
Deutschlands Gasspeicher im freien Fall: Droht der Energiekollaps noch im Februar?
Was jahrelang als undenkbar galt, rückt in bedrohliche Nähe: Die deutschen Gasspeicher sind auf unter 27 Prozent gefallen, die Entnahmeleistung sinkt mit jedem Tag – und eine erneute Kälteperiode könnte das Land an den Rand eines Gasnotstands treiben. Während die Bundesnetzagentur noch beschwichtigt, sind die Kriterien für eine kritische Gasnotfalllage bereits seit dem 1. Februar erfüllt. Ein energiepolitisches Versagen historischen Ausmaßes zeichnet sich ab.
Die nackte Wahrheit hinter den Zahlen
Deutschland verbraucht im Winter durchschnittlich rund 4 Terawattstunden Erdgas pro Tag. An besonders kalten Tagen, wenn die Temperaturen unter minus fünf Grad fallen, steigt dieser Wert auf etwa 5 Terawattstunden. Gedeckt wird dieser Bedarf aus drei Quellen: Pipelinegas, verflüssigtes Erdgas über LNG-Terminals und Entnahmen aus den Gasspeichern. Doch alle drei Säulen wackeln bedenklich.
Die Pipelineimporte belaufen sich derzeit auf etwa 2,7 Terawattstunden täglich. Knapp die Hälfte davon stammt aus Norwegen, ein Viertel aus den Niederlanden und gut ein Fünftel aus Belgien und Frankreich. Doch hier lauert bereits das nächste Problem: Sowohl die Niederlande als auch Belgien und Frankreich verfügen über keine eigenen Erdgasquellen für den Export. Was sie nach Deutschland weiterleiten, ist selbst importiertes LNG. Und die Speicherstände der Nachbarn sehen kaum besser aus – die Niederlande stehen bei mageren 19,6 Prozent, Frankreich bei 27 Prozent.
Die deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran liefern gegenwärtig lediglich 0,4 bis 0,6 Terawattstunden pro Tag. Theoretisch ließe sich diese Menge auf eine Terawattstunde hochfahren. Doch selbst wenn heute ein zusätzlicher LNG-Tanker am Golf von Mexiko beladen würde, vergingen 18 Tage, bis er in Brunsbüttel anlegt. Schnelle Hilfe sieht anders aus.
Der physikalische Teufelskreis
Was die Lage besonders brisant macht, ist ein physikalisches Grundprinzip, das offenbar in den Planungsstäben der Bundesregierung niemand auf dem Schirm hatte – oder haben wollte. Mit sinkendem Füllstand sinkt auch der Druck in den Speichern. Und mit dem Druck sinkt die Menge, die pro Stunde entnommen werden kann. Bereits bei einem Füllstand von 35 Prozent ist die Entnahmerate um 22 Prozent gesunken. Unterhalb von 20 Prozent können die Speicher Nachfragespitzen schlicht nicht mehr bedienen.
Die meteorologischen Prognosen verheißen nichts Gutes. Nach einer kurzen Erwärmungsphase bis zum 12. Februar könnte Deutschland erneut in eine deutliche Frostperiode zurückfallen. Sollte dieses Szenario eintreten, dürfte die kritische 20-Prozent-Marke noch vor Ende Februar unterschritten werden. Dann wäre der Gasnotstand keine theoretische Möglichkeit mehr, sondern bittere Realität.
Kriterien längst erfüllt – Behörden schweigen
Besonders pikant: Die noch unter dem ehemaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck erlassene Gasnotfallverordnung definiert klare Kriterien für eine kritische Lage. Erstens: Die prognostizierte Durchschnittstemperatur der kommenden sieben Tage liegt mindestens zwei Grad unter dem Durchschnitt der vorherigen vier Jahre. Zweitens: Der Füllstand fällt unter den Speicherpfad, der auf ein 40-Prozent-Niveau am 1. Februar führt. Beide Kriterien sind seit dem 1. Februar 2026 erfüllt. Dennoch erklärt die Bundesnetzagentur mit geradezu stoischer Gelassenheit, die Gasversorgung sei „stabil" und die Versorgungssicherheit „gewährleistet".
Man versucht sich durchzumogeln und hofft auf eine Erwärmung in den nächsten vier bis sechs Wochen.
