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Kettner Edelmetalle
16.02.2026
14:58 Uhr

Millionen-Grab auf Rädern: Bielefelds Wasserstoff-Müllwagen stehen still – und der Steuerzahler schaut in die Röhre

Es ist eine Geschichte, die so absurd klingt, dass man sie für Satire halten könnte – wäre sie nicht bittere Realität. In Bielefeld stehen sieben hochmoderne Wasserstoff-Müllwagen nutzlos auf dem Hof, weil schlicht und ergreifend keine Tankstelle mehr in erreichbarer Nähe existiert. Kostenpunkt für den Steuerzahler: satte 7,5 Millionen Euro. Willkommen in der wunderbaren Welt der deutschen Energiewende.

Eine Million Euro pro Müllwagen – und keiner fährt

Die Geschichte beginnt 2021, als die Stadt Bielefeld mit großzügiger Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums damit begann, eine Flotte wasserstoffbetriebener Müllfahrzeuge aufzubauen. Zunächst wurde ein einzelnes Fahrzeug angeschafft, 2024 folgten sechs weitere. Jedes dieser Prestigeobjekte kostete rund eine Million Euro – zum Vergleich: ein herkömmlicher Diesel-Müllwagen schlägt mit etwa 250.000 Euro zu Buche. Das erste Fahrzeug allein wurde mit 675.000 Euro aus Bundesmitteln bezuschusst. Man könnte also sagen: Der deutsche Steuerzahler hat hier das Vierfache des üblichen Preises bezahlt, um am Ende weniger Leistung zu bekommen.

Denn zum Jahreswechsel schloss die einzige nutzbare Wasserstoff-Tankstelle im 40 Kilometer entfernten Rheda-Wiedenbrück ihre Pforten. Schon zuvor war das Tanken ein logistisches Abenteuer gewesen: 80 Kilometer Hin- und Rückfahrt nur zum Betanken – wohlgemerkt für Fahrzeuge, die eigentlich Müll in der Stadt einsammeln sollen.

Die nächste Tankstelle? 90 Kilometer entfernt

Die Situation hat mittlerweile kafkaeske Züge angenommen. Die nächstgelegene Alternative befindet sich im 90 Kilometer entfernten Münster. Eine Tankfahrt würde also 180 Kilometer verschlingen – bei einer Gesamtreichweite der Fahrzeuge von gerade einmal 300 Kilometern. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass nach dem Tanken kaum noch genug Energie übrig bliebe, um auch nur eine Handvoll Mülltonnen zu leeren.

Und hier wird es vollends grotesk: Direkt in Bielefeld existiert eine Wasserstoff-Tankstelle – an der städtischen Müllverbrennungsanlage, also quasi um die Ecke. Doch die darf von den Müllwagen nicht genutzt werden. Warum? Weil die Tankstelle staatlich gefördert wird und die Förderbedingungen ausschließlich das Betanken von Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs vorsehen. Städtische Müllwagen fallen nicht darunter. Man reibt sich die Augen.

Bürokratischer Irrsinn in Reinkultur

Der FDP-Politiker Jan Maik Schlifter brachte es auf den Punkt, als er gegenüber der Neuen Westfälischen erklärte, dieses Beispiel grenze an die Veruntreuung von Steuergeldern und zeige, wie absurd verkünstelt der Staat geworden sei. Besonders bitter: Schlifter hatte bereits vor drei Jahren versucht, das Tanken für die Wasserstoff-Müllwagen in Bielefeld zu ermöglichen – erfolglos. Drei Jahre lang wusste man also um das Problem, drei Jahre lang geschah nichts. Das ist Deutschland im Jahr 2026.

„Dieses Beispiel grenzt an die Veruntreuung von Steuergeldern und zeigt, wie absurd verkünstelt unser Staat geworden ist. Und schlimm, dass auch nach Jahren so ein vom Staat selbst geschaffenes Problem einfach nicht behoben werden kann. Echter Irrsinn."

Frühestens im April könnte die Stadt auf die Förderung der lokalen Tankstelle verzichten und damit das Betanken der Müllwagen ermöglichen. Ob das tatsächlich geschieht, steht allerdings in den Sternen. Bis dahin müssen von den 65 Müllfahrzeugen der Stadt wieder überwiegend dieselbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden – ausgerechnet jene Technologie also, die man mit Millionenaufwand hatte ersetzen wollen.

Kein Einzelfall: Auch Duisburg betroffen

Bielefeld steht mit seinem Wasserstoff-Desaster keineswegs allein da. Auch in Duisburg wurde zum Jahreswechsel eine Wasserstoff-Tankstelle geschlossen, obwohl dort ebenfalls sieben Fahrzeuge der Wirtschaftsbetriebe auf den Treibstoff angewiesen sind. Die Duisburger Fahrzeuge nutzen Wasserstoff zwar als sogenannten Range-Extender zur Reichweitenmaximierung, doch auch hier müssen die Wagen nun zwei- bis dreimal wöchentlich ins 30 Kilometer entfernte Düsseldorf oder ins 50 Kilometer entfernte Herten fahren – ein enormer Zeit- und Kostenaufwand, der den vermeintlichen ökologischen Nutzen ad absurdum führt.

Ähnliche Probleme kennt man von Wasserstoffzügen in Niedersachsen und Hessen, wo die Taunusbahn nach dem Scheitern ihrer Wasserstoffflotte wieder auf Dieselloks umsteigen musste. Ein Muster wird erkennbar: Überall dort, wo die Politik mit ideologischem Eifer auf Wasserstoff setzte, ohne die Infrastruktur auch nur ansatzweise sicherzustellen, folgt das böse Erwachen.

Ideologie statt Ingenieurskunst

Was sich hier offenbart, ist weit mehr als ein kommunales Missgeschick. Es ist symptomatisch für eine politische Klasse, die Milliarden in Leuchtturmprojekte pumpt, ohne sich um so profane Dinge wie funktionierende Tankstellen zu kümmern. Man kauft erst die teuren Fahrzeuge – und fragt dann, wo man sie betanken kann. Das ist, als würde man ein Haus bauen und erst nach dem Einzug feststellen, dass es keinen Wasseranschluss gibt.

Die Wasserstofftechnologie mag in bestimmten industriellen Anwendungen durchaus ihre Berechtigung haben. Doch der blinde Glaube daran, dass man mit Fördermillionen und grünem Wunschdenken eine flächendeckende Infrastruktur aus dem Boden stampfen kann, hat sich als fataler Irrtum erwiesen. Die Wirkungsgrade bei der Elektrolyse und der Rückverstromung sind nach wie vor bescheiden, der Transport aufwendig und teuer, die Infrastruktur praktisch nicht existent.

Während in Bielefeld also Millionen-schwere Müllwagen vor sich hin rosten, darf der Steuerzahler einmal mehr die Zeche für politische Traumtänzerei bezahlen. Die Verantwortlichen? Die sitzen weiterhin in ihren Ämtern und planen vermutlich bereits das nächste Förderprojekt. Denn eines hat die deutsche Politik perfektioniert: das Scheitern mit Steuergeldern – und die vollständige Abwesenheit jeglicher Konsequenzen für die Verursacher.

Vielleicht sollte man in Bielefeld die stillstehenden Wasserstoff-Müllwagen als Mahnmal aufstellen. Als Denkmal für eine Energiepolitik, die den gesunden Menschenverstand auf dem Altar der Ideologie geopfert hat. Passender könnte ein Symbol für den Zustand dieses Landes kaum sein.

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