
Airbus im Sturzflug: Triebwerksmangel zwingt Europas Luftfahrtriesen in die Knie

Was für eine Bruchlandung an der Pariser Börse. Die Aktie von Airbus SE rauschte am Donnerstag um bis zu 8,1 Prozent in die Tiefe – und das aus gutem Grund. Der europäische Luftfahrtkonzern musste seine Prognose für 2026 drastisch nach unten korrigieren und enttäuschte damit selbst die pessimistischsten Analysten. Statt der vom Markt erwarteten knapp 896 Flugzeugauslieferungen peilt Airbus nun lediglich rund 870 Maschinen an. Ein Unterschied, der Milliarden wert ist.
Pratt & Whitney als Sündenbock – oder berechtigte Kritik?
Airbus-Chef Guillaume Faury machte keinen Hehl daraus, wo er die Schuld sieht: beim amerikanischen Triebwerkshersteller Pratt & Whitney. Der Zulieferer sei nicht in der Lage, die bestellte Anzahl an Triebwerken für die A320-Familie zu liefern – ein Engpass, den Faury als „signifikant" bezeichnete. Bereits im vergangenen Jahr habe dieser Mangel den Konzern zu einem hektischen Endspurt gezwungen, um die ohnehin schon abgesenkte Lieferprognose noch irgendwie zu erfüllen.
In einer offiziellen Stellungnahme formulierte Airbus es unmissverständlich: Das „Versagen von Pratt & Whitney, sich auf die von Airbus bestellte Triebwerksanzahl festzulegen", belaste sowohl die diesjährige Prognose als auch die gesamte Hochlaufplanung. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Europas größter Flugzeugbauer ist von einem amerikanischen Zulieferer derart abhängig, dass dessen Lieferprobleme die gesamte Konzernstrategie torpedieren können.
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Der Blick auf die Gesamtprognose für 2026 offenbart das ganze Ausmaß der Misere. Beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) rechnet Airbus mit rund 7,5 Milliarden Euro – der Konsens lag bei 8,19 Milliarden. Noch dramatischer fällt die Abweichung beim freien Cashflow aus: Hier prognostiziert der Konzern etwa 4,5 Milliarden Euro, während Analysten mit 5,68 Milliarden gerechnet hatten. Eine Differenz von über einer Milliarde Euro, die nicht eben Vertrauen schafft.
Besonders brisant: Auch die langfristigen Produktionsziele wurden heruntergeschraubt. Statt wie bisher geplant bis Ende 2027 eine Produktionsrate von 75 Maschinen pro Monat zu erreichen, spricht Airbus nun von 70 bis 75 Flugzeugen. Die Rate von 75 solle „danach" stabilisiert werden – ein bewusst vage gehaltener Zeitrahmen, der wenig Zuversicht verbreitet. Der Marktkonsens hatte diese Kadenz ohnehin erst für 2029 oder 2030 erwartet.
Technische Warnsignale und fragile Überzeugung
Aus charttechnischer Perspektive sieht es nicht besser aus. Die Aktie durchbrach den 200-Tage-Durchschnitt und fiel unter die Tiefstände der jüngsten Handelsspanne. Bei einem Kurs von rund 200 Euro sei bereits ein EBIT von etwa 8 Milliarden eingepreist gewesen, so Analysten. Bei 190 Euro wäre ein Wert von über 7,5 Milliarden abgebildet. Die Überzeugung der Investoren sei „fragil" – ein Wort, das in einem ohnehin volatilen Marktumfeld wie eine Warnsirene klingt.
Immerhin gab es nach der Telefonkonferenz einige zaghafte Lichtblicke. Die Margen pro Flugzeug seien weiterhin „gesund", betonte das Management. Und die Triebwerksprobleme würden hauptsächlich 2026 und teilweise 2027 belasten. Man wolle sich die Möglichkeit offenhalten, „zu einem späteren Zeitpunkt bessere Nachrichten" verkünden zu können. Hoffnung als Geschäftsstrategie – ob das reicht?
Boeing holt auf, während Airbus strauchelt
Pikant ist der Vergleich mit dem ewigen Rivalen Boeing. Während Airbus im Januar die niedrigsten Auslieferungszahlen seit 2020 verzeichnete – den schwächsten Jahresauftakt seit mindestens einem Jahrzehnt –, erholt sich Boeing zusehends von seiner jahrelangen 737-MAX-Krise und meldete kürzlich die höchsten kommerziellen Auslieferungen seit 2018. Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet in dem Moment, in dem Boeing seine hausgemachten Probleme in den Griff zu bekommen scheint, stolpert Airbus über die Unzuverlässigkeit seiner Zulieferer.
Für europäische Anleger ist diese Entwicklung ein weiteres Warnsignal. In Zeiten, in denen die Aktienmärkte von geopolitischen Spannungen, Handelskriegen und fragilen Lieferketten erschüttert werden, zeigt sich einmal mehr, wie verwundbar selbst vermeintliche Industriegiganten sein können. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte über eine Diversifikation nachdenken, die über volatile Einzelaktien hinausgeht. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung in einem breit aufgestellten Portfolio dienen – gerade dann, wenn selbst die Flaggschiffe der europäischen Industrie ins Trudeln geraten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.
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