Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle

Gold in Dubai kaufen: Was Gold Souk, 22 Karat und der Zoll bei der Rückreise wirklich bedeuten

Chart wird geladen

Kaum ein Urlaubsziel ist so eng mit Gold verknüpft wie Dubai. Wer durch die Gassen des Gold Souk in Deira läuft, sieht hinter Panzerglas mehr Edelmetall als in jeder deutschen Fußgängerzone – und hört von allen Seiten, hier sei Gold „viel günstiger". Der Satz stimmt und stimmt zugleich nicht: Der Materialpreis folgt dem Weltmarkt, die Differenz entsteht bei Verarbeitungsaufschlag, Karat, Mehrwertsteuer und Wechselkurs. Dieser Beitrag rechnet den vermeintlichen Preisvorteil nüchtern durch und zeigt, was bei der Rückreise am Zoll und beim späteren Verkauf in Deutschland wirklich zählt.

Beleuchtete Schaufenster eines orientalischen Goldmarkts in der Abenddämmerung
Hunderte Läden auf engem Raum: Der Gold Souk lebt vom Wettbewerb der Händler – der Materialpreis ist überall derselbe.

Warum Dubai als „City of Gold" gilt

Dubai ist seit Jahrzehnten ein Umschlagplatz für Edelmetall zwischen Asien, Afrika und Europa. Der Gold Souk in Deira bündelt mehrere hundert Läden auf wenigen Gassen, dazu kommen der Meena Bazaar, der Gold & Diamond Park und die Juweliere in den großen Malls. Die Dichte an Anbietern erzeugt echten Preisdruck – niemand kann sich hier dauerhaft einen Fantasieaufschlag leisten, ohne dass der Kunde drei Türen weitergeht.

Dazu kommt ein regulatorischer Rahmen, der für Käufer relevant ist: Gold muss punziert sein, die Feinheit wird von akkreditierten Prüfstellen bestätigt, und Händler sind verpflichtet, auf Nachfrage ein Zertifikat auszustellen, das Karatzahl, reines Goldgewicht, Steingewicht und Arbeitskosten getrennt ausweist. Genau dieses Dokument ist der Hebel, mit dem Sie einen Kauf überhaupt erst bewerten können.

Der entscheidende Punkt wird im Urlaub aber selten mitgedacht: Der Souk ist ein Schmuckmarkt, kein Anlagemarkt. Was dort in den Vitrinen liegt, ist überwiegend Schmuckgold mit 18, 21 oder 22 Karat – Ware, die nach anderen Regeln bepreist, besteuert, verzollt und wieder angekauft wird als Barren und Anlagemünzen.

Wie sich der Preis im Gold Souk zusammensetzt

Der Endpreis eines Schmuckstücks besteht in Dubai aus drei klar trennbaren Bausteinen. Wer sie nicht trennt, kann nicht verhandeln – und vergleicht am Ende Äpfel mit Birnen.

1. Der Materialwert: Tageskurs mal Feingoldgewicht

Der Goldpreis pro Gramm ist in Dubai nicht Verhandlungssache. Er wird täglich von der Dubai Gold and Jewellery Group je Karatstufe veröffentlicht und hängt am internationalen Spotpreis. Jeder Laden muss den Tageskurs sichtbar aushängen. Weicht der genannte Grammpreis nach oben ab, wird der Aufschlag heimlich ins Material gerechnet – ein Warnsignal.

Die Karatzahl bestimmt, wie viel Feingold tatsächlich im Stück steckt:

Karatstufen und tatsächlicher Goldanteil
KaratFeingehaltPunzeTypische Verwendung
24 Karat999 / 1000999Barren, Anlagemünzen
22 Karatca. 916,7 / 1000916Ketten, Armreifen, indischer Stil
21 Karat875 / 1000875Alltagsschmuck arabischer Prägung
18 Karat750 / 1000750Ringe mit Steinen, Designerstücke

Eine 22-karätige Kette mit 20 Gramm Gesamtgewicht enthält also rund 18,3 Gramm Feingold. Bezahlt wird aber das Bruttogewicht zum 22-Karat-Kurs – plus alles, was noch dazukommt.

