
Pelosis Schachzug: Die alte Strippenzieherin kürt bereits den nächsten Präsidentschaftskandidaten
Sie ist 85 Jahre alt, steht kurz vor dem Ende ihrer Kongresskarriere – und zieht dennoch die Fäden wie eh und je. Nancy Pelosi, die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, hat offenbar ihren Favoriten für das Weiße Haus 2028 auserkoren. Und es ist nicht etwa Kamala Harris, die gescheiterte Vizepräsidentin, sondern Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.
Eine „Fan-Girl" auf Mission
Was sich in den vergangenen Monaten abgespielt hat, gleicht einer regelrechten politischen Krönungszeremonie. Pelosi habe sich in eine „Gavin-Fan-Girl" verwandelt, wie ein ehemaliger Mitarbeiter es formulierte. Sie mobilisiere ihr legendäres Spendernetzwerk und setze ihr gesamtes politisches Kapital ein, um Newsom als künftigen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten zu positionieren. In Interviews mit dem New Yorker, der Vogue und dem Atlantic überschüttete sie den Gouverneur geradezu mit Lobeshymnen. Er sei „meisterhaft" in Führung, Vision und strategischem Denken. Sie habe ihn „wachsen sehen" – politisch wie persönlich. Man könnte meinen, hier spräche eine stolze Großmutter über ihren Lieblingsenkel.
Besonders aufschlussreich ist Pelosis Versuch, Newsom vom Image des privilegierten Sprösslings zu befreien. Jeder denke bei Gavin an einen silbernen Löffel, doch das sei falsch – er sei stets ein harter Arbeiter gewesen. Eine bemerkenswerte Aussage über einen Mann, dessen familiäre Verbindungen zu Pelosi selbst tief reichen: Ihr Schwager war mit Newsoms Tante verheiratet. Pelosi pflegt zu sagen, sie habe Newsom gekannt, bevor er geboren wurde.
Der kalkulierte Affront gegen Kamala Harris
Was Pelosis Manöver besonders brisant macht, ist die unmissverständliche Botschaft an Kamala Harris. Die ehemalige Vizepräsidentin führt in nationalen Umfragen mit 27,5 Prozent vor Newsom, der bei 22,7 Prozent liegt. Doch Umfragewerte sind in der demokratischen Partei offenbar weniger wert als das Wohlwollen der Strippenzieher. Pelosi hatte Harris 2024 zwar schnell unterstützt, nachdem Joe Biden aus dem Rennen ausgestiegen war – ein Schritt, der damals sogar Barack Obama erzürnte. „Was zum Teufel hast du gerade getan?", soll Obamas Botschaft an Pelosi sinngemäß gelautet haben.
Harris verlor anschließend krachend gegen Donald Trump, obwohl sie mehr als eine Milliarde Dollar im Wahlkampf verbrannte. Ein Desaster, das viele Großspender zutiefst desillusionierte. Pelosis Unterstützung hätte Harris nun helfen können, den Schaden zu reparieren. Stattdessen hat die alte Dame offensichtlich weitergeblättert.
Die Demokraten und ihr ewiges Dilemma
Dass Pelosi gegenüber Politico erklärte, Newsom „würde einen großartigen Präsidenten abgeben", gleichzeitig aber diplomatisch anfügte, die Demokraten hätten viele starke potenzielle Kandidaten – diese Absicherung sollte niemanden täuschen. Ehemalige Mitarbeiter betonen, Pelosi schwärme selten für jemanden, und wenn sie es tue, habe sie sich bereits entschieden. „Sie liegt fast nie falsch", sagte ein ehemaliger Stabsmitarbeiter. „Wenn sie sagt, sie sieht etwas, dann ist es real."
Doch ob Pelosis Wette aufgeht, steht auf einem anderen Blatt. Newsom schleppt erheblichen Ballast mit sich: Kalifornien kämpft unter seiner Führung mit explodierender Obdachlosigkeit, steigender Kriminalität und einer massiven Abwanderung von Bürgern und Unternehmen. Ein Gouverneur, unter dessen Ägide der einstige Goldene Staat zum abschreckenden Beispiel verfehlter linker Politik wurde – soll dieser Mann nun das ganze Land führen?
Identitätspolitik gegen Kompetenz
Harris wiederum hat trotz ihrer gescheiterten Kampagne einen entscheidenden Vorteil in einer Partei, die sich der Identitätspolitik verschrieben hat: Sie ist keine weiße männliche Person. In einer politischen Bewegung, die Diversität zum obersten Dogma erhoben hat, wiegt dieses Merkmal schwerer als jede politische Bilanz. Es ist ein bezeichnendes Symptom unserer Zeit, dass nicht Leistung und Ergebnisse über Kandidaturen entscheiden, sondern Herkunft und Geschlecht.
Für Beobachter diesseits des Atlantiks bietet das Schauspiel eine lehrreiche Lektion. Die Art und Weise, wie in der demokratischen Partei Kandidaten hinter verschlossenen Türen ausgewählt werden – lange bevor ein einziger Wähler seine Stimme abgibt –, offenbart ein zutiefst elitäres Politikverständnis. Pelosis Endorsements tragen bei der Spenderklasse und den Parteieliten enormes Gewicht. Indem sie Newsom jetzt aufbaut, signalisiert sie den Geldgebern, wohin die „klugen Investitionen" fließen sollten. Demokratie? Eher eine gut geölte Maschinerie der Macht.
Ob Donald Trump, der seit Januar 2025 seine zweite Amtszeit als US-Präsident absolviert, sich vor einem Herausforderer Newsom fürchten müsste, darf bezweifelt werden. Doch eines ist sicher: Nancy Pelosi wird bis zu ihrem letzten politischen Atemzug versuchen, die Geschicke ihrer Partei zu lenken. Manche Puppenspieler legen die Fäden eben nie freiwillig aus der Hand.
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