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Ressourcennationalismus im Sahel – wie Mali, Burkina Faso und Niger das Goldangebot verändern

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Wer über den Goldpreis spricht, denkt meist an Notenbanken, Zinsen und Krisen. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie viel Gold überhaupt neu aus der Erde kommt. Genau hier hat sich in Westafrika in kurzer Zeit viel verändert. In Mali, Burkina Faso und Niger bestimmen die Regierungen seit einigen Jahren deutlich stärker mit, wem Minen gehören, welche Abgaben fällig werden und wo das Gold verarbeitet wird. Für Anleger ist das mehr als ein Thema der Außenpolitik – es berührt das künftige Goldangebot und zeigt anschaulich, worin sich eine Minenbeteiligung von Gold im eigenen Besitz unterscheidet.

Was hinter dem Begriff Ressourcennationalismus steckt

Ressourcennationalismus meint das Bestreben eines Staates, mehr vom Wert seiner Bodenschätze im eigenen Land zu halten. Die Mittel dafür sind seit Jahrzehnten bekannt. Regierungen erhöhen Abgaben, sichern sich größere Anteile an Bergbauprojekten, verlangen die Verarbeitung im Inland oder beschränken die Ausfuhr. Im äußersten Fall übernehmen sie Betriebe ganz. Das Phänomen ist keineswegs auf Afrika beschränkt. Ähnliche Debatten gab es in Indonesien, Tansania oder Lateinamerika, und sie häufen sich typischerweise dann, wenn Rohstoffpreise hoch sind. Je teurer das Metall, desto mehr kann ein Staat abschöpfen, ohne dass eine Mine unwirtschaftlich wird.

Im Sahel kam ein politischer Wandel hinzu. Nach Militärputschen in Mali, Burkina Faso und Niger zwischen 2020 und 2023 schlossen sich die drei Länder zur Allianz der Sahel-Staaten zusammen. Die neuen Regierungen stellen die Kontrolle über Rohstoffe in den Mittelpunkt ihrer Politik. Sie argumentieren, dass ausländische Konzerne über Jahrzehnte den größten Teil der Gewinne aus dem Land gebracht hätten, während die Bevölkerung wenig davon gehabt habe. Höhere Einnahmen sollen künftig Straßen, Schulen und den Aufbau einer eigenen Industrie finanzieren. Internationale Bergbauunternehmen sehen dagegen vor allem, dass Verträge, auf die sie sich verlassen haben, nachträglich geändert werden.

Wirtschaftlich betrifft das eine Region mit Gewicht. Mali und Burkina Faso gehören zu den größten Goldproduzenten Afrikas, und Westafrika insgesamt war in den vergangenen zwanzig Jahren eine der wichtigsten Wachstumsregionen im Goldbergbau. Wer dort die Spielregeln ändert, beeinflusst also auch, wie viel Gold in Zukunft gefördert wird.

Der Streit um Malis größte Goldmine

Kein Fall zeigt die neue Härte so deutlich wie die Auseinandersetzung zwischen Mali und dem kanadischen Bergbaukonzern Barrick. Im Mittelpunkt stand Loulo-Gounkoto im Südwesten des Landes, die größte Goldmine Malis und über Jahre einer der ertragreichsten Betriebe des Konzerns. Auslöser war ein neues Bergbaugesetz von 2023, das höhere Steuern und mehr staatliche Beteiligung vorsah. Umstritten war vor allem, ob diese Regeln auch für eine Mine gelten, die lange vorher nach altem Recht genehmigt worden war.

Der Konflikt verschärfte sich Schritt für Schritt. Zunächst durfte kein Gold mehr ausgeführt werden, im Januar 2025 beschlagnahmten die Behörden Goldbestände, und Barrick stellte daraufhin den Betrieb ein. Im Juni 2025 stellte ein Gericht in Bamako die Mine unter vorläufige staatliche Verwaltung, um die Förderung wieder aufzunehmen. Mehrere Mitarbeiter des Unternehmens wurden festgenommen, parallel rief Barrick ein internationales Schiedsgericht an. Malis Goldförderung aus großen Minen lag Berichten zufolge im Sommer 2025 um mehr als 30 Prozent unter dem Vorjahr.