2. Die Arbeitskosten („making charges")

Der Verarbeitungsaufschlag ist der eigentliche Verhandlungsspielraum. Händler rechnen ihn entweder als festen Betrag je Gramm oder als Prozentsatz auf den Materialwert. Die Spannen sind erheblich und hängen an der Komplexität des Stücks:

  • Einfache Maschinenware (glatte Ketten, schlichte Reifen): grob 3 bis 8 Prozent
  • Standarddesigns (Colliers, Ohrringe): grob 8 bis 15 Prozent
  • Handarbeit mit aufwendiger Gravur: 15 bis 25 Prozent
  • Antik- und Traditionsarbeiten: bis 35 Prozent und mehr
  • Barren und Anlagemünzen: minimaler bis gar kein Arbeitsaufschlag

Diese Kosten sind in Dubai üblicherweise verhandelbar, bei größeren Käufen deutlich stärker als bei einem einzelnen Ring. Der wichtigste Satz im Laden lautet deshalb nicht „Was kostet die Kette?", sondern: „Wie hoch ist der Arbeitsaufschlag pro Gramm?" Erst diese Zahl macht zwei Angebote vergleichbar.

3. Mehrwertsteuer und Touristenerstattung

In den Vereinigten Arabischen Emiraten fallen auf Schmuck 5 Prozent Mehrwertsteuer an – und zwar auf den gesamten Rechnungsbetrag, also auch auf die Arbeitskosten. Reisende können sich diese Steuer bei der Ausreise über das offizielle Erstattungssystem zurückholen, sofern das Geschäft daran teilnimmt, die Rechnung mindestens 250 Dirham ausweist und Sie die Ware tatsächlich ausführen. Zurück kommt nach Angaben der Betreiber rund 85 Prozent der gezahlten Steuer, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr je Rechnung – und der Vorgang braucht Zeit vor dem Abflug.

Für Anlagegold gilt in den VAE ein Nullsatz: Barren, Plättchen und Münzen mit einer Feinheit von mindestens 99 Prozent in einer am Weltmarkt handelbaren Form sind von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Verlassen Sie sich darauf aber nicht blind – die Einordnung hängt an Feinheit, Form und der korrekten Ausweisung durch den Händler. Prüfen Sie deshalb, ob auf der Rechnung tatsächlich 0 Prozent Steuer stehen. Steht dort ein Steuerbetrag, haben Sie Schmuck- oder Sammlerware gekauft, kein Anlagegold.

Goldschmuck wird auf einer Feinwaage gewogen
Gewicht, Karat, Grammpreis, Arbeitsaufschlag, Steuer: Ohne diese fünf Angaben auf der Rechnung lässt sich kein Angebot bewerten.

Die Rechnung: Wo der Preisvorteil verpufft

Rechnen wir ein realistisches Beispiel durch – bewusst in Prozentwerten, weil der Goldpreis täglich schwankt. Ausgangspunkt: eine 22-karätige Kette, 20 Gramm, Arbeitsaufschlag 12 Prozent, Mehrwertsteuer 5 Prozent.

Preisbausteine eines Schmuckkaufs im Souk (Beispiel)
PositionAnteilWiederverkaufsrelevant?
Materialwert (18,3 g Feingold)100 %ja
Arbeitsaufschlag+ ca. 12 %nein
Mehrwertsteuer VAE+ 5 % (erstattbar)nein
Wechselkurs- und Kartenkosten+ 1 bis 3 %nein
Zoll und Einfuhrumsatzsteuer über der Freimenge+ rund 22 % (2,5 % Zoll, 19 % EUSt)nein

Der Materialwert entspricht dem Weltmarkt – der ist in Dubai nicht billiger als in Deutschland, sondern identisch. Alles darüber ist Aufschlag. Und jeder dieser Aufschläge ist beim Wiederverkauf verloren, weil ein Ankäufer den Materialwert bezahlt, nicht die Handwerkskunst.

