
Bundeswehr flieht aus dem Nordirak: Droht der große Knall zwischen USA und Iran?
Die Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu – und Deutschland zieht die Reißleine. Das Operative Führungskommando der Bundeswehr hat am Abend bestätigt, was viele Beobachter bereits befürchtet hatten: Deutsche Soldaten werden aus dem nordirakischen Erbil abgezogen. Eine „Vorsichtsmaßnahme", wie es offiziell heißt. Doch hinter dieser diplomatischen Formulierung verbirgt sich eine beunruhigende Realität, die jeden deutschen Bürger aufhorchen lassen sollte.
Wenn Vorsicht zur Flucht wird
Die Bundeswehr gibt sich wortkarg. Wie viele Soldaten genau abgezogen werden und wie stark die verbleibende Präsenz noch sein wird, darüber schweigt sich das Führungskommando beharrlich aus. Nach Informationen des „Spiegel" befanden sich zuletzt rund 300 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatz – der Großteil davon allerdings im benachbarten Jordanien. Die offizielle Begründung für den Teilabzug liest sich wie ein Alarmsignal: „weiter zunehmende Spannungen zwischen USA und Iran".
Man muss kein Militärexperte sein, um zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn die Bundeswehr Personal abzieht, das „derzeit nicht dringend für die Mission gebraucht wird", dann bereitet man sich auf das Schlimmste vor. Die Sicherheit der eigenen Truppen hat oberste Priorität – eine Selbstverständlichkeit, die in diesen Tagen besonders bitter schmeckt.
Der Pulverfass-Effekt im Nahen Osten
Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben die Region in einen Zustand versetzt, der an die dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte erinnert. Seit dem dramatischen Juni 2025, als Israel massive Angriffe auf iranische Atomanlagen startete und der Iran mit Raketenbeschuss antwortete, steht die gesamte Region am Rande eines Flächenbrandes. Die Präsidentschaft Donald Trumps mit ihrer konfrontativen Iran-Politik hat die Situation zusätzlich verschärft.
Die Bundeswehr ist im Rahmen eines internationalen Einsatzes im Irak stationiert, um das Land bei der Ausbildung seiner Streitkräfte zu unterstützen. Das erklärte Ziel: Ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat verhindern. Ein nobles Unterfangen, das nun durch die geopolitischen Verwerfungen zwischen Washington und Teheran gefährdet wird.
Deutschland zwischen allen Stühlen
Die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz steht vor einem Dilemma, das symptomatisch für die deutsche Außenpolitik der vergangenen Jahre ist. Einerseits die Bündnistreue gegenüber den USA, andererseits das Bestreben, nicht in einen Konflikt hineingezogen zu werden, der deutsche Soldaten das Leben kosten könnte. Der Abzug aus Erbil ist ein Eingeständnis der eigenen Verwundbarkeit – und ein Zeichen dafür, wie wenig Einfluss Deutschland auf die großen geopolitischen Entwicklungen hat.
„Die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten hat oberste Priorität."
Diese Worte des Operativen Führungskommandos klingen beruhigend, offenbaren aber gleichzeitig die ganze Hilflosigkeit der deutschen Position. Man reagiert, statt zu agieren. Man zieht sich zurück, statt Einfluss zu nehmen. Die Abstimmung mit den „multinationalen Partnern vor Ort" mag professionell klingen, doch sie kaschiert nur notdürftig, dass Deutschland in dieser Krise bestenfalls Zuschauer ist.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Teilabzug aus dem Nordirak ist mehr als eine militärische Vorsichtsmaßnahme. Er ist ein Symptom für die zunehmende Instabilität einer Weltordnung, in der traditionelle Bündnisse bröckeln und neue Konfrontationslinien entstehen. Für den deutschen Steuerzahler, der diese Auslandseinsätze finanziert, stellt sich die berechtigte Frage: Welchen Sinn haben Missionen, die beim ersten Anzeichen einer Eskalation abgebrochen werden müssen?
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Abzug tatsächlich nur temporär bleibt oder ob sich Deutschland dauerhaft aus der Region zurückzieht. Eines steht jedoch fest: Die Zeiten, in denen man sich auf eine stabile Weltordnung verlassen konnte, sind endgültig vorbei. Und Deutschland täte gut daran, seine eigene Verteidigungsfähigkeit endlich ernst zu nehmen – statt sich auf Bündnispartner zu verlassen, deren Prioritäten ganz offensichtlich woanders liegen.

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