
Führerschein-Krise: Fahrschulen kämpfen ums Überleben, während die Politik leere Versprechungen macht

Die deutsche Fahrschulbranche steht vor einem beispiellosen Einbruch. Seit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) im vergangenen Oktober eine umfassende Führerschein-Reform ankündigte, warten potenzielle Fahrschüler in Scharen ab – in der trügerischen Hoffnung, bald weniger zahlen zu müssen. Das Ergebnis ist verheerend: Neuanmeldungen sind mancherorts um bis zu 70 Prozent eingebrochen.
Eine Reform, die mehr Schaden anrichtet als sie nützt
Was sich hier abspielt, ist ein Paradebeispiel für politisches Versagen. Der Minister verkündet vollmundig Reformpläne, schürt damit Erwartungen – und lässt dann verlauten, dass ein Abwarten sich ohnehin nicht lohne. Frühestens Anfang 2027 könnte das neue Gesetz in Kraft treten, und selbst dann werde es „nicht unmittelbar billiger". Man fragt sich unweigerlich: Warum dann überhaupt diese voreilige Ankündigung?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Derzeit müssen Fahrschüler je nach Region zwischen 2.500 und mehr als 4.000 Euro für den Führerschein der Klasse B aufbringen. Der Branchendurchschnitt liegt bei stolzen 3.228 Euro. In anderen EU-Ländern ist der Führerschein überwiegend deutlich günstiger – doch die Wohnsitzregelung verhindert einen Führerschein-Tourismus.
Fahrschulen am Abgrund
Für viele Fahrschulinhaber geht es mittlerweile um die nackte Existenz. Thorsten Wiegand, Fahrschulinhaber im schleswig-holsteinischen Hohenwestedt, berichtet von dramatischen Einbrüchen. Statt der üblichen 20 Neuanmeldungen pro Monat verzeichnet er nur noch vier bis sechs. Bessern sich die Zahlen nicht schnell, drohen Kurzarbeit und im schlimmsten Fall die Geschäftsaufgabe.
Die Reformvorschläge des Ministers stoßen bei Praktikern auf erhebliche Skepsis. Online-Seminare, abgespeckter Theorieunterricht, Fahrsimulator-Schulungen – klingt modern, ist aber realitätsfern. Wiegand bringt es auf den Punkt: „Die Aufmerksamkeitsspanne ist so lang wie ein TikTok-Video." Die Durchfallquote bei der theoretischen Prüfung liegt bereits jetzt bei erschreckenden 65 Prozent.
Investitionen, die sich kaum jemand leisten kann
Hinzu kommt: Ein Fahrsimulator kostet rund 45.000 Euro. Für kleine Fahrschulen, die ohnehin mit steigenden Kosten für Versicherungen, Sprit und Fahrzeuge kämpfen, eine kaum zu stemmende Investition. Siegfried Winter vom Landesverband Bayerischer Fahrlehrer bezweifelt daher, dass die Reform überhaupt spürbare Einsparungen bringen wird.
Personalmangel verschärft die Lage
Als wäre die Situation nicht schon dramatisch genug, plagt die Branche ein massiver Fachkräftemangel. Deutschlandweit fehlen mehr als 10.900 Fahrlehrer. Das Durchschnittsalter der registrierten Fahrlehrer liegt bei 54 Jahren, ein Drittel ist bereits über 60. Nachwuchs? Fehlanzeige. Besonders in ländlichen Regionen drohen personelle Engpässe, die das Angebot weiter verknappen werden.
Was wir hier beobachten, ist symptomatisch für die deutsche Politik: Große Ankündigungen, wenig Substanz, und am Ende zahlen die Bürger und Unternehmer die Zeche. Die Fahrschulbranche braucht keine wohlklingenden Reformversprechen, sondern konkrete, schnell umsetzbare Maßnahmen. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.
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