag ist also normal. Über gut oder schlecht entscheidet allein seine Höhe, und die schwankt erheblich. Vergleichsportale zeigen regelmäßig, dass die Gebote für dasselbe Gramm 585er Gold von nahezu dem vollen Materialwert bis zu rund 40 Prozent darunter reichen. Bei einem größeren Konvolut - so nennt der Handel mehrere Stücke, die zusammen verkauft werden - geht es dabei schnell um vierstellige Beträge.

Grobe Orientierung für Abschläge

  • 0 bis 5 Prozent unter Materialwert: sehr gutes Angebot, meist von Scheideanstalten und Onlineankäufern mit hohem Durchsatz.
  • 5 bis 15 Prozent: marktüblich und fair, typisch für seriöse Ladengeschäfte mit persönlicher Prüfung.
  • 15 bis 25 Prozent: kritisch prüfen, hier zahlen Sie Ladenmiete, Werbung oder Bequemlichkeit mit.
  • Mehr als 25 Prozent: holen Sie ein zweites Angebot ein, bevor Sie etwas unterschreiben.

Für die Schatulle aus dem Beispiel bedeutet das konkret: Aus 3.535 Euro Materialwert werden bei fünf Prozent Abschlag rund 3.358 Euro, bei zwanzig Prozent noch 2.828 Euro und bei vierzig Prozent nur 2.121 Euro. Verhandlungsbasis ist immer der Materialwert und nicht der Betrag, den man Ihnen zuerst nennt.

Enttäuscht werden viele Verkäufer aus einem anderen Grund. Beim Kauf eines Schmuckstücks bezahlen Sie Design, Handwerk, Markennamen, Handelsspanne und Mehrwertsteuer, beim Verkauf zählt dagegen fast nur das Metall. Ein Ring, der im Laden 900 Euro gekostet hat, kann problemlos 300 Euro Materialwert haben. Das ist kein Betrug, sondern der Unterschied zwischen einem Konsumgut und einem Rohstoff. Anders liegt der Fall bei Stücken mit Sammlerwert, bei signierten Arbeiten bekannter Manufakturen und bei antikem Schmuck. Hier lohnt sich vor dem Einschmelzen ein Gutachten.

Was beim Wiegen nicht dazugehört

Zwischen dem Gewicht auf der Waage und dem abrechnungsfähigen Goldgewicht liegen oft mehrere Gramm. Edelsteine und Perlen zählen nicht zum Gold, ein seriöser Ankäufer weist diesen Abzug getrennt aus oder löst die Steine vorher heraus und gibt sie zurück. Bei größeren Brillanten von etwa einem Drittel Karat an lohnt eine eigene Bewertung, verrechnen Sie sie nicht mit dem Gold. Ebenfalls nicht ins Gewicht dürfen Broschennadeln, Uhrwerke und Ohrsteckerverschlüsse, die häufig aus Stahl bestehen, sowie Gummizüge und Federn.

Zwei Sonderfälle sorgen immer wieder für Ärger. Kettenglieder und Verschlüsse werden mit Goldlot verbunden, das einen geringeren Goldgehalt hat als das Stück selbst, was den tatsächlichen Gehalt einer filigranen Kette leicht drücken kann. Und Stücke mit Kennzeichnungen wie GF, Doublé oder plaqué sind nur vergoldet. Sie tragen eine hauchdünne Goldschicht auf unedlem Kern, ihr Materialwert ist meist zu vernachlässigen. Kein Abzug ist dagegen die Rhodinierung, also die dünne weiße Beschichtung von Weißgold. Sie verfälscht nur den optischen Eindruck, denn rhodiniertes 585er Weißgold sieht aus wie Silber.

Nicht jedes echte Stück ist gestempelt, und nicht jeder Stempel stimmt. In Deutschland gibt es anders als in Frankreich oder Großbritannien keine allgemeine Pflicht zur Punzierung. Der Stempel ist freiwillig, muss aber zutreffen, wenn er angebracht wird. Zur Prüfung dienen der klassische Strichtest mit Prüfsäure auf einem Prüfstein, die zerstörungsfreie Röntgenanalyse, die die Zusammensetzung in Sekunden bestimmt, und die Messung der Dichte über die Wasserverdrängung. Ein Ankäufer, der ohne jede Prüfung ein Pauschalangebot macht, arbeitet nicht sorgfältig. Kettner Edelmetalle prüft eingehende Ware nach einem ISO-konformen Verfahren, bevor überhaupt ein Preis genannt wird.