Ende 2025 einigten sich beide Seiten. Barrick zahlte rund 430 Millionen US-Dollar, erkannte das neue Bergbaugesetz an und zog seine Klagen zurück. Im Gegenzug erhielt der Konzern die Kontrolle über die Mine zurück, die festgenommenen Mitarbeiter kamen frei, und die Genehmigung für Loulo wurde um zehn Jahre verlängert. Seit Dezember 2025 läuft der Betrieb wieder unter der Regie von Barrick, und nach Angaben des Unternehmens kam die Förderung 2026 schneller in Gang als geplant. Das Niveau von 2024 wird im laufenden Jahr trotzdem deutlich verfehlt.

Der Vergleich hat den Streit beendet, die Unsicherheit aber nicht. Offen ist, wie Mali das Gesetz künftig bei anderen Genehmigungen anwendet und ob weitere Änderungen folgen. Für Unternehmen, die über Jahrzehnte planen müssen, ist genau das der entscheidende Punkt.

Burkina Faso und Niger gehen noch weiter

Burkina Faso hat einen direkteren Weg gewählt. Mit einer Reform des Bergbaugesetzes gründete die Regierung unter Hauptmann Ibrahim Traoré 2024 die staatliche Beteiligungsgesellschaft SOPAMIB. Sie soll wichtige Minen besitzen, verwalten und selbst betreiben. Den Anfang machten die Goldminen Boungou und Wahgnion. Ihr früherer Eigentümer hatte sie 2023 für einen Gesamtwert von über 300 Millionen US-Dollar verkauft, der Käufer zahlte jedoch nicht vollständig. Der Staat trat daraufhin selbst ein, überwies dem ursprünglichen Betreiber 60 Millionen US-Dollar und sicherte ihm eine Beteiligung an künftigen Goldverkäufen zu. Beide Minen fördern inzwischen wieder, veröffentlichen aber deutlich weniger Zahlen als früher.

Die Verschiebung ist inzwischen grundlegend. Nach Angaben einer burkinischen Fachpublikation waren Ende 2025 sechs der 15 aktiven großen Goldminen des Landes in einheimischer Hand, drei davon direkt beim Staat. Vor dem Regierungswechsel war es eine einzige. Parallel steigen burkinische Unternehmer in den Sektor ein. Wie schnell staatliche Beteiligung und Übernahme ineinander übergehen können, zeigte der Sommer 2025. Damals verlangte die Regierung von einem australischen Betreiber, ihr zusätzliche 35 Prozent an einer neuen Mine zu überlassen - gegen eine Gegenleistung, deren Höhe zunächst offenblieb. Für ein mittelgroßes Unternehmen mit wenigen Minen kann eine solche Forderung über die Zukunft entscheiden.

Niger spielt beim Gold eine kleinere Rolle, zeigt aber, wie weit der Zugriff reichen kann. Dort entzog die Regierung Ende 2024 einem französischen Konzern die Kontrolle über den Uranabbau und verstaatlichte im Juni 2025 die wichtigste Fördergesellschaft. Die Behörden begründeten das mit dem Verhalten des Betreibers. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück und verwies auf Ausfuhrsperren, die das Gemeinschaftsunternehmen in finanzielle Not gebracht hätten. Für Goldanleger ist vor allem eine Erkenntnis lehrreich. Das wirksamste Druckmittel ist oft nicht die Übernahme, sondern das Ausfuhrverbot. Ein Bergwerk, das nichts verkaufen darf, verdient kein Geld – ganz gleich, wie viel Metall im Lager liegt.

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Eigene Raffinerien und die Frage nach der Herkunft

Der ehrgeizigste Teil der Strategie betrifft nicht die Minen, sondern die Weiterverarbeitung. Im Juni 2025 legte Malis Übergangspräsident Assimi Goïta den Grundstein für eine staatlich kontrollierte Goldraffinerie nahe der Hauptstadt Bamako. Der malische Staat hält die Mehrheit, Partner ist ein russisches Industrieunternehmen. Die Anlage soll deutlich mehr Gold verarbeiten können, als Mali selbst fördert, und damit auch Metall aus den Nachbarländern aufnehmen. Burkina Faso plant eine eigene Raffinerie, andere Staaten der Region haben ihre Gesetze ebenfalls in diese Richtung geändert.