Der Wechselkurs-Fehler

Zahlen Sie mit Karte, bietet das Terminal oft die Abrechnung in Euro an. Diese „Dynamic Currency Conversion" wird vom Zahlungsdienstleister vor Ort bepreist und ist regelmäßig teurer als die Abrechnung Ihrer Bank. Wählen Sie im Zweifel die Landeswährung Dirham. Bei Barzahlung entscheidet der Umtauschkurs am Wechselschalter – im Flughafen typischerweise am ungünstigsten.

Schmuckgold ist kein Anlagegold – der Unterschied ist gesetzlich definiert

Der zentrale Denkfehler beim Souk-Kauf ist die Gleichsetzung von „Gold" und „Goldanlage". Das deutsche Umsatzsteuerrecht zieht in § 25c UStG eine scharfe Grenze. Als Anlagegold gilt:

  1. Barren und Plättchen mit einem Feingehalt von mindestens 995/1000 und einem im Edelmetallhandel akzeptierten Gewicht
  2. Goldmünzen mit einem Feingehalt von mindestens 900/1000, die nach 1800 geprägt wurden, im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und deren Verkaufspreis den Goldwert um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt

Anlagegold ist damit in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit – beim Kauf im Inland ebenso wie bei der Einfuhr. Schmuck erfüllt diese Kriterien nie: 22 Karat entsprechen rund 916/1000 und liegen damit unter der Barrengrenze, und ein Armreif ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Für den Zoll ist Goldschmuck deshalb schlicht eine Ware wie eine Handtasche.

Vergleich von Goldschmuck und neutralen Goldbarren und Goldmünzen auf dunklem Untergrund
Gleiches Metall, völlig unterschiedliche Behandlung: Schmuck ist zollrechtlich eine Ware, Barren und qualifizierte Münzen sind Anlagegold.

Anlagegold in Dubai: Barren und Münzen statt Vitrinenware

Wer in Dubai tatsächlich Anlagegold kaufen will, muss den Souk als Schmuckmarkt verlassen und zu Händlern gehen, die geprägte Barren nach Standard des Edelmetallmarkts führen. Dort gelten andere Spielregeln: Der Aufschlag auf den Materialwert ist gering, dafür zählt allein die Marke der Prägeanstalt, die Feinheit und die Nachvollziehbarkeit der Ware.

Praktisch stellen sich dabei drei Fragen, die im Urlaub selten sauber beantwortet werden:

  • Herkunftsnachweis: Lässt sich der Barren später in Europa problemlos zuordnen? Prägeanstalten mit europäischer Reputation sind hier klar im Vorteil.
  • Seriennummer und Zertifikat: Sind Nummer, Gewicht und Feinheit auf Ware und Beleg identisch?
  • Rückkauf: Wer nimmt Ihnen die Ware in Deutschland zu welchen Konditionen wieder ab? Ein Barren ohne belastbaren Ankaufsmarkt kostet beim Verkauf Prüfaufwand und Abschlag.

Genau an diesem Punkt relativiert sich der Reisevorteil: Bei standardisierten Produkten wie einem 1-Unze-Goldbarren von Heraeus oder einem 1-Unze-Krügerrand liegt der Aufschlag auch im deutschen Handel im niedrigen einstelligen Prozentbereich – ohne Flugkosten, ohne Zollrisiko, mit dokumentiertem Rückkauf.

Produkte werden geladen…

Die Rückreise: Was der Zoll wirklich verlangt

Hier scheitert der Urlaubskauf am häufigsten – nicht weil etwas verboten wäre, sondern weil Reisende die Anmeldung vergessen. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind für die EU ein Drittland. Maßgeblich ist nicht, was Sie in Dubai ausführen dürfen, sondern was Sie in Deutschland einführen.

Goldschmuck: Reisefreimenge 430 Euro

Schmuck fällt unter die allgemeine Reisefreimenge für Waren. Bei Flug- und Seereisen liegt sie bei 430 Euro, bei anderen Reisewegen bei 300 Euro, für Reisende unter 15 Jahren bei 175 Euro. Die Grenze gilt pro Person und ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wird sie überschritten, wird der komplette Wert abgabenpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.

