
Pjöngjang und Peking: Wenn Diktaturen sich gegenseitig auf die Schulter klopfen
Während die westliche Welt mit ihren eigenen Krisen ringt, zelebrieren zwei der undurchsichtigsten Regime der Erde ihre „historische Freundschaft". In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang hat am Donnerstag der neunte Kongress der alleinregierenden Partei der Arbeit Koreas begonnen – das erste Treffen dieser Art seit fünf Jahren. Und Peking ließ es sich nicht nehmen, dem Nachbarn umgehend ein Gratulationsschreiben zu übermitteln, das vor diplomatischer Süße nur so trieft.
Chinas Glückwünsche: Propaganda im Diplomatengewand
Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas beglückwünschte die nordkoreanische Staatspartei dazu, die Wirtschaft des Landes entwickelt und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert zu haben. Man wünsche dem Volk „anhaltenden Erfolg beim sozialistischen Aufbau", so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die bilateralen Beziehungen seien in eine „neue historische Periode" eingetreten. Peking sei bereit, den Austausch zu vertiefen und zu „regionalem Frieden, Stabilität und Wohlstand" beizutragen.
Man muss sich diese Formulierungen auf der Zunge zergehen lassen. Verbesserte Lebensbedingungen? In einem Land, dessen nominales Bruttonationaleinkommen pro Kopf bei umgerechnet gerade einmal 1.239 US-Dollar liegt – lächerliche 3,4 Prozent des südkoreanischen Niveaus? Die Bevölkerung leidet unter Versorgungsengpässen, internationaler Isolation und einem der repressivsten Überwachungssysteme der Menschheitsgeschichte. Doch in der Welt der kommunistischen Diplomatie scheint die Realität eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Wirtschaftswachstum auf Kosten von Blut und Waffen
Immerhin: Laut Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank wuchs Nordkoreas Wirtschaft im Jahr 2024 um 3,7 Prozent. Klingt zunächst beachtlich. Doch ein Blick auf die Triebfedern dieses Wachstums offenbart ein düsteres Bild. Hauptmotor war demnach die Ausweitung der militärischen Zusammenarbeit mit Russland. Pjöngjang lieferte Moskau Waffen und Munition für den Krieg gegen die Ukraine und entsandte sogar eigene Truppen in den Kursk-Oblast. Die Schwerindustrie – also im Wesentlichen die Rüstungsproduktion – legte um sagenhafte 10,7 Prozent zu, so stark wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.
Ein Land, das seinen bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung dem Export von Tod und Zerstörung verdankt – und dafür von Peking beglückwünscht wird. Die Ironie könnte kaum bitterer sein. Kim Jong-un, der dritte Herrscher einer Familiendynastie, die seit der Staatsgründung 1948 das Land mit eiserner Faust regiert, inszeniert sich derweil als Modernisierer. Er weihte neue Wohnviertel in Pjöngjang ein, darunter die Saeppyol-Straße im Stadtteil Hwasong, und verkündete stolz die Übererfüllung eines Bauplans für 50.000 Wohnungen.
Potemkinsche Dörfer in Pjöngjang
Wer allerdings glaubt, dass diese Prestigeprojekte in der Hauptstadt die Lebenswirklichkeit der nordkoreanischen Bevölkerung widerspiegeln, der glaubt vermutlich auch, dass die Juche-Ideologie – jene führerzentrierte Staatsdoktrin, die nationale Selbstständigkeit und Eigenversorgung predigt – tatsächlich funktioniert. Die Wahrheit ist: Nordkorea bleibt eines der ärmsten und isoliertesten Länder der Welt, belegt mit umfassenden Sanktionen der Vereinten Nationen, der USA und der Europäischen Union.
Geopolitisches Kalkül statt echter Freundschaft
Für China ist die Unterstützung Nordkoreas freilich kein Akt der Nächstenliebe, sondern knallhartes geopolitisches Kalkül. Die koreanische Halbinsel markiert eine der sensibelsten Bruchlinien zwischen chinesischer und amerikanischer Einflusssphäre. Ein instabiles oder gar kollabierendes Nordkorea wäre für Peking ein Albtraum – Millionen Flüchtlinge an der Grenze, amerikanische Truppen möglicherweise direkt vor der eigenen Haustür. Also stützt man das Regime, lobt seine „Errungenschaften" und spricht von „strategischer Führung".
Dass Pjöngjang parallel zum Parteitag erneut militärische Stärke demonstrierte – Ende Januar wurde ein großkalibriges Mehrfachraketenwerfersystem getestet, neue 600-Millimeter-Raketenwerfer an das Militär übergeben –, dürfte in Peking bestenfalls ein Achselzucken ausgelöst haben. Kim Jong-un besuchte zudem eine im Bau befindliche Gedenkstätte für im Ausland gefallene Soldaten, ein kaum verhüllter Verweis auf nordkoreanische Kämpfer im Ukraine-Krieg.
Was der Westen daraus lernen sollte
Die Achse Peking-Pjöngjang-Moskau verfestigt sich zusehends. Während Europa und insbesondere Deutschland sich in endlosen Debatten über Gendersternchen und Klimaneutralität verlieren, schmieden autoritäre Regime handfeste Allianzen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz wäre gut beraten, diese Entwicklungen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern endlich eine Außen- und Sicherheitspolitik zu formulieren, die den Realitäten des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Denn eines zeigt der Kongress in Pjöngjang mit erschreckender Klarheit: Die Welt wird nicht sicherer, wenn man die Augen verschließt.
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