Geschmolzenes Gold wird in einer Raffinerie in eine Barrenform gegossen
Ob Barren aus neuen Raffinerien am Weltmarkt anerkannt werden, hängt davon ab, wie lückenlos ihre Herkunft belegt ist.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Gold aus Mali wurde jahrzehntelang - meist unverarbeitet - ausgeführt und erst in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Südafrika oder in der Schweiz zu Barren veredelt. Der Gewinn aus diesem Schritt fiel also woanders an. Zugleich wirft das Vorhaben die schwierigste Frage des ganzen Themas auf, nämlich die nach der nachweisbaren Herkunft.

Im internationalen Großhandel werden Barren nur akzeptiert, wenn sie von anerkannten Scheideanstalten stammen. Maßgeblich ist dabei eine Liste der Londoner Edelmetallvereinigung LBMA. Um dort aufgenommen zu werden, genügt es nicht, reines Gold in der richtigen Form zu gießen. Eine Raffinerie muss auch belegen, woher ihr Rohmaterial kommt und dass damit keine bewaffneten Konflikte finanziert werden. In einer Region, in der ein großer Teil des Goldes von Kleinschürfern stammt und nach Recherchen von Hilfsorganisationen und Medien auch bewaffnete Gruppen am Goldhandel verdienen, ist das eine hohe Hürde.

Neue Raffinerien im Sahel bedeuten deshalb nicht automatisch mehr Gold, das in europäischen Tresoren oder großen Fonds landen kann. Möglich ist auch, dass Goldströme stärker in Märkte mit weniger strengen Prüfungen fließen. Der Markt könnte sich so weiter aufteilen, in Gold mit sauber belegter Herkunft auf der einen und Gold mit unklarer Herkunft auf der anderen Seite. Für private Käufer in Europa spricht das für Barren und Münzen bekannter, anerkannter Hersteller, wie sie etwa bei 1-Unze-Goldbarren oder klassischen Goldmünzen üblich sind.

Warum die eigentliche Wirkung erst Jahre später sichtbar wird

Kurzfristig verändern staatliche Eingriffe die weltweite Fördermenge meist nur wenig. Eine Mine, die läuft, läuft weiter, auch wenn der Eigentümer wechselt. Selbst ein Ausfall wie in Loulo-Gounkoto fällt bei einer weltweiten Minenproduktion von mehr als 3.600 Tonnen im Jahr kaum ins Gewicht.

Auf lange Sicht sieht das anders aus, denn hier geht es um das Geld für neue Projekte. Vom Fund einer Lagerstätte bis zur ersten geförderten Unze vergehen oft zehn bis fünfzehn Jahre, und die Kosten gehen schnell in die Hunderte Millionen. Solche Summen investiert nur, wer sicher sein kann, dass ihm die Mine auch in zwanzig Jahren noch gehört. Wächst das politische Risiko, hat das vor allem drei Folgen:

  1. Weniger Erkundung: Die einfachste Reaktion auf Unsicherheit ist, keine neuen Probebohrungen mehr zu bezahlen. Das fällt zunächst kaum auf und zeigt sich erst, wenn Jahre später neue Minen fehlen.
  2. Abwanderung des Kapitals: Geld für neue Projekte fließt in Länder, die als verlässlicher gelten, etwa nach Ghana, in die Elfenbeinküste oder ins südliche Afrika.
  3. Abbau auf Sicht: Wer mit dem Verlust seiner Mine rechnet, holt zuerst das beste Erz heraus und verzichtet auf Erweiterungen. Das steigert die Förderung heute und verkürzt die Lebensdauer der Mine.

