Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
11.02.2026
11:17 Uhr

Diplomatische Feigheit: Vance knickt vor Aserbaidschan ein und löscht Völkermord-Gedenken

Was für ein unwürdiges Schauspiel auf der weltpolitischen Bühne. US-Vizepräsident J.D. Vance bereist derzeit den Südkaukasus – und liefert dabei ein Lehrstück in diplomatischer Rückgratlosigkeit, das seinesgleichen sucht. Zunächst besuchte er in Armenien die Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords von 1915, legte einen Kranz nieder und veröffentlichte auf seinem offiziellen X-Account einen Beitrag, in dem er ausdrücklich das Wort „Genozid" verwendete. Wenige Stunden später war der Beitrag spurlos verschwunden – gelöscht, als hätte es ihn nie gegeben.

Ein Kranz für die Toten, ein Kniefall vor den Täter-Nachfolgern

Der Grund für diese beschämende Kehrtwende liegt auf der Hand. Vance' nächste Station war Aserbaidschan, dessen Machthaber Ilham Alijew – ein Diktator, der sein Land als Familienbetrieb führt – gemeinsam mit der Türkei seit Jahrzehnten bestreitet, dass die systematische Ermordung von bis zu 1,5 Millionen christlichen Armeniern durch das Osmanische Reich als Völkermord zu bezeichnen sei. Die offizielle Erklärung aus Washington klingt dabei so durchsichtig wie peinlich: Der Beitrag sei „irrtümlich" von Mitarbeitern veröffentlicht worden, die nicht Teil der Kaukasus-Delegation gewesen seien. Man fragt sich unwillkürlich: Wer verfasst denn bitte „versehentlich" einen durchdachten Gedenkbeitrag zum armenischen Genozid?

Trump-Sprecherin Karoline Leavitt stellte in einer Pressekonferenz lapidar fest, es gebe „derzeit keine Änderung der Politik". Im Klartext: Die USA weigern sich weiterhin, den Völkermord an den Armeniern offiziell als solchen zu bezeichnen – obwohl der US-Kongress selbst eine entsprechende Erklärung verabschiedet hat. Die Exekutive duckt sich weg, während die Legislative längst Klartext gesprochen hat. Ein bemerkenswerter Widerspruch.

Geopolitisches Kalkül auf Kosten historischer Wahrheit

Hinter dem diplomatischen Eiertanz steckt natürlich knallhartes geopolitisches Kalkül. Die USA versuchen im Südkaukasus, den schwindenden Einfluss Russlands zu nutzen und sowohl Armenien als auch Aserbaidschan enger an sich zu binden. Im August 2025 hatten beide Staaten unter amerikanischer Vermittlung in Washington ein – in Armenien höchst umstrittenes – Friedensabkommen unterzeichnet. Washington will sich als ehrlicher Makler inszenieren und dabei keinen der beiden Seiten verprellen.

Doch zu welchem Preis? Die historische Wahrheit wird auf dem Altar der Realpolitik geopfert. Dabei haben zahlreiche westliche Staaten, darunter auch Deutschland, den Völkermord an den Armeniern längst parlamentarisch anerkannt. Es handelt sich um einen der bestdokumentierten Genozide der Geschichte. Dass ausgerechnet die selbsternannte „Führungsmacht der freien Welt" vor der Türkei und einem autoritären Regime in Baku einknickt, spricht Bände über den moralischen Kompass der aktuellen US-Außenpolitik.

Aserbaidschan: Vom Aggressor zum strategischen Partner

Besonders bitter schmeckt diese Episode vor dem Hintergrund der jüngsten Geschichte in der Region. Zwischen dem christlichen Armenien und dem muslimischen Aserbaidschan tobten in den vergangenen Jahren erbitterte Kriege um die Region Bergkarabach. Nach aserbaidschanischen Militäroffensiven 2020 und 2023 wurde die dort seit Jahrhunderten ansässige christlich-armenische Bevölkerung faktisch vertrieben – ein ethnisches Säuberungsprogramm, das die Weltöffentlichkeit weitgehend achselzuckend zur Kenntnis nahm.

Und nun reist der US-Vizepräsident nach Baku, schüttelt dem Diktator Alijew die Hand und unterzeichnet ein bilaterales Abkommen zur Vertiefung der strategischen Partnerschaft. Man muss kein Zyniker sein, um darin ein Muster zu erkennen: Wer über Öl und Gas verfügt und geopolitisch nützlich ist, dem werden Menschenrechtsverletzungen und historische Verbrechen großzügig nachgesehen.

Ein Symptom westlicher Werteerosion

Der Vorfall um den gelöschten Tweet mag auf den ersten Blick wie eine Randnotiz der Weltpolitik erscheinen. Doch er ist symptomatisch für eine tiefgreifende Erosion westlicher Werte. Wenn demokratische Regierungen nicht einmal mehr in der Lage sind, historisch unbestreitbare Völkermorde beim Namen zu nennen, weil sie fürchten, autoritäre Handelspartner zu verstimmen – was bleibt dann noch von der vielzitierten „wertebasierten Außenpolitik"?

Dass Vance die Gedenkstätte persönlich besuchte und einen Kranz niederlegte, mag man ihm zugutehalten. Die anschließende Löschung des Beitrags entwertet diese Geste jedoch vollständig. Es ist, als würde man einem Trauernden die Hand reichen – nur um sie hastig wieder zurückzuziehen, sobald der Nachbar missbilligend herüberschaut. Staaten haben Interessen, kein Gewissen, wie es ein treffender Kommentar auf den Punkt brachte. Selten wurde diese bittere Wahrheit so anschaulich demonstriert wie in diesen Tagen im Kaukasus.

Für die Nachfahren der Opfer des armenischen Genozids ist die Botschaft unmissverständlich: Euer Leid ist anerkannt – aber nur so lange, wie es diplomatisch opportun ist. Ein gelöschter Tweet sagt manchmal mehr als tausend Sonntagsreden über Menschenrechte und historische Verantwortung.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
05.11.2024
26 Min.

Wer ist Trumps Vize, JD Vance?

Wird JD Vance als Vizepräsidentschaftskandidat die konservative Basis stärken und neue Wählergruppen erreichen? Mit ihm könnte sich die politische Landschaft verändern. – Lesen Sie hier!
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen