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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
10:30 Uhr

Panamakanal: Peking verliert die Kontrolle über strategische Häfen – und der Westen atmet auf

Es ist ein geopolitisches Erdbeben, das weit über Mittelamerika hinaus Schockwellen sendet: Panamas Oberstes Gericht hat die Konzessionsverträge des Hongkonger Konzerns CK Hutchison für den Betrieb zweier Schlüsselhäfen am Panamakanal für verfassungswidrig erklärt und damit vollständig annulliert. Was auf den ersten Blick wie ein juristischer Verwaltungsakt wirkt, ist in Wahrheit ein schwerer Schlag gegen Pekings globale Machtambitionen – und ein Signal an die gesamte westliche Welt.

Jahrzehntelange Konzession – jahrzehntelange Ungereimtheiten

Die Panama Ports Company, eine Tochtergesellschaft von CK Hutchison, hatte seit 1997 die Häfen Balboa am Pazifik und Cristóbal am Atlantik betrieben. Beide liegen direkt an den Zugangspunkten des Kanals und gehören zu den bedeutendsten Containerterminals der Welt. 2021 war die Konzession um weitere 25 Jahre bis 2047 verlängert worden – doch genau diese Verlängerung entpuppte sich als Büchse der Pandora.

Panamas Rechnungsprüfungsbehörde stellte bei ihrer Untersuchung erhebliche Unregelmäßigkeiten fest: unbezahlte Gebühren, Buchhaltungsfehler und mutmaßliche Scheinkonzessionen. Die Zahlen sind erschütternd. Schätzungen zufolge seien Panama allein seit 2021 rund 300 Millionen US-Dollar entgangen, seit Beginn der Konzession 1997 sogar etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Über eine Milliarde Dollar, die einem souveränen Staat durch die Finger geronnen sind – während ein Hongkonger Konzern mit besten Verbindungen nach Peking die Gewinne einstrich.

Präsident Mulino zeigt Rückgrat

Panamas Präsident José Raúl Mulino ließ keinen Zweifel daran, dass sein Land die Entscheidung konsequent umsetzen werde. „Panama ist ein würdevolles Land und wird sich von keinem Land der Welt bedrohen lassen", erklärte er auf einer Pressekonferenz. Zugleich kündigte er an, die Konzession für den Betrieb der beiden Häfen werde künftig „nie wieder" an ein einzelnes Unternehmen vergeben. Das sind Worte, die man sich in so mancher europäischen Hauptstadt zum Vorbild nehmen sollte – wo man allzu oft vor Pekings wirtschaftlichem Druck einknickt, statt die eigene Souveränität zu verteidigen.

Als Übergangslösung übernimmt APM Terminals, ein Betreiber der dänischen Maersk-Gruppe, den Hafenbetrieb. Betriebsunterbrechungen oder Entlassungen seien nicht zu erwarten. Die Wahl eines europäischen Unternehmens dürfte kein Zufall sein: Panama wolle die Kommunistische Partei Chinas nicht unnötig provozieren, so der Wirtschaftsprofessor Frank Xie von der University of South Carolina–Aiken, aber gleichzeitig den chinesischen Einfluss konsequent zurückdrängen.

Washington jubelt – Peking droht

In den Vereinigten Staaten wurde die Entscheidung mit kaum verhohlener Genugtuung aufgenommen. US-Außenminister Marco Rubio sprach von einem positiven Signal, während der republikanische Abgeordnete John Moolenaar, Vorsitzender des China-Sonderausschusses im Repräsentantenhaus, das Urteil gar als „Sieg für Amerika" bezeichnete. Kein Wunder: Die USA stellen mit rund 74,7 Prozent des Frachtvolumens den mit Abstand größten Nutzer des Panamakanals dar. China folgt mit 21,4 Prozent.

Peking hingegen reagierte mit der üblichen Mischung aus diplomatischem Säbelrasseln und wirtschaftlichen Drohungen. Das chinesische Außenministerium erklärte mehrfach, die Rechte chinesischer Unternehmen schützen zu wollen, und drohte Panama Anfang Februar mit hohen Strafen wegen der Vertragskündigung. CK Hutchison leitete ein internationales Schiedsverfahren ein – was US-Ökonom Davy J. Wong als typische Verzögerungstaktik Pekings wertet, um durch langwierige Verfahren die Kosten für die Gegenseite in die Höhe zu treiben.