Hinzu kommt die Frage, ob staatliche Gesellschaften die übernommenen Betriebe auf Dauer so effizient führen können wie erfahrene Bergbaukonzerne. Dafür braucht es Fachleute, Ersatzteile und viel Betriebskapital. Wo sich westliche Unternehmen zurückziehen, springen teilweise russische oder chinesische Firmen ein. Ob die Produktion dabei stabil bleibt, wird sich erst über Jahre zeigen. Auch die angespannte Sicherheitslage in Teilen der Region erschwert den Betrieb und den Transport des Metalls.

Diese Angebotsseite wird am Goldmarkt oft unterschätzt. Anders als beim Öl gibt es beim Gold keine ungenutzte Förderkapazität, die sich bei Bedarf schnell hochfahren ließe. Probebohrungen, die heute ausbleiben, fehlen in den 2030er Jahren als Fördermenge. Wie stark sich das im Preis niederschlägt, hängt allerdings von vielen weiteren Faktoren ab, etwa von der Nachfrage der Notenbanken und Anleger, von der Menge an recyceltem Gold und von der Zinsentwicklung. Verlässliche Preisprognosen lassen sich daraus nicht ableiten.

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Minenaktie oder Gold im eigenen Besitz

Der Sahel führt eine Unterscheidung vor Augen, die im Alltag oft verschwimmt. Wer eine Minenaktie besitzt, besitzt kein Gold. Er hält einen Anteil an einem Unternehmen, das Gold fördern möchte, und dessen Erfolg hängt an vielen Bedingungen, auf die ein Anleger in Europa keinen Einfluss hat. Dazu zählen Steuergesetze, Genehmigungen, die Sicherheitslage und eben auch die Frage, ob eine Regierung Verträge nachträglich ändert.

Minenaktie und physisches Gold im Vergleich
KriteriumMinenaktiePhysisches Gold
Was Sie besitzenEinen Anteil an einem UnternehmenDas Metall selbst
Politisches Risiko im FörderlandDirekt betroffen, etwa durch Steuern, Beteiligungen oder AusfuhrverboteNicht vorhanden
BetriebsrisikoKosten, Unfälle, Streiks, SicherheitslageNicht vorhanden
Reaktion auf den GoldpreisOft stärker, nach oben wie nach untenFolgt dem Goldpreis direkt
Laufende KostenDepot- und HandelsgebührenAufpreis beim Kauf, Aufbewahrung, Versicherung
Abhängigkeit von DrittenUnternehmen, Depotbank, BörseBei eigener Aufbewahrung keine

Das ist keine Bewertung. Minenaktien haben ihren eigenen Platz in einem Depot und können auf steigende Goldpreise stärker reagieren als das Metall selbst – allerdings auch nach unten. Sie sind jedoch eine Unternehmensbeteiligung mit Länderrisiko und kein Ersatz für Gold im eigenen Besitz. Loulo-Gounkoto zeigt beides sehr deutlich. Während der Goldpreis stieg, stand eine der ertragreichsten Minen der Welt monatelang still, und der Betreiber musste für die Rückkehr einen dreistelligen Millionenbetrag zahlen.

Goldbarren und geprägte Anlagemünzen neben einer Landkarte Westafrikas
Politische Entscheidungen im Förderland treffen Minenbetreiber unmittelbar, Gold im eigenen Besitz dagegen nicht.

Wer physisches Gold kauft, tauscht diese Risiken gegen andere Fragen ein. Dazu gehören Echtheit, Herkunft, sichere Aufbewahrung und der Aufpreis gegenüber dem reinen Metallwert. Mit einer sorgfältigen Auswahl lassen sich diese Fragen gut beantworten. Weltweit bekannte Anlagemünzen wie der Krügerrand oder der American Eagle und Barren anerkannter Scheideanstalten wie der 1-Unze-Goldbarren der Perth Mint sind einheitlich, leicht zu prüfen und entsprechend gut handelbar.