Gut vorbereitet ins Ankaufsgespräch

Wer mit einer eigenen Aufstellung in ein Gespräch geht, verhandelt aus einer deutlich besseren Position. Die Vorbereitung dauert eine halbe Stunde. Fotografieren Sie alle Stücke einzeln, bevor Sie sie aus der Hand geben, das gilt besonders beim Versand. Wiegen Sie jede Legierungsgruppe getrennt und halten Sie die Zahlen schriftlich fest. Notieren Sie den Goldpreis mit Datum und Uhrzeit, denn ein Angebot, das auf dem Kurs von gestern beruht, ist heute nicht mehr belastbar. Rechnen Sie den Materialwert aus und legen Sie vorher fest, welchen Preis Sie mindestens erzielen wollen.

Holen Sie mindestens zwei Angebote ein, davon möglichst eines von einer Scheideanstalt oder einem Onlineankäufer mit veröffentlichter Preisliste. Achten Sie dabei auf die Nebenkosten, denn Schmelzgebühren, Analysekosten, Versand und Zuschläge für kleine Mengen können ein scheinbar gutes Angebot entwerten. Fragen Sie deshalb immer nach dem Betrag, der am Ende tatsächlich ausgezahlt wird. Beim Postversand gilt: nur versichert und mit dokumentiertem Wareneingang. Klären Sie vorab, ob der Ankäufer eine Rücksendung übernimmt, falls Sie sein Angebot ablehnen, und ob Ihre Stücke bis dahin unversehrt bleiben.

Drei Fehler kosten dabei besonders viel Geld. Der erste ist die Verwechslung von Unzen- und Grammpreis. Eine Feinunze sind gut 31 Gramm, wer den Unzenkurs versehentlich für den Grammpreis nimmt, überschätzt sein Altgold um ein Vielfaches und hält am Ende jedes reale Angebot für Betrug. Der zweite ist die Entscheidung unter Zeitdruck. Ein Angebot, das nur heute gelten soll, ist ein Verkaufsargument und kein Marktmechanismus. Der dritte ist das Einschmelzen von Sammlerstücken, denn alte Münzen, signierter Designerschmuck und antike Uhren bringen oft ein Vielfaches ihres Materialwerts. Hintergründe zur Warengruppe insgesamt finden Sie im Lexikoneintrag Altgold, und für Kronen und Brücken gilt eine eigene Rechnung, die wir im Beitrag Zahngold und sein tatsächlicher Wert aufgeschlüsselt haben.

Vom Bruchgold zum Anlagegold

Ein Haufen Bruchgoldschmuck links, daneben gestapelte Goldbarren und geprägte Anlagemünzen
Schmuckgold muss aufwendig geprüft werden, Anlagegold ist standardisiert. Beim Wiederverkauf macht das den Unterschied.

Viele Verkäufer wollen ihr Altgold nicht in Bargeld tauschen, sondern in eine Form bringen, die sich später leichter und mit geringerem Abschlag wieder veräußern lässt. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied. Ein Schmuckstück ist ein Einzelstück mit unbekanntem Gehalt, ein Barren oder eine gängige Anlagemünze dagegen ein standardisiertes Produkt mit geprüfter Feinheit, das weltweit ohne eigene Analyse nahe am Marktpreis gehandelt wird.

Praktisch macht sich das an drei Stellen bemerkbar. Beim Barren genügen Prägung und Seriennummer, während beim Schmuck Waage und Analyse nötig sind. Der Abstand zwischen An- und Verkaufspreis fällt bei gängigen Anlageprodukten deutlich enger aus als bei Bruchgold. Und steuerlich sind Barren und Münzen begünstigt, denn Anlagegold ist in der EU von der Umsatzsteuer befreit, während Schmuck beim Neukauf voll besteuert wird.

