
Arbeitsmarkt in der Krise: Industrie kämpft ums Überleben, während Berlin weiter träumt

Die deutsche Wirtschaft steckt tief im Sumpf, und der Arbeitsmarkt zeigt erste Symptome einer schleichenden Erosion. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer kletterte im Januar zwar auf 93,4 Punkte – ein marginaler Anstieg gegenüber den 91,9 Punkten im Dezember – doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, bringt es auf den Punkt: Der Stellenabbau verlangsame sich zwar, komme aber noch nicht zum Stillstand. Besonders die Industrie bleibe unter massivem Druck, eine Trendwende sei nicht in Sicht.
Die Industrie blutet aus
Was sich hinter den nüchternen Zahlen verbirgt, ist ein Trauerspiel für den einstigen Wirtschaftsmotor Europas. In nahezu allen Bereichen der deutschen Industrie werden weiterhin Stellen gestrichen. Die Automobilbranche, einst das Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst, plant ebenso mit weniger Personal wie die Metallverarbeitung. Auch der Handel will künftig mit schlankeren Belegschaften auskommen. Man fragt sich unweigerlich: Wo soll das enden?
Während die Industrie darbt, zeigt sich der Dienstleistungssektor etwas robuster. Ingenieurbüros und IT-Dienstleister suchen sogar verstärkt nach neuem Personal. Doch kann ein Land, das seinen Wohlstand auf der Fertigung von Maschinen, Autos und Präzisionswerkzeugen aufgebaut hat, wirklich allein von Beratern und Programmierern leben? Die Antwort dürfte jedem klar denkenden Bürger einleuchten.
Bundesagentur für Arbeit: Hoffnung auf 2026 – aber nicht vor Jahresmitte
BA-Chefin Andrea Nahles verbreitet vorsichtigen Optimismus und prognostiziert für 2026 eine leichte Erholung. Erstmals seit drei Jahren könnte die Arbeitslosigkeit leicht zurückgehen – allerdings nicht vor Mitte des Jahres. Im Dezember war die Arbeitslosenquote bereits auf 6,2 Prozent gestiegen, der höchste Jahresdurchschnitt seit 2013. Drei Jahre wirtschaftliche Stagnation haben ihre Spuren hinterlassen.
„Der Arbeitsmarkt ist nach über drei Jahren konjunktureller Flaute geschwächt, zudem ist die Arbeitskräfteknappheit nicht mehr so ausgeprägt wie noch 2022."
Diese Einschätzung von Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) spricht Bände. Die Rahmenbedingungen haben sich dramatisch verschlechtert, und die Politik scheint dies geflissentlich zu ignorieren.
Mindestlohnerhöhung: Ein weiterer Sargnagel?
Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, wurde der gesetzliche Mindestlohn zu Jahresbeginn von 12,82 auf 13,90 Euro angehoben. Eine IAB-Analyse, die sich auf die Befragung von 150 regionalen Arbeitsagenturen stützt, offenbart beunruhigende Tendenzen. Zwar erwarten 86 Prozent der Agenturen keine unmittelbaren Beschäftigungseffekte in ihrem Bezirk. Doch der Anteil jener, die negative Auswirkungen befürchten, ist dreimal so hoch wie bei der letzten großen Erhöhung im Jahr 2022.
Die regionalen Arbeitsagenturen stehen in direktem Kontakt mit den Arbeitgebern vor Ort. Sie kennen die Realität – im Gegensatz zu manchen Berliner Schreibtischstrategen, die glauben, mit immer neuen Regulierungen und Belastungen die Wirtschaft ankurbeln zu können.
Ein Land am Scheideweg
Deutschland befindet sich in einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale, die durch ideologiegetriebene Politik der vergangenen Jahre massiv beschleunigt wurde. Die Deindustrialisierung schreitet voran, während man sich in Berlin mit Gendersternchen und Klimaneutralität bis 2045 beschäftigt. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur mag gut gemeint sein, doch es wird Generationen von Steuerzahlern belasten – und das, obwohl Friedrich Merz einst versprach, keine neuen Schulden zu machen.
Die fleißigen Bürger dieses Landes verdienen eine Politik, die Arbeitsplätze schafft statt vernichtet, die den Mittelstand stärkt statt erdrosselt und die traditionelle Werte wie Leistung und Eigenverantwortung wieder in den Mittelpunkt rückt. Ob die neue Große Koalition aus CDU/CSU und SPD diesen Kurswechsel vollziehen wird, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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