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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
19:38 Uhr

Bayers Milliarden-Poker: Wie die Monsanto-Übernahme den Konzern bis heute in die Knie zwingt

Es war die teuerste Fehlkalkulation der deutschen Industriegeschichte – und sie ist noch lange nicht ausgestanden. Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiegigant Bayer hat nun einen milliardenschweren Sammelvergleich in den USA geschlossen, um die schier endlose Klagewelle rund um den Unkrautvernichter Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat einzudämmen. Bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von maximal 21 Jahren – das ist der Preis, den die Aktionäre und letztlich auch die Beschäftigten für eine Übernahme zahlen, die 2018 als strategischer Geniestreich verkauft wurde.

Die Monsanto-Altlast: Ein Fass ohne Boden

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein deutsches Traditionsunternehmen, einst Stolz der rheinischen Industrielandschaft, kauft sich mit dem US-Saatgutriesen Monsanto einen juristischen Albtraum ein. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten dürften durch den jüngsten Vergleich von ohnehin schon gewaltigen 7,8 auf nunmehr 11,8 Milliarden Euro anschwellen. Elf Komma acht Milliarden. Eine Zahl, die man sich erst einmal vergegenwärtigen muss.

Tausende Kläger in den Vereinigten Staaten führen ihre Krebserkrankungen auf den Kontakt mit Glyphosat zurück. Ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation hatte den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft – eine Bewertung, der mehrere europäische Behörden allerdings nicht folgten. Bayer selbst weist den Verdacht einer krebserregenden Wirkung vehement zurück. Doch vor amerikanischen Geschworenengerichten zählen Fakten bisweilen weniger als Emotionen. Und genau das wurde dem Konzern zum Verhängnis.

Der Supreme Court als letzte Hoffnung

Ein Silberstreif am Horizont könnte sich für Bayer durch die Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs ergeben, den Fall des Klägers John Durnell zur Überprüfung anzunehmen. Dabei geht es um die fundamentale Frage, ob Bundesrecht bei Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise Vorrang genießt. Sollte der Supreme Court zugunsten von Bayer entscheiden, könnten erhebliche Schadenersatzurteile aufgehoben werden, gegen die noch Rechtsmittel anhängig sind und die vom Sammelvergleich nicht erfasst werden.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet diese juristische Hoffnung die Vergleichsverhandlungen überhaupt erst möglich gemacht haben soll. Ohne den Druck einer möglichen höchstrichterlichen Klärung hätten sich die Klägeranwälte wohl kaum an den Verhandlungstisch gesetzt. Das amerikanische Rechtssystem, in dem Sammelklagen zu einem regelrechten Geschäftsmodell geworden sind, zeigt hier einmal mehr seine Schattenseiten.

Ein Lehrstück für die deutsche Wirtschaft

Die Causa Bayer-Monsanto ist weit mehr als eine Unternehmensgeschichte. Sie ist ein Lehrstück darüber, wie leichtfertig deutsche Konzerne milliardenschwere Übernahmen tätigen, ohne die Risiken angemessen zu bewerten. Während die damalige Konzernführung den Deal als strategische Meisterleistung feierte, warnten Kritiker bereits vor den juristischen Tretminen, die im amerikanischen Rechtssystem lauerten. Sie sollten Recht behalten.

Für die Aktionäre ist die Bilanz verheerend. Der Aktienkurs hat sich seit der Monsanto-Übernahme dramatisch verschlechtert, Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet. Wer sein Vermögen in solche Papiere investiert hat, dürfte sich fragen, ob nicht physische Edelmetalle als krisensichere Anlage die klügere Wahl gewesen wären. Gold und Silber kennen keine Sammelklagen, keine Glyphosat-Risiken und keine milliardenschweren Vergleichszahlungen. Sie sind seit Jahrtausenden ein verlässlicher Wertspeicher – gerade in Zeiten, in denen selbst DAX-Schwergewichte ins Straucheln geraten.

Der Sammelvergleich muss noch vom Gericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri genehmigt werden. Darüber hinaus habe die Tochterfirma Monsanto weitere vertrauliche Vergleiche vereinbart, um andere Glyphosat-Fälle beizulegen.

Ob dieser Vergleich tatsächlich der erhoffte „Befreiungsschlag" ist, bleibt abzuwarten. Die Geschichte der Monsanto-Übernahme lehrt eines mit Sicherheit: Wer die Risiken unterschätzt, zahlt am Ende immer drauf. Und manchmal dauert dieses „am Ende" eben 21 Jahre.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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