
Hessen droht Nahverkehrs-Chaos: Ver.di legt den ÖPNV lahm
Wer am Dienstag in Hessen auf Bus und Bahn angewiesen ist, sollte sich besser einen Plan B zurechtlegen. Die Gewerkschaft Ver.di hat für den 24. Februar zu einem flächendeckenden Warnstreik im hessischen Nahverkehr aufgerufen – und trifft damit einmal mehr jene, die ohnehin schon unter einem maroden und unzuverlässigen ÖPNV-System leiden: die Pendler.
Fünf Städte betroffen – ein ganzes Bundesland steht still
Betroffen sind diesmal gleich fünf hessische Städte: Kassel, Gießen, Marburg, Frankfurt und Wiesbaden. In Frankfurt trifft es die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft, in Gießen die Stadtwerke AG, dazu die Marburger Verkehrsgesellschaft, die Kasseler Verkehrsbetriebe und ESWE Verkehr in Wiesbaden. Der Streik beginnt jeweils mit der Frühschicht und dauert bis zum Ende der letzten Schicht – wobei dieses Ende durchaus erst am Mittwoch liegen könnte. Ein ganzer Tag ohne funktionierenden Nahverkehr, möglicherweise sogar länger. Für Hunderttausende Berufspendler eine Zumutung.
Gewerkschaft macht Druck – auf Kosten der Bürger
Verhandlungsführer Jochen Koppel erklärte kämpferisch, man wolle „noch einmal Druck machen" und keine „tariflich erprobten Vereinbarungen opfern". Die Arbeitgeberseite versuche demnach, bei tariflich vereinbarten Zulagen kräftig zu sparen. Man erwarte bei den Verhandlungen am Folgetag Einsicht von den Arbeitgebern.
So weit, so bekannt. Denn das Muster wiederholt sich mit ermüdender Regelmäßigkeit: Gewerkschaften und Arbeitgeber können sich nicht einigen, und die Leidtragenden sind weder die eine noch die andere Seite – sondern die ganz normalen Bürger, die morgens pünktlich zur Arbeit müssen. Der Handwerker, der seine Baustelle erreichen will. Die Krankenschwester auf dem Weg zur Frühschicht. Der Schüler, der zur Prüfung muss. Sie alle werden in Geiselhaft genommen für einen Tarifkonflikt, auf den sie keinerlei Einfluss haben.
Ein Symptom tieferliegender Probleme
Man muss sich die Frage stellen, ob diese ständigen Streikwellen nicht auch ein Symptom für ein viel grundlegenderes Problem sind. Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland ist chronisch unterfinanziert, schlecht organisiert und wird von der Politik seit Jahren als Stiefkind behandelt. Milliarden fließen in ideologische Prestigeprojekte, in Subventionen für fragwürdige Energiewende-Experimente und in ein aufgeblähtes Sozialsystem – doch für eine funktionierende Infrastruktur, die den arbeitenden Bürger täglich zuverlässig von A nach B bringt, scheint kein Geld da zu sein.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt. Doch ob davon tatsächlich etwas beim maroden ÖPNV ankommt oder ob das Geld in den üblichen bürokratischen Mühlen versickert, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Schulden werden bleiben – und mit ihnen die Belastung für kommende Generationen.
Solange die Politik nicht bereit ist, den öffentlichen Nahverkehr als das zu behandeln, was er ist – nämlich eine kritische Lebensader für Millionen arbeitender Menschen –, werden sich Szenen wie diese in Hessen immer wieder wiederholen. Streik um Streik, Stillstand um Stillstand. Und der Bürger? Der steht im Regen. Buchstäblich.
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