
Trumps Zollhammer zerschmettert den amerikanischen Mittelstand
Was passiert, wenn ein Präsident seinen eigenen Bürgern den wirtschaftlichen Boden unter den Füßen wegzieht? Die Antwort liefert derzeit der amerikanische Mittelstand – und sie ist verheerend. Während Donald Trump seine protektionistische Handelspolitik als Segen für die heimische Wirtschaft verkauft, sterben in den Vereinigten Staaten reihenweise kleine und mittlere Unternehmen einen leisen, aber qualvollen Tod.
44 Jahre Familientradition – ausgelöscht durch Sonderabgaben
Jennifer Bergman aus New York steht exemplarisch für das Schicksal Tausender amerikanischer Kleinunternehmer. Über vier Jahrzehnte lang führte sie ein Spielwarengeschäft, das bereits ihre Eltern aufgebaut hatten. Im Juli vergangenen Jahres war Schluss. Die Zölle hätten ihr das Genick gebrochen, berichtet die Unternehmerin. Auf Importe aus China – dem mit Abstand wichtigsten Herkunftsland für Spielzeug weltweit – wurden zeitweise Sonderabgaben von atemberaubenden 145 Prozent fällig. „Unsere Preise steigen, und ich kann da nicht mit den Großen mithalten", erklärt Bergman in einer Videobotschaft. Ein Satz, der in seiner Schlichtheit die ganze Tragödie zusammenfasst.
Denn genau hier liegt das perfide Paradoxon der Trumpschen Zollpolitik: Während Großkonzerne mit ihren gewaltigen Einkaufsvolumina, diversifizierten Lieferketten und prall gefüllten Kriegskassen die Belastungen noch einigermaßen abfedern können, trifft es die Kleinen mit voller Wucht. Der Familienbetrieb um die Ecke hat eben keine Armada von Handelsanwälten und keine Möglichkeit, mal eben die gesamte Beschaffung nach Vietnam oder Indien umzulenken.
63 Milliarden Dollar – und es wird noch schlimmer
Die Zahlen, die nun aus dem US-Senat kommen, sind erschütternd. Seit März 2025 hätten kleine und mittelgroße Unternehmen insgesamt 63,1 Milliarden Dollar an Sonderabgaben getragen – so die Berechnung des Senate Committee on Small Business and Entrepreneurship. Sollten die Zölle in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben, drohe den betroffenen Firmen eine jährliche Belastung von rund 100 Milliarden Dollar. Wohlgemerkt: Das sind nicht die Kosten für die gesamte amerikanische Wirtschaft, sondern ausschließlich die Last, die auf den Schultern des Mittelstands liegt.
Man muss sich diese Dimension vor Augen führen. 100 Milliarden Dollar jährlich – das entspricht ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt eines kleineren EU-Mitgliedstaates. Und dieses Geld wird nicht etwa von chinesischen Exporteuren bezahlt, wie Trump es seinen Wählern gerne weismacht. Es sind amerikanische Unternehmer, die diese Zeche begleichen. Letztlich zahlt der amerikanische Verbraucher – durch höhere Preise an der Ladenkasse.
Nicht nur Zölle: Die versteckten Folgekosten
Dabei sind die direkten Zollkosten nur die Spitze des Eisbergs. Hinzu kommen explodierende Verwaltungsaufwände, die Notwendigkeit, Lieferketten umzustrukturieren, Lagerbestände aufzubauen und Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Für einen Betrieb mit zehn oder zwanzig Mitarbeitern können diese Folgekosten existenzbedrohend sein. Zahlreiche Kleinunternehmer hätten bereits Mitarbeiter entlassen müssen oder ihre Geschäfte ganz aufgegeben, heißt es.
Ein Warnsignal auch für Europa
Was in den USA geschieht, sollte auch hierzulande die Alarmglocken schrillen lassen. Trumps 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe treffen deutsche Exporteure empfindlich – und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der gewaltigen Herausforderung, die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft vor den Folgen dieses transatlantischen Handelskriegs zu schützen. Ob das mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen gelingt, das letztlich nichts anderes als schuldenfinanzierte Zukunftsbelastung darstellt, darf bezweifelt werden.
Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen: Trump, der sich als Retter des kleinen Mannes inszeniert, zerstört systematisch genau jene wirtschaftliche Basis, die das Rückgrat der amerikanischen Gesellschaft bildet. Der Mittelstand – in den USA wie in Deutschland das Fundament des Wohlstands – wird zwischen den Mühlsteinen geopolitischer Machtspiele zerrieben. Ob diese Politik für Trump zur echten Gefahr wird, hängt davon ab, wie lange seine Wählerschaft bereit ist, die wirtschaftlichen Schmerzen als notwendiges Opfer für eine vermeintlich größere Sache zu akzeptieren.
In Zeiten derartiger wirtschaftlicher Unsicherheiten und handelspolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Während Währungen durch Inflation entwertet werden, Lieferketten zusammenbrechen und politische Entscheidungen ganze Branchen in den Ruin treiben können, hat Gold über Jahrtausende seinen Wert bewahrt. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten Edelmetalle genau jene Stabilität, die in diesen turbulenten Zeiten dringend benötigt wird.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.
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