
Britischer Premier hofiert Peking – während chinesische Hacker die Downing Street ausspionieren

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Während US-Geheimdienste enthüllen, dass chinesische Staatshacker jahrelang die engsten Berater britischer Premierminister ausspähten, macht sich Keir Starmer mit einer Wirtschaftsdelegation auf den Weg nach Peking. Timing, so könnte man meinen, ist offenbar nicht die Stärke des Labour-Premiers.
Salt Typhoon: Pekings digitale Speerspitze im Herzen Londons
Die Hackergruppe „Salt Typhoon" – ein harmlos klingender Name für eine hochprofessionelle Cybereinheit mit direkter Rückendeckung des kommunistischen Regimes – hat über Jahre hinweg systematisch Mobiltelefone im engsten Umfeld der britischen Regierungsspitze kompromittiert. Boris Johnson, Liz Truss, Rishi Sunak: Gleich drei Premierminister waren betroffen, ihre Berater wurden regelrecht gläsern gemacht.
Die Angreifer konnten Telefongespräche mitschneiden, Textnachrichten auslesen, Bewegungsdaten erfassen. Ein Insider der Ermittlungen sprach davon, die Attacken hätten „bis ins Herz der Downing Street" gereicht. Auch das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz hatte bereits 2025 vor dieser Gruppe gewarnt – auf Hinweis amerikanischer Dienste wohlgemerkt, nicht aufgrund eigener Erkenntnisse.
Wirtschaftsinteressen vor Sicherheit?
Doch was macht Premier Starmer angesichts dieser Enthüllungen? Er spricht von „wirklich guten Fortschritten" bei seinen Gesprächen mit Xi Jinping. Visafreie Reisen nach China, niedrigere Whisky-Zölle, Zusammenarbeit bei der Bekämpfung irregulärer Migration – das sind die Themen, die den britischen Regierungschef offenbar mehr beschäftigen als die Tatsache, dass sein Land systematisch ausspioniert wurde.
Die Kritik aus der Opposition fällt entsprechend scharf aus. Alicia Kearns, frühere Vorsitzende des Verteidigungsausschusses und selbst Ziel der Hacker, fordert entschlosseneres Vorgehen. Der parlamentarische Geheimdienstausschuss beklagt, Großbritannien verfüge über „keine kohärente China-Strategie". Stattdessen priorisiere das Kabinett wirtschaftliche Interessen gegenüber strategischer Vorsicht.
Die Naivität des Westens
Was sich in London abspielt, ist symptomatisch für eine Haltung, die man im gesamten Westen beobachten kann. Wirtschaftliche Verflechtungen werden höher gewichtet als nationale Sicherheit. Man hofiert ein Regime, das Dissidenten verfolgt, Minderheiten unterdrückt und systematisch Spionage betreibt – und nennt das dann „respektvolle Diskussion".
Besonders pikant: Erst kürzlich genehmigte London den Bau einer chinesischen „Mega-Botschaft" im Bankenviertel. Kritiker befürchten, das Gebäude könnte als Basis für weitere Spionageaktivitäten und die Überwachung von Exil-Dissidenten dienen. Doch solche Bedenken scheinen in der Downing Street niemanden ernsthaft zu beunruhigen.
Ein Lehrstück für Europa
Der Fall sollte auch deutschen Politikern zu denken geben. Die Abhängigkeit von China ist enorm, die Naivität gegenüber Pekings Ambitionen erschreckend. Während der Westen über Menschenrechte und Demokratie philosophiert, baut China systematisch seine Einflusssphäre aus – mit allen Mitteln, die einem autoritären Staat zur Verfügung stehen.
Starmer mag von „Nutzen für das Vereinigte Königreich" sprechen. Die Frage ist nur: Wer profitiert am Ende wirklich von dieser Annäherung?

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