
Sudan versinkt im Chaos: UN schlagen Alarm über eskalierende Luftangriffe auf Zivilisten
Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf die geopolitischen Krisenherde in der Ukraine und im Nahen Osten blickt, spielt sich im Sudan eine humanitäre Katastrophe ab, die in den westlichen Medien kaum mehr als eine Randnotiz wert zu sein scheint. Die Vereinten Nationen zeigen sich nun „zutiefst alarmiert" über die jüngste Eskalation der Gewalt – doch die Frage drängt sich auf: Wie viele Alarmstufen hat die Weltgemeinschaft eigentlich noch übrig?
Drohnen gegen Moscheen und Schulen
Die Fakten sind erschütternd. Am Mittwochmorgen traf ein Drohnenangriff eine Moschee in der Stadt Al-Rahad im Bundesstaat Nord-Kordofan. Zwei Kinder seien dabei getötet und 13 weitere verletzt worden, wie Stephane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, unter Berufung auf die Ärztevereinigung Sudan Doctors Network mitteilte. Bereits in der Nacht zuvor habe ein weiterer Drohnenangriff eine Grundschule in der Stadt Dilling im Bundesstaat Süd-Kordofan getroffen. Gotteshäuser, Bildungseinrichtungen, Kinder – es scheint, als gäbe es im sudanesischen Bürgerkrieg keinerlei rote Linien mehr.
Damit nicht genug: Raketen hätten darüber hinaus ein Lagerhaus des Welternährungsprogramms in Kadugli, der Hauptstadt des Bundesstaates Süd-Kordofan, beschädigt. Ausgerechnet jene Infrastruktur, die dazu dient, die hungernde Bevölkerung am Leben zu erhalten, wird zum Ziel militärischer Operationen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Hilfslieferungen werden zerstört, während Millionen Menschen auf genau diese Hilfe angewiesen sind.
Hohle Appelle einer machtlosen Weltgemeinschaft
Dujarric kritisierte die Angriffe mit den üblichen diplomatischen Floskeln. Zivilisten und zivile Infrastruktur – darunter Schulen, Gotteshäuser und humanitäre Einrichtungen – müssten im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht geschützt werden. Alle Parteien seien aufgefordert, einen „schnellen, sicheren, ungehinderten und dauerhaften Zugang" für humanitäre Hilfe zu gewährleisten. Schöne Worte. Doch wer soll sie durchsetzen?
Der Sudan befindet sich seit April 2023 in einem verheerenden Bürgerkrieg zwischen der regulären Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Mohamed Hamdan Dagalo. Was als Machtkampf zweier Generäle begann, hat sich längst zu einer der schlimmsten humanitären Krisen der Gegenwart ausgewachsen. Millionen Menschen sind auf der Flucht, Hunger und Krankheiten grassieren, und die internationale Gemeinschaft schaut weitgehend tatenlos zu.
Deutschlands Rolle: Zwischen Selbstbeschäftigung und globaler Verantwortung
Während in Berlin die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg bringt und sich die politische Klasse vornehmlich mit sich selbst beschäftigt, verhungern im Sudan Kinder. Die deutsche Außenpolitik, die sich so gerne als wertebasiert inszeniert, bleibt in Bezug auf den afrikanischen Kontinent auffallend still. Man fragt sich unwillkürlich, ob die viel beschworene „regelbasierte internationale Ordnung" nur dann gilt, wenn es geopolitisch opportun erscheint.
Die Tragödie im Sudan ist auch ein Sinnbild für das Versagen multilateraler Institutionen. Die Vereinten Nationen können warnen, appellieren und sich „zutiefst alarmiert" zeigen – doch ohne den politischen Willen der Großmächte bleiben diese Worte nichts als heiße Luft. In einer Welt, in der Konflikte sich multiplizieren und die Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit immer kürzer wird, drohen die Menschen im Sudan schlicht vergessen zu werden. Und das ist vielleicht die größte Tragödie von allen.
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