Wer den Erlös aus einer Schmuckschatulle umschichtet, sollte auf die Stückelung achten. Kleine Einheiten lassen sich flexibler verkaufen, größere haben in der Regel den geringeren prozentualen Aufschlag. Einen Überblick über die Formate bieten die Kategorien Goldbarren, 1-Gramm-Goldbarren und Krügerrand. Ob sich Schmuck überhaupt als Wertanlage eignet, ordnet der Beitrag Goldschmuck als Wertanlage ein.

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Steuern beim Verkauf von Altgold

Der Verkauf von privatem Altgold gehört steuerlich zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Liegen zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als zwölf Monate, bleibt ein Gewinn steuerfrei. Innerhalb dieser Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Kalenderjahr. Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag: Wird die Grenze erreicht, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig und nicht nur der Teil darüber. Bei geerbtem oder geschenktem Schmuck zählt der Zeitpunkt, an dem der Vorbesitzer das Stück gekauft hat, weshalb die Frist in der Praxis fast immer längst abgelaufen ist.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Wie Ihr Verkauf steuerlich zu behandeln ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Bei größeren Beträgen, unklarer Herkunft der Stücke oder mehreren Verkäufen im selben Jahr sollten Sie steuerlichen Rat einholen und einen Steuerberater einbeziehen.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Preis von 585er Gold pro Gramm?

Multiplizieren Sie den aktuellen Goldpreis je Gramm reines Gold mit 0,585. Bei einem Kurs von 121 Euro je Gramm ergibt das rund 70,80 Euro Materialwert für ein Gramm 585er Gold. Der Ankaufspreis liegt darunter, weil der Händler Prüfung, Einschmelzen und Marge einkalkuliert.

Was ist 333er Gold pro Gramm wert?

333er Gold enthält 33,3 Prozent reines Gold. Bei 121 Euro je Gramm entspricht das einem Materialwert von rund 40,30 Euro je Gramm. Weil der Goldanteil niedrig ist, fällt der prozentuale Abschlag der Ankäufer hier häufig etwas höher aus als bei 750er Ware, denn der Aufwand für Analyse und Trennung ist pro Gramm derselbe.

Lohnt sich der Verkauf einzeln oder als Konvolut?

Für reines Bruchgold ohne Sammlerwert ist der Verkauf als Konvolut praktischer, sofern nach Legierungen getrennt abgerechnet wird. Einzeln lohnt sich der Verkauf bei Stücken mit Marken-, Design- oder Antiquitätenwert, denn dort liegt der erzielbare Preis oft deutlich über dem Materialwert.

Wie erkenne ich einen unseriösen Goldankäufer?

Warnzeichen sind eine nicht geeichte Waage, ein fehlender Nachweis des zugrunde gelegten Tagespreises, keine getrennte Erfassung der Legierungen, ein Ankauf ohne jede Echtheitsprüfung sowie Zeitdruck und Pauschalangebote für alles zusammen. Seriöse Ankäufer legen Gewicht, Goldgehalt, Tageskurs und Abschlag offen und dokumentieren den Vorgang schriftlich.

Muss ich beim Goldverkauf meinen Ausweis vorlegen?

Ab bestimmten Beträgen ja. Das Geldwäschegesetz verpflichtet Edelmetallhändler, die Identität ihres Vertragspartners festzustellen, bei Bargeschäften bereits ab 2.000 Euro. Diese Schwelle wurde Anfang 2020 von 10.000 Euro abgesenkt und gilt für Käufer wie Verkäufer. Darunter besteht keine gesetzliche Pflicht, viele Ankäufer dokumentieren den Vorgang aber ohnehin, weil sie Herkunft und Abrechnung nachweisen können müssen.

Was passiert mit dem Altgold nach dem Ankauf?

Es wird sortiert, eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt raffiniert. Dabei werden Gold, Silber, Kupfer und gegebenenfalls Palladium voneinander getrennt. Das gewonnene Gold fließt zurück in den Kreislauf und wird zu Barren, Münzen oder neuem Schmuck verarbeitet. Recycling ist dabei keine Randgröße, sondern deckt nach Branchendaten etwa ein Viertel des weltweiten Goldangebots, und der überwiegende Teil davon stammt aus altem Schmuck.

Alle Rechenbeispiele erläutern den Rechenweg und beruhen auf einem angenommenen Goldpreis. Edelmetallpreise schwanken, maßgeblich ist stets der Kurs zum Zeitpunkt Ihres Verkaufs. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung.

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