
Epsteins mysteriöser Falschpass aus Österreich: Sieben Jahre Schweigen der Behörden
Es ist eine Geschichte, die wie aus einem zweitklassigen Spionagethriller klingt – und doch bittere Realität ist. Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, dessen Name zum Synonym für ein globales Netzwerk aus Macht, Missbrauch und Vertuschung geworden ist, besaß einen gefälschten österreichischen Reisepass. Ausgestellt auf den Namen „Marius Fortelni", versehen mit einem Foto Epsteins. Und sieben Jahre nach dem Fund dieses brisanten Dokuments weiß die Öffentlichkeit noch immer nicht, wer diesen Pass hergestellt hat, wer ihn in Auftrag gab und welche Türen er öffnete.
Ein Fund, der mehr Fragen aufwirft als Antworten
Als das FBI im Jahr 2019 das New Yorker Anwesen Epsteins durchsuchte, stießen die Ermittler auf das österreichische Dokument. Es war 1982 ausgestellt worden und bis 1987 gültig – also mitten im Kalten Krieg, einer Zeit, in der gefälschte Pässe in geheimdienstlichen Kreisen keine Seltenheit waren. Der Pass trug zahlreiche Ein- und Ausreisestempel, die nach Angaben von Epsteins Anwälten vom ursprünglichen Passinhaber stammen sollen. Epstein selbst habe das Dokument angeblich aus „Sicherheitsgründen" genutzt, da er als jüdischer US-Amerikaner bei Reisen im Nahen Osten gefährdet gewesen sei.
Eine bemerkenswert dünne Erklärung. Denn wer stellt einem amerikanischen Finanzier einen gefälschten österreichischen Pass aus? Welche Behörde, welcher Geheimdienst, welches Netzwerk stand dahinter? Und vor allem: Warum hat sich in Österreich offenbar jahrelang niemand ernsthaft für diese Fragen interessiert?
Österreichs Grüne fordern endlich Aufklärung
Nun haben ausgerechnet die österreichischen Grünen eine parlamentarische Anfrage an Justizministerin Anna Sporrer von der SPÖ gerichtet. Die frühere Justizministerin Alma Zadić erklärte, der gefälschte Reisepass werfe weiterhin ungeklärte Fragen auf. Man wolle wissen, ob Verfahren eingeleitet worden seien, wofür das Dokument hergestellt wurde und gegen wen ermittelt werde. Zudem solle geklärt werden, ob in Österreich jemals wegen anderer Delikte gegen Epstein ermittelt worden sei.
Man muss kein Freund der Grünen sein – und diese Redaktion ist es wahrlich nicht –, um anzuerkennen, dass diese Fragen längst überfällig sind. Dass es sieben Jahre dauert, bis sich ein Parlament ernsthaft mit einem gefälschten Reisepass eines der berüchtigtsten Sexualstraftäter der Geschichte befasst, spricht Bände über den Zustand europäischer Justiz und Politik.
Der Pass als Schlüssel zu einem Netzwerk der Macht
Die juristische Bedeutung des Dokuments war bereits 2019 erheblich. US-Staatsanwälte führten den gefälschten Pass als Beleg für ein hohes Fluchtrisiko an. Das Gericht verwehrte Epstein daraufhin eine Freilassung gegen Kaution. Wenige Wochen später war Epstein tot – angeblich durch Suizid in seiner Gefängniszelle, unter Umständen, die bis heute von Millionen Menschen weltweit angezweifelt werden. Defekte Überwachungskameras, eingeschlafene Wärter, ein angeblich zerrissenes Bettlaken – die offizielle Version liest sich wie eine Aneinanderreihung unglaubwürdiger Zufälle.
Der österreichische Pass könnte ein Puzzlestück sein, das Licht in die dunklen Verbindungen Epsteins bringt. Wer hatte die Mittel und Kontakte, ein solches Dokument zu beschaffen? In welchen Ländern des Nahen Ostens reiste Epstein unter falschem Namen? Und mit wem traf er sich dort? Diese Fragen sind nicht nur von historischem Interesse – sie berühren den Kern eines mutmaßlichen Netzwerks aus Erpressung, Machtmissbrauch und sexueller Ausbeutung, das bis in die höchsten Kreise der Weltpolitik reichen dürfte.
Das Versagen der Behörden ist symptomatisch
Dass Österreichs Innenministerium erst im Dezember – also mehr als sechs Jahre nach dem Fund – angekündigt hatte, „mögliche Ermittlungen zu prüfen", ist an Absurdität kaum zu überbieten. Man stelle sich vor: Ein gefälschter österreichischer Pass wird bei einem der meistgesuchten Verbrecher der Welt gefunden, und die zuständigen Behörden prüfen jahrelang, ob sie überhaupt ermitteln sollen. In einem funktionierenden Rechtsstaat wäre eine solche Verzögerung undenkbar.
Doch dieses Versagen ist leider symptomatisch für eine politische Klasse in Europa, die sich lieber mit Gendersternchen und Klimazielen beschäftigt als mit der konsequenten Aufklärung schwerer Verbrechen. Während Bürger in Deutschland und Österreich zunehmend das Vertrauen in ihre Institutionen verlieren, scheinen die Verantwortlichen in den Ministerien und Behörden vor allem eines zu beherrschen: das Aussitzen unbequemer Wahrheiten.
Die Epstein-Akten, die in den vergangenen Monaten schrittweise veröffentlicht wurden, haben bereits erschütternde Details ans Licht gebracht. Prominente Namen, mächtige Netzwerke, systematischer Missbrauch. Der österreichische Falschpass ist dabei nur ein weiteres Indiz dafür, dass die volle Wahrheit über Jeffrey Epstein und seine Hintermänner noch lange nicht aufgedeckt ist. Es bleibt zu hoffen, dass die parlamentarische Anfrage der Grünen nicht im bürokratischen Nirwana versickert – so wie es in Europa leider allzu oft geschieht, wenn die Mächtigen dieser Welt ins Visier geraten.

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