Dass in Baden-Württemberg Landtagswahlen vor der Tür stehen, dürfte bei dieser auffälligen Zurückhaltung keine ganz unwesentliche Rolle spielen. Politisches Kalkül statt ehrlicher Kommunikation – ein Muster, das die Bürger dieses Landes leider nur allzu gut kennen.
Wie Deutschland in diese Falle geraten ist
Die Ursachen für das Debakel sind so vorhersehbar wie vermeidbar. Zum einen haben Gaseinkäufer und politische Entscheidungsträger offenbar die vier milden Winter der vergangenen Jahre einfach in die Zukunft fortgeschrieben. In einer Gesellschaft, die sich permanent mit der vermeintlichen „Klimakatastrophe" beschäftigt, scheinen strenge Winter schlicht nicht mehr im Denkmodell vorzukommen. Eine fatale Fehleinschätzung.
Zum anderen hat der Stopp des russischen Gastransits durch die Ukraine zum 1. Januar 2025 die Versorgungslage in ganz Mitteleuropa fundamental verändert. Die einzig verbliebene Pipeline – Turkstream über die Türkei – reicht bei weitem nicht aus, um Osteuropa zu versorgen. Die Folge: Deutschland muss nun auch Österreich, Tschechien und indirekt die Slowakei mitversorgen. Über die Slowakei und Polen erhält sogar die Ukraine selbst deutsches Gas – jenes Land also, das den Transit zuvor selbst gestoppt hat. Die tägliche Exportmenge beläuft sich auf rund eine Terawattstunde – exakt so viel, wie täglich aus den deutschen Speichern entnommen wird. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.
Schiefergas: Die Lösung, die niemand will
Dabei gäbe es eine Lösung, die technisch längst erprobt und wirtschaftlich hochattraktiv wäre: die Förderung von Schiefergas aus der norddeutschen Tiefebene. Dort lagern Reserven, die Deutschland für mindestens 30 Jahre mit preiswertem Erdgas versorgen könnten. Doch seit 2017 ist die Förderung aus Gesteinsschichten in 1.000 Metern Tiefe per Bundesgesetz verboten – ein Geschenk an die grüne Ideologie, das sich nun bitter rächt.
Während die USA unter Präsident Trump ihre Energieunabhängigkeit durch Fracking konsequent ausbauen und damit nicht nur die eigene Wirtschaft stärken, sondern auch als LNG-Exporteur Milliarden verdienen, leistet sich Deutschland den Luxus, auf den eigenen Bodenschätzen zu sitzen und stattdessen teures Flüssiggas über den Atlantik zu importieren. Absurder geht es kaum.
Was droht, wenn der Notfall eintritt
Sollte die Bundesnetzagentur gezwungen sein, eine Notfallstufe auszurufen, bliebe ihr nur ein Instrument: die Abschaltung von Industrie- und Gewerbebetrieben, um die Versorgung von Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zu sichern. Die Konsequenzen für den ohnehin angeschlagenen Wirtschaftsstandort Deutschland wären verheerend. Welches internationale Unternehmen investiert noch in ein Land, das nicht einmal seine Grundversorgung mit Energie sicherstellen kann?
Die Insolvenzwelle, die Deutschland bereits jetzt überrollt – das IWH meldet steigende Zahlen im Jahresvergleich –, würde durch einen solchen Schock noch einmal massiv beschleunigt. Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Wohlstand: All das steht auf dem Spiel, weil eine ideologiegetriebene Energiepolitik über Jahre hinweg die physikalischen und ökonomischen Realitäten ignoriert hat.
Es ist höchste Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz die energiepolitischen Weichen grundlegend neu stellt. Die Debatte über heimische Schiefergasförderung muss endlich geführt werden – offen, ehrlich und ohne ideologische Scheuklappen. Denn eines hat dieser Winter mit aller Deutlichkeit gezeigt: Wer seine Energieversorgung auf Hoffnung und mildes Wetter baut, spielt mit dem Wohlstand einer ganzen Nation.
Für Anleger dürfte die aktuelle Energiekrise einmal mehr unterstreichen, wie wichtig eine solide Absicherung des eigenen Vermögens ist. In Zeiten, in denen selbst die Grundversorgung eines Industrielandes nicht mehr als gesichert gelten kann, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber einen bewährten Anker der Stabilität. Als krisenfeste Sachwerte haben sie sich über Jahrhunderte als verlässlicher Schutz gegen politisches Versagen und wirtschaftliche Verwerfungen erwiesen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Überlegungen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











