
Brüsseler Krisenmodus: EU-Sondergipfel offenbart Europas Hilflosigkeit gegenüber Trump

Die Europäische Union reagiert auf die jüngsten Zolldrohungen aus Washington mit dem, was sie am besten kann: einem weiteren Gipfeltreffen. EU-Ratspräsident António Costa hat für Donnerstag einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs nach Brüssel einberufen. Der Anlass? Donald Trumps aggressive Handelspolitik und der schwelende Streit um Grönland. Man fragt sich unweigerlich: Ist das wirklich alles, was Europa dem amerikanischen Präsidenten entgegenzusetzen hat?
Zollkeule aus Washington trifft Europa unvorbereitet
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Sollte es keine Einigung mit den Vereinigten Staaten geben, würden am 6. Februar automatisch Gegen-Strafzölle im Umfang von 93 Milliarden Euro in Kraft treten. Betroffen wären unter anderem US-Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel. Klingt nach einer entschlossenen Reaktion? Mitnichten. Diese Maßnahmen waren bereits im Juli vorgesehen – die EU reagiert also nicht etwa proaktiv, sondern lässt lediglich einen längst beschlossenen Automatismus greifen.
Das Europäische Parlament hat derweil die Verabschiedung des Handelsabkommens mit den USA auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein Abkommen wohlgemerkt, das ursprünglich Zollfreiheit für amerikanische Waren vorsah, während europäische Produkte mit 15 Prozent belastet werden sollten. Wer hat dieses asymmetrische Konstrukt eigentlich verhandelt?
Merz und Wadephul: Starke Worte, schwache Taten?
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte gemeinsam mit seinen europäischen Kollegen eine "geeinte und koordinierte Reaktion" an. Außenminister Johann Wadephul schloss Gegenzölle nicht aus und betonte, dass weitere Maßnahmen der USA eine europäische Antwort erfordern würden. Doch was bedeuten solche Ankündigungen in der Praxis? Die Geschichte lehrt uns, dass europäische Einigkeit oft nur so lange hält, bis nationale Interessen auf dem Spiel stehen.
Besonders pikant: NATO-Generalsekretär Mark Rutte führte bereits Gespräche mit Trump über die Sicherheitslage in Grönland und der Arktis. Weitere Gespräche seien geplant. Die Frage drängt sich auf, ob hier nicht längst bilaterale Deals hinter dem Rücken der EU-Partner geschmiedet werden.
Europas strukturelle Schwäche
Der eigentliche Skandal liegt tiefer. Europa hat es über Jahre versäumt, eine eigenständige und selbstbewusste Handelspolitik zu entwickeln. Stattdessen hat man sich in bürokratischen Strukturen verloren und die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA sehenden Auges hingenommen. Nun, da Trump die Daumenschrauben anzieht, steht der Kontinent mit leeren Händen da.
Die Grönland-Frage offenbart dabei ein weiteres Versäumnis: Während die USA strategische Interessen in der Arktis verfolgen, hat Europa diese Region jahrzehntelang vernachlässigt. Jetzt rächt sich diese Kurzsichtigkeit bitter.
Was Europa wirklich braucht
Ein Sondergipfel mag kurzfristig Handlungsfähigkeit suggerieren. Doch was Europa tatsächlich benötigt, ist eine grundlegende Neuausrichtung seiner Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Weniger Abhängigkeit von amerikanischen Entscheidungen, mehr Investitionen in eigene Kapazitäten und vor allem: den politischen Willen, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die europäischen Staats- und Regierungschefs zu mehr fähig sind als zu wohlklingenden Kommuniqués. Die Bürger Europas haben jedenfalls ein Recht darauf, von ihren Führern mehr zu erwarten als ritualisierte Krisentreffen in Brüssel.
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