
BRICS-Staaten schmieden eigene Edelmetallbörse – der Dollar gerät unter Druck wie nie zuvor

Was sich seit Jahren wie ein fernes Donnergrollen am geopolitischen Horizont abzeichnete, nimmt nun konkrete Formen an: Die BRICS-Staatengruppe treibt die Gründung einer eigenen Handelsplattform für Edelmetalle voran. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow bestätigte die Pläne gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Es ist ein Paukenschlag – und ein weiterer Sargnagel für die uneingeschränkte Dominanz des US-Dollars im internationalen Finanzsystem.
Gold als geopolitische Waffe
Die Hintergründe dieser Entwicklung sind ebenso brisant wie aufschlussreich. Der Goldpreis hatte im Januar 2026 zeitweise die Marke von 5.600 US-Dollar je Unze durchbrochen, bevor er Anfang Februar auf rund 4.600 Dollar zurückfiel. Diese enorme Volatilität hat den Staaten des globalen Südens einmal mehr vor Augen geführt, wie verwundbar sie sind, solange sie auf westlich kontrollierte Handelsplattformen und Preismechanismen angewiesen bleiben. Gold ist längst nicht mehr nur ein glänzendes Metall in Tresoren – es ist zur geopolitischen Schachfigur geworden.
Die geplante Börse soll parallel zu einer bereits diskutierten Getreidebörse entstehen. Darüber hinaus seien eine gemeinsame Investitionsplattform sowie Strukturen für Sonderwirtschaftszonen in Planung, die in nahezu allen BRICS-Mitgliedstaaten existieren. Man muss kein Geostratege sein, um zu erkennen: Hier entsteht eine alternative Finanzarchitektur, die das westliche System nicht ergänzen, sondern ersetzen will.
Rjabkow spricht Klartext: Kein Einknicken vor westlichem Druck
Die Worte des russischen Diplomaten lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Niemand unterschätze die Risiken der amerikanischen Politik – weder in Bezug auf Sanktionen noch auf Zölle, so Rjabkow. Doch das bedeute keineswegs, dass sich die Welt dem Druck beuge. BRICS sei gegründet worden, um eine Alternative zu allem zu schaffen, was sich „per Knopfdruck lahmlegen" lasse.
Eine unmissverständliche Anspielung auf die westlichen Sanktionen gegen Russland und die Instrumentalisierung des SWIFT-Systems – jenes Nervensystems des internationalen Zahlungsverkehrs, das Washington nach Belieben als Waffe einsetzen kann.
Und genau hier liegt der Kern des Problems. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump haben mit ihren massiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China – die Welt nicht etwa geeint, sondern den Zusammenschluss der BRICS-Staaten beschleunigt. Wer glaubt, man könne gleichzeitig den halben Planeten mit Strafzöllen überziehen und erwarten, dass dieselben Länder brav im Dollar-System verharren, der hat die Zeichen der Zeit gründlich missverstanden.
BRICS Pay und digitale Währungen: Das Puzzle fügt sich zusammen
Die Edelmetallbörse ist dabei nur ein Baustein eines weit größeren Mosaiks. Bereits beim BRICS-Gipfel 2024 im russischen Kasan wurden Initiativen für alternative Zahlungsplattformen und Abwicklungen in nationalen Währungen beschlossen. Das Projekt „BRICS Pay" – eine grenzüberschreitende Zahlungsinfrastruktur – gewinnt zunehmend an Kontur. Die indische Zentralbank habe zuletzt vorgeschlagen, die digitalen Währungen der Mitgliedstaaten technisch miteinander zu verknüpfen.
Man stelle sich das einmal vor: Ein Zahlungssystem, das den Dollar schlicht umgeht. Transaktionen in Rupien, Yuan, Rubel oder Dirham – ohne dass Washington auch nur einen Blick darauf werfen kann. Für die USA wäre dies der Verlust eines ihrer mächtigsten geopolitischen Instrumente. Für den Rest der Welt könnte es finanzielle Souveränität bedeuten.
Von der losen Allianz zum geopolitischen Schwergewicht
Seit der Gründung 2009 durch Brasilien, Russland, Indien und China – später erweitert um Südafrika, Saudi-Arabien, den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate – hat sich BRICS von einem informellen Gesprächsformat zu einem ernstzunehmenden geopolitischen Akteur entwickelt. Die jüngsten Vorstöße zeigen unmissverständlich: Es geht längst nicht mehr nur um Rohstoffhandel. Es geht um die strategische Neuordnung des globalen Finanzsystems.
Eine funktionierende Edelmetallbörse unter BRICS-Regie könnte die Rolle von Gold als Reserve- und Absicherungsinstrument im globalen Süden massiv stärken. Zentralbanken weltweit befinden sich ohnehin seit Jahren auf einer beispiellosen Einkaufstour – sie horten physisches Gold in Mengen, die seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden. Eine eigene Handelsplattform würde diesen Trend nicht nur verstärken, sondern ihm eine institutionelle Grundlage geben.
Was bedeutet das für den deutschen Anleger?
Für den aufmerksamen Beobachter in Deutschland sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Schuldenspirale weiter dreht und die Inflation befeuert, bauen andere Nationen systematisch an einer Welt jenseits des Dollar-Monopols. Die Frage ist nicht mehr, ob sich das globale Finanzsystem grundlegend verändern wird, sondern wann.
Physische Edelmetalle – allen voran Gold und Silber – erweisen sich in diesem Umfeld einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht zu ziehen. Denn eines ist gewiss: Die Welt, wie wir sie kannten, verändert sich – und zwar schneller, als es manchem lieb sein dürfte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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