
Dresden versinkt im Chaos: 17.000 Menschen müssen vor britischer Weltkriegsbombe flüchten
Die sächsische Landeshauptstadt erlebt erneut ein Déjà-vu der besonderen Art. Während die Trümmer der maroden Carolabrücke noch nicht vollständig beseitigt sind, taucht schon wieder ein explosives Erbe aus der Vergangenheit auf. Am Dienstagmorgen entdeckten Bauarbeiter einen 250 Kilogramm schweren britischen Blindgänger – bereits der vierte Fund seit Jahresbeginn an dieser Stelle. Die Dimensionen der bevorstehenden Evakuierung sprengen dabei alle bisherigen Maßstäbe.
Ein Kilometer Sperrkreis legt Dresdens Herz lahm
Was sich am Mittwoch in Dresden abspielen wird, gleicht einer Geisterstadt-Inszenierung der Superlative. Der festgelegte Sperrkreis mit einem Radius von einem Kilometer umfasst die komplette Innere Altstadt, die Innere Neustadt und die Pirnaische Vorstadt. Rund 17.000 Anwohner müssen bis 9 Uhr morgens ihre vier Wände verlassen – hinzu kommen tausende Hotelgäste, die ihre Zimmer räumen müssen. Die Stadt hat in der Messe im Ostragehege eine Notunterkunft eingerichtet, wohin Shuttlebusse der Dresdner Verkehrsbetriebe pendeln werden.
Besonders pikant: Im Evakuierungsbereich befinden sich nicht nur touristische Highlights wie Museen und die Frauenkirche, sondern auch fast alle sächsischen Ministerien, das Rathaus und die Polizeidirektion Dresden. Die Regierungsmitarbeiter wurden kurzerhand ins Home-Office geschickt – ein Szenario, das die Handlungsfähigkeit der Landesregierung zumindest symbolisch in Frage stellt.
Die ewige Last der Vergangenheit
Die Häufung der Bombenfunde wirft unbequeme Fragen auf. Allein im Januar dieses Jahres wurden an drei aufeinanderfolgenden Tagen Blindgänger entdeckt. Trotz aufwendiger Untersuchungen mit 80 Verdachtsfällen, die sich nicht bestätigten, tauchen immer wieder neue Sprengkörper auf. Historiker schätzen, dass von den 2.400 Tonnen Minen- und Sprengbomben, die im Februar 1945 über Dresden abgeworfen wurden, etwa 20 Prozent nicht explodierten. Das bedeutet: Hunderte tickende Zeitbomben schlummern noch immer unter der Stadt.
„Die dritte Bombe hatte bereits keinen Zünder mehr" – ein schwacher Trost angesichts der Tatsache, dass der aktuelle Fund sehr wohl einen besitzt und vor Ort entschärft werden muss.
Wirtschaftlicher Schaden in Millionenhöhe
Die wirtschaftlichen Folgen dieser wiederkehrenden Evakuierungen sind immens. Die Altmarktgalerie, zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Behörden müssen für einen kompletten Tag schließen. Der Produktivitätsausfall durch tausende Arbeitnehmer, die nicht zur Arbeit erscheinen können, geht in die Millionen. Hinzu kommen die Kosten für Polizeieinsätze, Evakuierungsmaßnahmen und die Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.
Besonders bitter: All dies geschieht in einer Zeit, in der Dresden ohnehin mit den Folgen der maroden Infrastruktur kämpft. Die Carolabrücke, deren Teilabriss überhaupt erst zu den Bombenfunden führte, ist selbst ein Symbol für jahrzehntelange Vernachlässigung der Infrastruktur. Statt in die Zukunft zu investieren, ist die Stadt gezwungen, sich permanent mit den Altlasten der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Ein Staat, der seine Bürger im Stich lässt?
Die Einrichtung einer Telefon-Hotline (0351 / 4 88 76 66) mag gut gemeint sein, wirkt aber angesichts der Dimension fast schon hilflos. Mobil eingeschränkte Bürger können um Unterstützung bitten – doch was ist mit den wirtschaftlichen Schäden, die Geschäftsinhaber erleiden? Was ist mit den Touristen, die ihre gebuchten Hotels verlassen müssen?
Die Tatsache, dass fast 80 Jahre nach Kriegsende immer noch regelmäßig zehntausende Menschen evakuiert werden müssen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Prioritäten der Politik. Während Milliarden für fragwürdige Klimaprojekte ausgegeben werden, fehlt offenbar das Geld für eine systematische Kampfmittelräumung in deutschen Innenstädten.
Die bittere Ironie der Geschichte
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet britische Bomben heute noch für Chaos in Dresden sorgen – in einer Zeit, in der Deutschland sich in der EU oft den Interessen anderer Länder unterordnet. Die Bürger müssen die Konsequenzen eines Krieges tragen, der vor ihrer Geburt stattfand, während aktuelle Sicherheitsprobleme durch eine verfehlte Migrationspolitik oft kleingeredet werden.
Die Dresdner werden auch diese Evakuierung mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen lassen. Sie haben keine andere Wahl. Doch die Frage bleibt: Wie lange noch müssen deutsche Städte unter den Altlasten der Vergangenheit leiden, während die Politik sich lieber mit Gendersternchen und Klimaneutralität beschäftigt? Die Prioritäten scheinen völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein – genau wie die Sicherheitslage in diesem Land.
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