Trumps harte Linie zeigt Wirkung

Man mag zu Donald Trump stehen, wie man will – doch seine unmissverständliche Haltung zum Panamakanal hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Bereits nach seinem Amtsantritt hatte der US-Präsident die Neutralität des Kanals infrage gestellt und markige Worte gewählt: „Wir haben ihn nicht China gegeben. Wir haben ihn Panama gegeben – und wir holen ihn uns zurück." Unter diesem geopolitischen Druck hatte CK Hutchison bereits im März 2025 seine Bereitschaft erklärt, die Kanalhafen-Rechte sowie weitere Vermögenswerte im Wert von knapp 23 Milliarden US-Dollar an ein von BlackRock und der Mediterranean Shipping Company geführtes Konsortium zu verkaufen.

Doch das Geschäft geriet ins Stocken, als Peking versuchte, einen chinesischen Staatsinvestor in das Käuferkonsortium einzuschleusen. Der staatliche Schifffahrtskonzern COSCO soll zu den potenziellen Interessenten gezählt haben. Das Weiße Haus machte dem Treiben jedoch einen Strich durch die Rechnung und erklärte unmissverständlich, chinesischen Staatsunternehmen den Einstieg in den Hafenbetrieb nicht zu gestatten.

Ein Lehrstück für Europa – und für Deutschland

Die Entwicklungen am Panamakanal sollten auch in Berlin und Brüssel aufmerksam verfolgt werden. Denn sie illustrieren auf eindrucksvolle Weise, was geschieht, wenn ein Staat seine kritische Infrastruktur in die Hände eines Akteurs legt, dessen Interessen nicht rein kommerzieller Natur sind. Der Politikwissenschaftler Carlos Medina vom Thinktank Americas Democracy Watch brachte es auf den Punkt: Panama habe erkannt, dass das Angebot der Kommunistischen Partei Chinas kein gewöhnliches Investitionsvorhaben gewesen sei, sondern ein umfassendes politisches Paket aus Kapital, langfristigen Verträgen, Kontrolle über die Hafeninfrastruktur und einem unsichtbaren politischen Regelwerk.

Infrastruktur sei für kleinere Staaten in einem strategischen Wettbewerb zwischen China und den USA nicht mehr nur eine wirtschaftliche Angelegenheit, sondern eine Frage von Souveränität und nationaler Sicherheit. Wie wahr. Deutschland hat diese Lektion bei der Beteiligung des chinesischen Staatskonzerns COSCO am Hamburger Hafen auf schmerzhafte Weise lernen müssen – und die Debatte darüber ist bis heute nicht verstummt.

Panama hat sich zudem bereits 2025 aus der chinesischen „Belt and Road"-Initiative zurückgezogen. Das Land lehne internationale Investitionen nicht grundsätzlich ab, setze aber zunehmend darauf, seine Partner gezielt auszuwählen. Für andere Staaten in Mittel- und Lateinamerika – und weit darüber hinaus – ergibt sich daraus eine unmissverständliche Botschaft: Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Peking mag kurzfristig verlockend erscheinen, doch die langfristigen politischen Kosten können die Erträge bei Weitem übersteigen.

Pekings globaler Einfluss stößt an seine Grenzen

Der taiwanesische Politikkommentator Henry Wu sieht in dem Urteil eine Signalwirkung für kleinere Staaten, die sich bislang der KPCh angenähert hätten – etwa Honduras, die Dominikanische Republik oder sogar Südkorea. Die Bestätigung des Urteils könne einen politischen Kurswechsel signalisieren und zeige, dass eine Annäherung an Peking weder den Interessen noch der Sicherheit dieser Länder diene. Der globale Einfluss der KPCh, so Wu, stoße an seine Grenzen und nehme ab.

In einer Welt, in der geopolitische Verwerfungen zunehmen und die Abhängigkeit von einzelnen Mächten zum existenziellen Risiko werden kann, ist Panamas Entscheidung ein Akt der Selbstbehauptung. Es bleibt zu hoffen, dass auch Europa – und insbesondere Deutschland – den Mut aufbringt, seine strategischen Interessen ebenso entschlossen zu verteidigen, statt sich weiterhin in naiver Abhängigkeit von autoritären Regimen zu wiegen. Denn eines lehrt die Geschichte am Panamakanal mit aller Deutlichkeit: Wer seine Souveränität verschenkt, bekommt sie nur unter größten Mühen zurück.

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