
Prinz Andrew in Polizeigewahrsam: Der tiefe Fall eines Royals
Was sich am Donnerstag auf dem königlichen Anwesen Sandringham abspielte, dürfte in die Annalen der britischen Monarchie eingehen. Andrew Mountbatten-Windsor, einst Prinz und Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth II., wurde an seinem 66. Geburtstag von Zivilbeamten festgenommen – ausgerechnet auf königlichem Grund und Boden. Nach elf Stunden in Polizeigewahrsam verließ er die Wache in Norfolk mit einem Gesicht, das Bände sprach: aufgerissene Augen, blanke Fassungslosigkeit, die Hände schützend vors Gesicht gepresst.
Elf Stunden hinter Gittern – und kein Ende in Sicht
Die Festnahme des ehemaligen Prinzen erfolgte im Zusammenhang mit dem Verdacht des Amtsmissbrauchs – ein Vorwurf, der direkt mit seiner langjährigen und mittlerweile berüchtigten Verbindung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zusammenhängt. Gegen 19 Uhr Ortszeit wurde Andrew zwar entlassen, doch nur unter strengen Auflagen. Die Polizei stellte unmissverständlich klar, dass die Ermittlungen andauern würden. Von einem Freispruch oder einer Entwarnung kann also keine Rede sein.
Rund eine Stunde nach seiner Entlassung fuhr ein schwarzer Range Rover vor dem Anwesen Sandringham vor. Auf dem Rücksitz: der gedemütigte Ex-Royal, der sich vor den Kameras zu verstecken versuchte. Sein neues Zuhause ist nicht mehr die prachtvolle Royal Lodge in Windsor mit ihren 30 Zimmern, sondern ein bescheidenes Landhaus namens Wood Farm. Ein symbolischer Abstieg, der kaum treffender sein könnte.
Die königliche Familie wendet sich ab
Besonders bemerkenswert ist die Reaktion des Buckingham Palace. König Charles III. soll von der bevorstehenden Festnahme seines Bruders nichts gewusst haben – oder zumindest wird dies so kommuniziert. Statt sich schützend vor Andrew zu stellen, tat der Monarch das Gegenteil: Er stellte sich geschlossen hinter die Polizei und erklärte, die Ermittlungen hätten ihren Lauf zu nehmen. Prinz William und Prinzessin Kate schlossen sich dieser Haltung an. Eine deutlichere Distanzierung innerhalb einer Familie ist kaum vorstellbar.
Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson sei untergetaucht, heißt es aus britischen Medienkreisen. Der Kontakt zu seinen beiden Töchtern Beatrice und Eugenie sei teilweise zerrüttet. Der Mann, der einst als Kriegsheld des Falklandkrieges gefeiert wurde und zu den beliebtesten Mitgliedern der Royal Family zählte, steht nun vollkommen allein da. Kein Verbündeter, kein Fürsprecher, kein Schutzschild mehr.
Der Schatten Epsteins wird immer länger
Der Fall Andrew ist untrennbar mit dem Namen Jeffrey Epstein verbunden – jenem Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter, der sich 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben nahm und ein Netz aus Missbrauch, Macht und Vertuschung hinterließ. Immer neue Skandalfotos aus den Epstein-Akten verschlimmerten Andrews Lage über die Jahre hinweg. Eines der verstörendsten Bilder zeigt den Ex-Prinzen in einer kompromittierenden Pose – veröffentlicht vom US-Justizministerium.
Einer der schwersten Vorwürfe betrifft den mutmaßlichen Missbrauch von Virginia Giuffre, die zum Zeitpunkt der ihr angetanen Tat minderjährig gewesen sein soll. Giuffre, die jahrelang gegen das Epstein-Netzwerk kämpfte und Andrew öffentlich beschuldigte, nahm sich im April 2025 im Alter von nur 41 Jahren das Leben. Ihre Angehörigen äußerten sich nach Andrews Festnahme erleichtert. Für die zahlreichen Opfer Epsteins dürfte dieser Tag ein Signal sein: Niemand steht über dem Gesetz. Nicht einmal ein Royal.
Ein Zeitlupen-Absturz vor den Augen der Weltöffentlichkeit
Man konnte diesem Niedergang regelrecht in Zeitlupe zusehen. Erst die peinlichen Fotos, dann das desaströse BBC-Interview im Jahr 2019, in dem Andrew mit seiner Unfähigkeit zur Empathie die Nation schockierte. Es folgten der Verlust der royalen Titel, der erzwungene Auszug aus der Royal Lodge und schließlich die Verbannung nach Sandringham. Nun also die Festnahme. Der Vorwurf des Amtsmissbrauchs wiegt schwer – im schlimmsten Fall droht Andrew eine lebenslange Haftstrafe.
Dieser Fall wirft einmal mehr ein grelles Licht auf die Frage, wie lange Eliten und Mächtige sich dem Zugriff der Justiz entziehen können. Jahrelang schien es, als würde Andrews Status als Mitglied der königlichen Familie ihn vor ernsthaften Konsequenzen bewahren. Dass nun selbst die eigene Familie den Schulterschluss mit den Ermittlungsbehörden sucht, zeigt: Die Zeiten des Wegschauens sind vorbei. Zumindest in Großbritannien.
Ob die deutsche Justiz bei vergleichbaren Fällen politischer Verflechtungen und Machtmissbrauchs ähnlich konsequent vorgehen würde, darf indes bezweifelt werden. In einem Land, in dem politische Verantwortung allzu oft im Nebel der Bürokratie und des Koalitionsproporzes verschwindet, wirkt die britische Entschlossenheit fast schon wie ein Lehrstück in Sachen Rechtsstaatlichkeit.
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