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Kettner Edelmetalle
06.02.2026
20:40 Uhr

Trumps Öl-Poker: Venezuela als Spielball zwischen Washington, Peking und Neu-Delhi

Die geopolitischen Karten im globalen Ölgeschäft werden neu gemischt. US-Präsident Donald Trump signalisiert überraschende Offenheit gegenüber chinesischen und indischen Investitionen in Venezuelas maroden Ölsektor – doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Denn während der Präsident großzügig Einladungen ausspricht, zieht sein Finanzministerium die Zügel straffer denn je.

Einladung mit Fußangeln

An Bord der Air Force One verkündete Trump Ende Januar, China sei „willkommen, einzusteigen", und man werde „einen großartigen Deal beim Öl machen". Gleichzeitig arbeite Washington mit Indien an einem Plan, venezolanisches Rohöl anstelle von iranischem zu beziehen. Das grundlegende Konzept sei bereits vereinbart, so der Präsident.

Was Trump jedoch nicht erwähnte: Die neuen Lizenzbestimmungen des US-Finanzministeriums verwandeln diese vermeintliche Öffnung in einen streng kontrollierten Korridor. Die sogenannte „General License 46" des Office of Foreign Assets Control erlaubt zwar bestimmte Ölaktivitäten mit Venezuela – aber nur unter Bedingungen, die Washington die vollständige Kontrolle sichern.

US-Recht als unumgängliche Bedingung

Die Auflagen haben es in sich: Sämtliche Verträge müssen US-amerikanischem Recht unterliegen, Streitigkeiten werden ausschließlich vor US-Gerichten verhandelt. Zahlungen an sanktionierte Parteien dürfen nicht direkt erfolgen, sondern müssen in speziell eingerichtete „Foreign Government Deposit Funds" fließen – unter amerikanischer Aufsicht und mit eingeschränktem Zugriff.

Besonders brisant: Transaktionen mit Russland, Iran, Nordkugel oder Kuba sind kategorisch ausgeschlossen. Und für chinesische Strukturen gelten zusätzliche Beschränkungen. Die Lizenz verbietet Geschäfte mit US- oder Venezuela-basierten Unternehmen, die von Personen oder Firmen aus der Volksrepublik China kontrolliert werden oder mit diesen in Joint Ventures operieren.

Wer unter US-Autorisierung operieren will, muss US-Gerichtsbarkeit, US-Aufsicht und US-kontrollierte Zahlungskanäle akzeptieren.

Indien als williger Partner

Für Indien könnte sich die Situation als Chance erweisen. Das Land war vor den verschärften Sanktionen ein bedeutender Abnehmer venezolanischen Öls – 2019 importierte Neu-Delhi durchschnittlich 300.000 Barrel täglich. Diese Mengen brachen 2020 dramatisch ein.

Trump verkündete bereits Anfang Januar, die USA und Indien hätten ein Handelsabkommen erzielt und würden gegenseitig Zölle senken. Indien habe zudem zugestimmt, kein russisches Öl mehr zu kaufen – ein Schritt, der Moskau unter Druck setzen und den Ukraine-Krieg verkürzen soll. Venezuelanisches Öl könnte für Neu-Delhi eine Alternative darstellen, die besser mit der US-Politik harmoniert.

Chinas riskante Position

Peking hingegen steckt in einer deutlich komplizierteren Lage. Über zwei Jahrzehnte wurde China zu einem der wichtigsten Finanziers von Caracas. Seit 2007 flossen geschätzte 60 Milliarden Dollar in sogenannten „Öl-gegen-Kredite"-Deals nach Venezuela. 2023 gingen etwa 68 Prozent der venezolanischen Ölexporte nach China – größtenteils zur Schuldenrückzahlung.

Sollte es Washington gelingen, Venezuelas Ölströme unter sein eigenes Regelwerk zu lenken, drohen China Verluste von 10 bis 12 Milliarden Dollar auf ausstehende Kredite. Auf die Frage, ob China sein Geld jemals zurückbekommen werde, antwortete Trump lakonisch: „Ich weiß es nicht."

Gigantische Reserven, marode Infrastruktur

Venezuela verfügt über geschätzte 303 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven – eine der größten Lagerstätten weltweit. Doch Jahre der Misswirtschaft, Sanktionen und der Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte haben die Industrie schwer beschädigt. Ende der 1990er Jahre produzierte das Land noch 3,5 Millionen Barrel täglich. Heute sind es gerade einmal 1,1 Millionen.

Wall-Street-Analysten sehen Wachstumspotenzial, aber keinen schnellen Aufschwung. JPMorgan schätzt, dass die Produktion innerhalb von zwei Jahren auf 1,3 bis 1,4 Millionen Barrel steigen könnte. Goldman Sachs prognostiziert, dass bei einer Förderung von 2 Millionen Barrel täglich die globalen Ölpreise um etwa 4 Dollar pro Barrel fallen könnten.

Strategische Neuausrichtung mit klarer Botschaft

Trumps Vorstoß offenbart eine typische Strategie seiner zweiten Amtszeit: Scheinbare Offenheit bei gleichzeitiger Verschärfung der Kontrolle. Die Botschaft an Peking ist unmissverständlich – wer am venezolanischen Öl partizipieren will, muss sich amerikanischen Spielregeln unterwerfen. Für die deutsche Wirtschaft und europäische Energiepolitik bedeutet diese Entwicklung einmal mehr, dass die Abhängigkeit von US-dominierten Strukturen weiter zunimmt.

In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen erweist sich einmal mehr die Bedeutung von Vermögenswerten, die außerhalb politischer Einflussnahme liegen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten hier eine zeitlose Alternative zur Vermögenssicherung – unabhängig davon, welche Machtkonstellation gerade die globalen Ölströme kontrolliert.

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