  • Bis 700 Euro Warenwert kann auf Antrag ein pauschalierter Abgabensatz von 17,5 Prozent angewendet werden, der Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zusammenfasst. Bei Waren aus Ländern mit Zollpräferenzen sind es 15 Prozent – die Vereinigten Arabischen Emirate gehören nicht dazu.
  • Darüber wird nach Zolltarif gerechnet: 2,5 Prozent Zoll auf Goldschmuck plus 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf den Wert einschließlich Zoll. Nur goldplattierte Ware aus unedlem Metall fällt mit 4 Prozent Zoll höher aus.
  • Ohne Kaufbeleg schätzt der Zoll den Wert – meist nicht zu Ihren Gunsten. Rechnung und Echtheitszertifikat gehören ins Handgepäck, nicht in den Koffer.

Ein Beispiel mit Zahlen: Für eine 22-Karat-Kette im Wert von 2.000 Euro fallen 50 Euro Zoll an (2,5 Prozent). Die Einfuhrumsatzsteuer wird auf 2.050 Euro berechnet und beträgt 389,50 Euro. Zusammen sind das 439,50 Euro – knapp 22 Prozent des Kaufpreises, zusätzlich zum bereits gezahlten Arbeitsaufschlag und zur emiratischen Mehrwertsteuer. Der „günstige Urlaubskauf" ist damit rechnerisch erledigt.

Anlagegold: abgabenfrei, aber anmeldepflichtig ab 10.000 Euro

Für Anlagegold nach den oben genannten Kriterien fällt keine Einfuhrumsatzsteuer an, und ein Zollsatz greift ebenfalls nicht. Eine mengenmäßige Obergrenze gibt es nicht. Davon unabhängig gilt jedoch die Barmittel-Anmeldepflicht: Bei der Ein- oder Ausreise über eine EU-Außengrenze müssen Barmittel und gleichgestellte Werte – dazu zählt Gold hoher Feinheit – ab einem Gesamtwert von 10.000 Euro unaufgefordert und schriftlich angemeldet werden. Das entsprechende Formular gibt es beim Zoll in deutscher und englischer Fassung.

Kurz zusammengefasst

  • Schmuck über 430 Euro (Flug/See): mündlich anmelden, 2,5 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer einkalkulieren – bis 700 Euro Warenwert alternativ 17,5 Prozent pauschal.
  • Anlagegold: abgabenfrei, keine Mengengrenze – aber ab 10.000 Euro Gesamtwert schriftliche Anmeldung.
  • Immer: Originalrechnung mitführen, Ware im Handgepäck, roten Ausgang wählen statt „grün" zu riskieren.

Die Angaben geben den allgemeinen Rechtsrahmen wieder und ersetzen keine steuerliche oder zollrechtliche Beratung. Prüfen Sie die aktuellen Bestimmungen vor Reiseantritt beim deutschen Zoll.

Zollschalter am Flughafen mit Goldbarren und Kaufbeleg auf dem Kontrolltisch
Wer bei der Einreise ohne Beleg auffällt, verliert die Kontrolle über die Wertermittlung – und riskiert ein Steuerstrafverfahren.

Was beim Wiederverkauf in Deutschland tatsächlich vergütet wird

Der ehrlichste Test für jeden Goldkauf ist die Frage: Was bekomme ich zurück, wenn ich morgen verkaufe? Beim Schmuckgold aus dem Souk lautet die Antwort ernüchternd:

  • Bewertet wird das Feingoldgewicht, nicht das Bruttogewicht. Aus 20 Gramm 22-Karat-Kette werden rund 18,3 Gramm bewertbares Gold.
  • Der Arbeitsaufschlag wird nicht vergütet. Design, Gravur und Markenname sind für einen Scheideanstalt-Ankauf ohne Wert.
  • Es fällt ein Ankaufsabschlag an, weil das Material eingeschmolzen und raffiniert werden muss. Schmuck ist damit im Ankauf grundsätzlich schlechter gestellt als standardisierte Barren.
  • Steine werden abgezogen, ihr Gewicht zählt nicht zum Gold, ein eigener Wert wird ihnen im Edelmetallankauf meist nicht zugerechnet.

