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Kettner Edelmetalle
12.02.2026
06:48 Uhr

Brände, Explosionen und hundert Millionen Euro Schaden: EnBW will Problemtochter Senec abstoßen

Was passiert, wenn ein Energiekonzern auf den Zug der vermeintlich grünen Zukunftstechnologien aufspringt, ohne die Risiken ausreichend zu beherrschen? Man bekommt brennende Batteriespeicher in deutschen Eigenheimen, eine Rückrufaktion von historischem Ausmaß und am Ende eine Rechnung in dreistelliger Millionenhöhe. Genau dieses Szenario spielt sich derzeit bei der EnBW und ihrer Batteriespeicher-Tochter Senec ab – ein Lehrstück über technologische Hybris und die Schattenseiten der Energiewende.

100.000 defekte Speicher in deutschen Haushalten

Die Zahlen sind erschütternd. Rund 100.000 Heimspeicher musste Senec bei Kunden austauschen, nachdem es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Bränden und Explosionen gekommen war. Man stelle sich das vor: Hunderttausend Familien, die sich im guten Glauben einen Batteriespeicher ins Haus holten – überzeugt davon, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten –, und dann mit einem potentiell brandgefährlichen Gerät im Keller leben mussten. Die Kosten für diese beispiellose Tauschaktion beziffert EnBW auf einen Betrag in „dreistelliger Millionenhöhe". Geld, das letztlich irgendwo erwirtschaftet werden muss.

Laut Konzernangaben sei die Austauschaktion mittlerweile nahezu abgeschlossen, „bis auf einige wenige Sonderfälle". Doch der Schaden – finanziell wie reputationsmäßig – ist längst angerichtet.

Verkauf, Schrumpfkur oder Weitermachen? EnBW am Scheideweg

Nun zieht der Stuttgarter Energieriese die Konsequenzen. EnBW prüfe aktuell mehrere Optionen für die Zukunft von Senec, darunter eine Fortführung, eine deutliche Verkleinerung oder eben den kompletten Verkauf. Ein Konzernsprecher bestätigte unmissverständlich: Man prüfe „aktuell auch einen Verkauf". Das Ziel sei es, „das Unternehmen so mit einem geeigneten Investor in die Zukunft zu führen". Konzernchef Georg Stamatelopoulos dränge auf eine Entscheidung noch im laufenden Jahr 2026.

Bemerkenswert ist, was nicht auf dem Tisch liegt: Eine Insolvenz sei nicht geplant, heißt es aus dem Konzern. Stattdessen wolle man einen geordneten Übergang schaffen. Ob sich allerdings ein Investor findet, der bereit ist, eine derart beschädigte Marke zu übernehmen, darf bezweifelt werden. Wer kauft schon gerne ein Unternehmen, dessen Produkte in deutschen Wohnzimmern Feuer gefangen haben?

Vertrauen – einmal verspielt, schwer zurückzugewinnen

EnBW verweist zwar auf „zunehmend positive Kundenbewertungen" und betont, der Feldaustausch sei „eine zentrale Maßnahme, um Verantwortung zu übernehmen und damit Vertrauen zurückzugewinnen". Doch solche PR-Formeln können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Marke Senec massiv gelitten hat. Vertrauen ist im Geschäft mit Heimspeichern – Geräten, die jahrelang im eigenen Haus stehen – keine Nebensache, sondern das Fundament. Und dieses Fundament hat tiefe Risse bekommen.

Offshore-Desaster als Parallele: 1,2 Milliarden Euro abgeschrieben

Die Senec-Problematik steht dabei nicht isoliert. Parallel vollzieht EnBW einen schmerzhaften Rückzug aus zwei britischen Offshore-Windprojekten und schreibt dafür satte 1,2 Milliarden Euro ab. Stamatelopoulos erklärte dazu, die Projekte seien „unter heutigen Rahmenbedingungen schlicht nicht mehr wirtschaftlich". Beim Einstieg 2021 sei „die Welt eine andere" gewesen – veränderte Zinsen und gestörte Lieferketten hätten die Kalkulation zunichte gemacht.

Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um hier ein Muster zu erkennen. Getrieben vom politischen Zeitgeist und dem unbedingten Willen, bei der Energiewende vorne mitzuspielen, wurden milliardenschwere Investitionsentscheidungen getroffen, die sich nun als kostspielige Fehlgriffe entpuppen. „Wir sind nicht bereit, Offshore-Windparks um jeden Preis zu bauen. Deshalb haben wir die Reißleine gezogen", so Stamatelopoulos. Eine bemerkenswert ehrliche Aussage – die allerdings die Frage aufwirft, warum diese Erkenntnis nicht früher reifte.

Ein Symptom der übereilten Energiewende

Der Fall Senec ist symptomatisch für eine Energiepolitik, die jahrelang Tempo über Sorgfalt stellte. Unter dem Druck politischer Vorgaben und milliardenschwerer Subventionsprogramme drängten Unternehmen in Märkte, deren technologische Reife offenbar nicht ausreichend geprüft wurde. Die Leidtragenden sind am Ende die Bürger – jene Eigenheimbesitzer, die sich auf die Sicherheit der Produkte verlassen hatten, und die Steuerzahler, die über Energiepreise und Konzernverluste indirekt mitzahlen.

Dass EnBW nun seine Beteiligungen „stärker nach Risiko und Kapitalbedarf sortiert", wie es aus dem Konzern heißt, mag betriebswirtschaftlich vernünftig sein. Doch es offenbart auch, wie leichtfertig zuvor agiert wurde. In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur plant und die Klimaneutralität bis 2045 sogar im Grundgesetz verankert hat, sollten solche Fälle als Warnsignal dienen. Nicht jede grüne Investition ist automatisch eine gute Investition – und nicht jede politisch gewollte Technologie ist marktreif.

Für die betroffenen Senec-Kunden bleibt zu hoffen, dass der Austausch tatsächlich vollständig abgeschlossen wird und keine weiteren Sicherheitsrisiken bestehen. Für den deutschen Energiemarkt insgesamt wäre es an der Zeit, ideologiefreier und nüchterner über Technologien, Risiken und Wirtschaftlichkeit zu diskutieren. Denn brennende Batteriespeicher in Eigenheimen sind kein Kollateralschaden, den man achselzuckend hinnehmen darf.

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