
Edelmetall-Explosion: Gold durchbricht 5.500 Dollar – Silber erreicht historische Höhen

Was sich derzeit an den Edelmetallmärkten abspielt, lässt selbst erfahrene Anleger staunen. Der Goldpreis hat erstmals in der Geschichte die Marke von 5.500 US-Dollar pro Unze durchbrochen und kratzt bereits an der 5.600-Dollar-Schwelle. Silber steht dem in nichts nach und kletterte auf ein atemberaubendes Rekordhoch von über 119 Dollar. Die Botschaft der Märkte könnte kaum deutlicher sein: Das Vertrauen in Papierwährungen schwindet rapide.
Der Debasement Trade in voller Blüte
Die Flucht in physische Werte hat einen Namen bekommen, der treffender kaum sein könnte: Debasement Trade. Investoren weltweit setzen verstärkt auf reale Vermögenswerte wie Gold und Silber, weil sie eine schleichende Entwertung der Währungen befürchten – und diese Befürchtung ist alles andere als unbegründet. Der US-Dollar, einst der unangefochtene Fels in der Brandung der Weltwirtschaft, ist auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen.
Der Goldpreis legte zeitweise um bis zu 3,2 Prozent zu und baute damit auf einem Tagesgewinn von 4,6 Prozent in der vorherigen Sitzung auf. Ein solcher Anstieg wurde zuletzt auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie im März 2020 verzeichnet. Seit Jahresbeginn hat das gelbe Edelmetall bereits mehr als 25 Prozent zugelegt. Silber übertrifft diese Performance sogar deutlich mit einem Plus von fast 65 Prozent.
Die Fed im Fokus: Kommt der große Kurswechsel?
Die Märkte blicken längst über die aktuelle Zinsentscheidung der Federal Reserve hinaus. Die Aussicht, dass später in diesem Jahr ein neuer Notenbankchef die Nachfolge von Jerome Powell antreten könnte, elektrisiert die Anleger. Rick Rieder von BlackRock gilt als einer der Top-Kandidaten – ein Mann, der für aggressivere Zinssenkungen bekannt ist.
„Viele schauen bereits über Powell hinaus und gehen davon aus, dass der nächste Vorsitzende deutlich dovisher sein könnte. Die Wahl des Fed-Chefs wird ein entscheidender Faktor dafür sein, wie sich der Goldpreis in diesem Jahr entwickelt."
So analysiert Bart Melek, globaler Leiter der Rohstoffstrategie bei TD Securities, die Lage. Eine lockere Geldpolitik würde nicht verzinsliche Edelmetalle besonders begünstigen – ein Szenario, auf das immer mehr Investoren setzen.
Geopolitische Brandherde befeuern die Rally
Die Liste der Krisenherde, die Anleger in sichere Häfen treiben, wird täglich länger. US-Präsident Donald Trump hat in dieser Woche den Iran gewarnt, ein Atomabkommen zu schließen, andernfalls drohten Militärschläge. Drohungen, Grönland zu annektieren, sowie eine mögliche militärische Intervention in Venezuela haben die Märkte zusätzlich verunsichert. Südkorea und Kanada sehen sich mit der Androhung zusätzlicher Zölle konfrontiert.
Hao Hong, CIO von Lotus Asset Management, bringt es auf den Punkt: Gold und Silber seien die ultimativen Safe-Haven-Assets gegen Extremrisiken, solange die geopolitischen Turbulenzen anhielten. Gold sei der Anker aller Bewertungen – solange Gold steige, würden auch andere Edelmetalle zulegen.
Silbermarkt gerät außer Kontrolle
Die Dynamik am Silbermarkt hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das regulatorische Eingriffe erforderlich macht. Die CME Group sah sich gezwungen, die Margin-Anforderungen für Comex-Silberfutures anzuheben. In China, wo der Silberpreis weit über internationale Benchmarks hinausgeschossen ist, nimmt der einzige reine Silberfonds keine neuen Investoren mehr auf. Lokale Behörden in Shenzhen haben sogar eine Taskforce eingerichtet, um die Abläufe einer Goldhandelsplattform zu überwachen.
Die Lehre für deutsche Anleger
Was bedeutet diese Entwicklung für den deutschen Sparer? Die Botschaft ist unmissverständlich: Physische Edelmetalle haben sich einmal mehr als unverzichtbarer Bestandteil eines soliden Vermögensportfolios erwiesen. Während Papierwährungen an Kaufkraft verlieren und geopolitische Risiken zunehmen, bieten Gold und Silber genau das, was in unsicheren Zeiten am meisten zählt – echten, greifbaren Wert.
Die aktuelle Rally unterstreicht, warum eine Beimischung physischer Edelmetalle zur Vermögenssicherung keine Spekulation, sondern schlicht vernünftige Vorsorge darstellt. In einer Welt, in der Zentralbanken die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen lassen und politische Stabilität zur Mangelware wird, bleibt Gold der zeitlose Anker der Wertbeständigkeit.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.