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Fazit

Der Ressourcennationalismus im Sahel ist kein kurzes Aufflackern, sondern eine grundlegende Neuordnung. Mali, Burkina Faso und Niger wollen einen größeren Anteil am Wert ihrer Bodenschätze, und aus ihrer Sicht ist das eine Frage der wirtschaftlichen Selbstbestimmung. Für internationale Bergbauunternehmen steigt damit das Risiko, und neue Projekte werden eher anderswo geplant. Die spürbarste Folge für den Goldmarkt dürfte daher nicht die Fördermenge von heute sein, sondern die Zahl der Minen, die in zehn oder fünfzehn Jahren fehlen könnten.

Wer die Entwicklung verfolgen möchte, sollte vor allem darauf achten, wie verlässlich die neuen Gesetze bei der Verlängerung von Genehmigungen angewendet werden, ob in der Region weiter weniger nach neuen Lagerstätten gesucht wird und ob die geplanten Raffinerien internationale Anerkennung erhalten. Für die eigene Geldanlage bleibt eine einfache Erkenntnis. Physisches Gold im eigenen Besitz ist von politischen Entscheidungen in einem Förderland unabhängig, eine Minenbeteiligung ist es nicht.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Angaben zu Fördermengen, Beteiligungen und Verfahren beruhen auf öffentlich zugänglichen Berichten, die Lage im Sahel kann sich kurzfristig ändern.

Häufige Fragen

Was bedeutet Ressourcennationalismus?

Gemeint ist das Bestreben eines Staates, mehr vom Wert seiner Bodenschätze im eigenen Land zu halten. Übliche Mittel sind höhere Abgaben, größere staatliche Anteile an Bergbauprojekten, die Pflicht zur Verarbeitung im Inland und Ausfuhrbeschränkungen. Im äußersten Fall übernimmt der Staat Betriebe ganz.

Ist der Streit zwischen Mali und Barrick beigelegt?

Ja, beide Seiten haben sich Ende 2025 geeinigt. Barrick zahlte rund 430 Millionen US-Dollar, erkannte das neue Bergbaugesetz an und erhielt die Kontrolle über Loulo-Gounkoto zurück. Die Mine fördert seitdem wieder, 2026 lief die Produktion nach Unternehmensangaben schneller an als geplant. Offen bleibt, wie Mali das Gesetz bei künftigen Genehmigungen anwendet.

Wie stark wirkt sich das auf das weltweite Goldangebot aus?

Kurzfristig eher wenig, weil einzelne Ausfälle im weltweiten Angebot kaum ins Gewicht fallen. Langfristig kann die Wirkung größer sein. Wenn Unternehmen in der Region weniger nach neuen Lagerstätten suchen, fehlen in den 2030er Jahren womöglich Minen, die sonst Gold geliefert hätten.

Kann Gold aus den neuen Raffinerien im Sahel nach Europa gelangen?

Das hängt von der internationalen Anerkennung ab. Große Händler, Banken und Fonds akzeptieren in der Regel nur Barren von Scheideanstalten, die die Herkunft ihres Goldes lückenlos belegen. Ob und wann die neuen Anlagen diese Anerkennung erhalten, ist offen.

Sind Goldminenaktien wegen dieser Risiken unattraktiv?

Nicht grundsätzlich, sie erfüllen aber einen anderen Zweck als Gold. Eine Minenaktie ist eine Unternehmensbeteiligung, deren Wert von Kosten, Unternehmensführung und politischen Entscheidungen im Förderland abhängt. Physisches Gold folgt dagegen allein dem Goldpreis.

Woran erkenne ich einen Goldbarren aus anerkannter Quelle?

Achten Sie auf den Hersteller. Goldbarren bekannter Scheideanstalten tragen in der Regel Herstellerzeichen, Gewicht und Feinheit, häufig auch eine Seriennummer und ein Zertifikat. Bei Anlagemünzen staatlicher Prägestätten ist die Herkunft ohnehin eindeutig.

Betrifft das auch Silber, Platin und Palladium?

Grundsätzlich ja, allerdings in anderen Regionen. Silber wird überwiegend als Nebenprodukt in Blei-, Zink- und Kupferminen gewonnen. Platin und Palladium stammen zum großen Teil aus Südafrika und Russland. Weil sich die Förderung dort auf wenige Länder konzentriert, spielen politische Entscheidungen bei diesen Metallen sogar eine noch größere Rolle.

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