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Kettner Edelmetalle
21.02.2026
08:54 Uhr

Riad will Israel umgehen: Saudi-Arabien plant Glasfaserkabel nach Europa über Syrien

Es ist ein geopolitisches Signal, das es in sich hat: Saudi-Arabien drängt darauf, Israel als Transitland für ein geplantes Glasfaserkabel zwischen dem Königreich und Griechenland durch Syrien zu ersetzen. Was auf den ersten Blick wie eine technische Routenänderung wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen eine tektonische Verschiebung der Machtverhältnisse im Nahen Osten – mit weitreichenden Konsequenzen für Europa und die globale digitale Infrastruktur.

Vom Normalisierungskurs zur kalten Schulter

Noch 2022, als das Projekt des „East to Med Data Corridor" (EMC) von Saudi-Arabien und Griechenland gemeinsam angekündigt wurde, befand sich Riad in Verhandlungen mit Washington über eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zu Israel. Die geplante Kabelroute sollte damals über Jordanien und Israel verlaufen. Doch die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und Israels anschließende Militäroffensive in Gaza, die von den Vereinten Nationen und zahlreichen Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird, haben diese Pläne gründlich zunichtegemacht.

Kronprinz Mohammed bin Salman hat Israel öffentlich des Genozids in Gaza beschuldigt, wo mittlerweile über 72.000 Palästinenser getötet worden seien. Die saudische Forderung, Syrien statt Israel als Transitland zu nutzen, sei laut regionalen Beobachtern ein unmissverständliches Zeichen dafür, wie fundamental sich die Allianzen in der Region verschoben hätten.

Syrien als neues Drehkreuz der Konnektivität

„Für Saudi-Arabien steht Damaskus im Zentrum der regionalen Vernetzung", soll ein westlicher Beamter erklärt haben, der mit Riads Investitionsstrategie vertraut sei. Die Saudis wollten, dass Straßen, Kabel und Züge durch Syrien führten. Tatsächlich kündigte der saudische Telekommunikationsriese STC bereits im Februar an, rund 800 Millionen Dollar in Syriens Telekommunikationsinfrastruktur zu investieren. Geplant sei ein Glasfasernetz von über 4.500 Kilometern Länge, das Syrien regional und international anbinden solle.

Kristian Coates Ulrichsen, ein Golf-Experte am Baker Institute der Rice University, ordnete die Entwicklung unmissverständlich ein: Das Projekt sei konsistent mit saudischen Bestrebungen, Syrien wieder in die regionale Ordnung zu integrieren und gleichzeitig jegliche greifbaren Verbindungen zu Israel herunterzuspielen. Das Jahr 2022 sei der Höhepunkt der Normalisierungsgespräche zwischen Saudi-Arabien und Israel gewesen – was nun geschehe, zeige den fundamentalen Wandel in Riads Haltung.

Griechenland zwischen den Stühlen

Für Athen könnte diese Entwicklung zu einem veritablen Balanceakt werden. Griechenland positioniert sich seit Jahren als Brücke zwischen Europa und dem Nahen Osten – für Energie, Immobilien und künstliche Intelligenz. Dabei pflegt die griechische Regierung besonders enge Beziehungen zu Israel, das man in Athen als Verbündeten gegen die Türkei und als Versicherungspolice für das amerikanische Engagement im östlichen Mittelmeer betrachtet.

Sollte Saudi-Arabien tatsächlich auf der Syrien-Route bestehen, könnte dies Griechenlands Verhältnis zu Israel erheblich belasten. Eine Präsentation des griechischen Energieversorgers PPC vom November 2025 zeige allerdings noch die alte Route über Israel – ein Hinweis darauf, dass die Verhandlungen noch im Fluss seien.

Nicht nur Daten, auch Strom soll an Israel vorbei fließen

Bemerkenswert ist, dass sich die saudische Umgehungsstrategie nicht auf Glasfaserkabel beschränkt. Auch ein geplantes Stromkabelprojekt – eine Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindung (HVDC) zwischen dem Golf und Europa – solle nach Riads Vorstellungen über Syrien statt über Israel verlaufen. Die Botschaft könnte kaum deutlicher sein: Saudi-Arabien nutzt seinen enormen Reichtum, um regionale Verbündete zu stärken und Israel systematisch aus strategischen Infrastrukturprojekten herauszudrängen.

Julian Rawle, ein US-amerikanischer Berater für Unterwasser-Glasfaserkabel, bestätigte, dass die saudische Forderung nach einer Syrien-Route neu sei. Menschen suchten nach zusätzlichen terrestrischen Routen zwischen dem Indischen Ozean und dem Mittelmeer, und Syrien stelle eine weitere Option dar – vorausgesetzt, man fühle sich mit der sich entwickelnden politischen Lage dort wohl genug.

Das östliche Mittelmeer: Friedhof der Großprojekte?

Skeptiker dürften zu Recht darauf hinweisen, dass das östliche Mittelmeer bereits übersät ist mit den Überresten gescheiterter Infrastrukturgroßprojekte. Eine Gaspipeline zwischen Griechenland, Zypern und Israel wurde nie realisiert. Das „Great Sea Interconnector"-Kabel zwischen denselben Ländern hat sich in endlosen Verzögerungen verfangen. Die Türkei, die weite Teile des östlichen Mittelmeers für sich beansprucht, hat diese Projekte stets torpediert.

Dennoch gilt das EMC-Projekt als eines der realistischeren Vorhaben. Griechische und saudische Banken haben bereits eine Vereinbarung zur Finanzierung von 60 Prozent des Projekts unterzeichnet, und 2023 wurde ein Liefervertrag mit Alcatel Submarine Networks für den Bau zweier Unterwasser- und Landkabel geschlossen. Das sind keine Absichtserklärungen auf Hochglanzpapier, sondern handfeste finanzielle Verpflichtungen.

Ein Lehrstück über die Vergänglichkeit geopolitischer Allianzen

Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als eine Neuordnung der strategischen Landkarte des Nahen Ostens – und Europa sitzt mittendrin. Während die Golfstaaten sich als Exporteure künstlicher Intelligenz positionieren und ihre Rechenzentren mit den Geschäftsmetropolen Ostasiens wie Singapur verbinden wollen, verschieben sich die Eintrittspunkte nach Europa immer weiter nach Osten. Marseille und Genua, einst die klassischen Anlandepunkte für Glasfaserkabel, verlieren an Bedeutung zugunsten von Griechenland und der Türkei.

Für Deutschland und Europa sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Die digitale Infrastruktur der Zukunft wird nicht in Brüsseler Konferenzräumen entschieden, sondern in Riad, Abu Dhabi und Ankara. Wer hier nicht am Tisch sitzt, wird zum Spielball fremder Interessen. Statt sich in ideologischen Debatten über Gendersternchen und Klimaneutralität zu verlieren, täte die europäische Politik gut daran, die geostrategischen Realitäten des 21. Jahrhunderts endlich ernst zu nehmen. Die Glasfaserkabel von heute sind die Handelsrouten von morgen – und wer sie kontrolliert, kontrolliert den Datenfluss und damit einen wesentlichen Teil der wirtschaftlichen Macht.

In Zeiten solch fundamentaler geopolitischer Umwälzungen erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenfeste Wertanlage ihre Berechtigung haben. Wenn sich Allianzen über Nacht verschieben und Milliardenprojekte umgeleitet werden, bieten sie jene Stabilität, die politische Versprechen und digitale Infrastruktur allein nicht garantieren können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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