Bei standardisiertem Anlagegold ist die Rechnung eine andere: Ein Krügerrand oder ein Barren einer bekannten Prägeanstalt ist weltweit ohne Diskussion handelbar, die Spanne zwischen An- und Verkauf ist eng und wird täglich am Materialwert festgemacht. Genau deshalb existiert die Kategorie Goldbarren überhaupt getrennt vom Schmuckmarkt.

Und der Steuervorteil beim Verkauf?

Für Privatpersonen gilt in Deutschland: Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr als privates Veräußerungsgeschäft steuerfrei. Wird innerhalb der Jahresfrist verkauft, greift § 23 EStG – mit einer Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr, die seit 2024 gilt und die zuvor geltenden 600 Euro ersetzt. Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Diese Behandlung hängt am Gold selbst, nicht am Kaufort – ein Dubai-Kauf bringt hier keinen zusätzlichen Vorteil, wohl aber zusätzliche Nachweispflichten, weil Sie Anschaffungszeitpunkt und -preis belegen müssen. Für Goldmünzen und Barren gilt das gleichermaßen.

Preisentwicklung im Blick: die Basis jeder Kaufentscheidung

Egal ob Souk oder deutscher Händler – der Materialwert ist die gemeinsame Referenz. Wer einen Kauf plant, sollte den aktuellen Goldpreis kennen und ihn ins Verhältnis zum genannten Grammpreis setzen.

Chart wird geladen

Ein Grammpreis lässt sich in Sekunden prüfen: Feinunze-Preis geteilt durch 31,1035 ergibt den Preis je Gramm Feingold. Multipliziert mit dem Feingehalt (0,9167 bei 22 Karat) erhalten Sie den Materialwert je Gramm Schmuck. Was der Händler darüber verlangt, ist Aufschlag – und damit verhandelbar oder ein Grund, weiterzugehen.

News werden geladen…

Checkliste: Wenn Sie in Dubai kaufen wollen

  1. Tageskurs vorher prüfen und den Grammpreis je Karatstufe notieren.
  2. Arbeitsaufschlag getrennt erfragen – in Prozent oder je Gramm, nie als Gesamtpreis akzeptieren.
  3. Mindestens drei Läden vergleichen, bevor Sie verhandeln. Bei identischem Design sind mehrere Prozentpunkte Unterschied normal.
  4. Punze und Zertifikat verlangen: Karat, Feingoldgewicht, Steingewicht, Arbeitskosten, Steuer, Händlernummer.
  5. In Dirham zahlen, nicht in Euro abrechnen lassen.
  6. Steuererstattung am Flughafen einplanen – sie kostet Zeit vor dem Abflug.
  7. Zoll kalkulieren, bevor Sie kaufen, nicht danach. Über 430 Euro Schmuckwert ändert sich die Rechnung grundlegend.
  8. Belege aufbewahren – für den Zoll, für die Versicherung und für einen späteren Verkauf.

Die nüchterne Bilanz

Als Souvenir und Schmuckstück kann ein Kauf im Gold Souk Freude machen – die Auswahl ist groß, die Handwerkskunst oft beachtlich, und die Preistransparenz ist besser als auf vielen anderen Märkten. Als Geldanlage trägt der Kauf nicht: Arbeitsaufschlag, Steuer, Wechselkurs und mögliche Einfuhrabgaben summieren sich zu einem Aufgeld, das der Materialwert erst über Jahre wieder einholen müsste. Wer Gold zur Vermögenssicherung kauft, greift zu standardisierter Ware – als Barren oder Anlagemünze, umsatzsteuerfrei nach § 25c UStG, mit klarer Ankaufsbasis.

Häufige Fragen zum Goldkauf in Dubai

Ist Gold in Dubai wirklich billiger als in Deutschland?

Der Materialwert ist identisch, weil er am Weltmarktpreis hängt. Günstiger sind in Dubai tendenziell die Arbeitsaufschläge auf Schmuck, weil der Wettbewerb im Souk hoch ist und verhandelt wird. Dieser Vorteil wird für deutsche Reisende jedoch durch Wechselkurskosten und mögliche Einfuhrabgaben ganz oder teilweise aufgezehrt. Bei Anlagegold in Barrenform ist der Unterschied zum deutschen Handel gering.

Wie viel Gold darf ich zollfrei aus Dubai nach Deutschland mitnehmen?

Für Goldschmuck gilt die Reisefreimenge von 430 Euro bei Flug- und Seereisen (300 Euro bei anderen Reisewegen, 175 Euro für Reisende unter 15 Jahren). Wird sie überschritten, werden 2,5 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf den gesamten Wert fällig; bis 700 Euro Warenwert kann auf Antrag ein Pauschalsatz von 17,5 Prozent angewendet werden. Anlagegold nach § 25c UStG ist dagegen abgabenfrei, muss aber ab einem Gesamtwert von 10.000 Euro schriftlich beim Zoll angemeldet werden.

Was bedeutet 22 Karat konkret?

22 Karat entsprechen einem Feingehalt von rund 916,7 Tausendsteln, also etwa 91,7 Prozent Gold. Der Rest sind Legierungsmetalle, die den Schmuck alltagstauglich machen. In einem 20-Gramm-Stück stecken damit rund 18,3 Gramm Feingold – und nur dieses Gewicht wird beim Ankauf in Deutschland vergütet.

Bekomme ich die 5 Prozent Mehrwertsteuer aus den VAE zurück?

Als Reisender können Sie die Mehrwertsteuer auf Schmuckkäufe über das offizielle Erstattungsverfahren zurückfordern, wenn die Rechnung korrekt ausgestellt wurde, das Geschäft am System teilnimmt und Sie die Ware ausführen. Der Mindestrechnungsbetrag liegt bei 250 Dirham. Erstattet wird nicht der volle Betrag: Nach Angaben der Betreiber fließen rund 85 Prozent der gezahlten Steuer zurück, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr je Rechnung. Bei 5 Prozent Steuer bleibt der Effekt also überschaubar – gemessen am Kaufpreis sind es gut vier Prozent.

Kann ich Goldschmuck aus Dubai später problemlos in Deutschland verkaufen?

Verkaufen können Sie ihn, aber bewertet wird ausschließlich das enthaltene Feingold abzüglich eines Ankaufsabschlags für Prüfung und Aufbereitung. Arbeitsaufschlag, Design und Markenname fließen nicht in den Preis ein. Standardisierte Barren und Anlagemünzen erzielen im Ankauf regelmäßig deutlich engere Spannen als Schmuck.

Woran erkenne ich einen seriösen Händler im Gold Souk?

Ein seriöser Händler weist den Tageskurs sichtbar aus, nennt den Arbeitsaufschlag von sich aus getrennt, wiegt vor Ihren Augen und stellt eine Rechnung aus, auf der Gewicht, Karat, Grammpreis, Arbeitskosten, Steuer und die Registriernummer des Geschäfts stehen. Wer diese Positionen nicht einzeln ausweisen will, ist kein Verhandlungspartner.

Was passiert, wenn ich den Schmuck bei der Einreise nicht anmelde?

Die Einfuhr abgabenpflichtiger Ware ohne Anmeldung kann als Steuerordnungswidrigkeit oder – je nach Wert und Vorsatz – als Steuerstraftat verfolgt werden. Neben der Nachforderung der Abgaben drohen Zuschläge und im Einzelfall die Einziehung der Ware. Der Gang durch den roten Ausgang mit Rechnung in der Hand ist der deutlich günstigere Weg.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Zoll- und Steuervorschriften können sich ändern; maßgeblich sind die zum Reisezeitpunkt gültigen Bestimmungen der zuständigen Behörden.

webinar zugriff 0826 bg 2
LIVE • Mi., 26. August • 19:00 Uhr

Der große ZugriffDas große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.

Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.

15Tage
:
06Std.
:
56Min.
:
57Sek.
Ein anonymer Banken-Insider packt aus – nur live
12.000Anmeldungen
4,9/5Google

Die Stimmen des Abends

Ernst Wolff

ErnstWolff

Dr. Hans-Georg Maaßen

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. Ulrike Guérot

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. Paul Brandenburg

Dr. PaulBrandenburg

Gerald Grosz

GeraldGrosz

Tom-Oliver Regenauer

Tom-OliverRegenauer

Der Insider

Bankeninsider(anonym)

Ähnliche Artikel

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen