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Kettner Edelmetalle
06.02.2026
20:20 Uhr

EZB als diplomatische Waffe: Brüssel lockt neue Verbündete mit Euro-Liquidität

EZB als diplomatische Waffe: Brüssel lockt neue Verbündete mit Euro-Liquidität

Die Europäische Zentralbank plant einen bemerkenswerten Schachzug auf dem globalen Währungsparkett. Mit großzügigeren Kreditlinien für ausländische Zentralbanken will Frankfurt die internationale Stellung des Euro stärken – und nebenbei neue wirtschaftliche und politische Allianzen schmieden. Ein Manöver, das angesichts der zunehmend unberechenbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump durchaus Sinn ergibt.

Das Euro-Sicherheitsnetz wird ausgeweitet

Die EZB arbeitet derzeit an verbesserten Konditionen für ihre sogenannten Repo-Vereinbarungen, die es ausländischen Zentralbanken ermöglichen, sich in Krisenzeiten Euro-Liquidität zu beschaffen. Das Programm namens "Eurep", das während der Corona-Krise 2020 ins Leben gerufen wurde, steht bislang nur acht Nachbarländern der Eurozone zur Verfügung – darunter EU-Mitglieder wie Rumänien und Ungarn sowie Staaten wie Albanien und Montenegro.

Die geplanten Änderungen haben es in sich: Die Zinssätze für diese Operationen sollen gesenkt, die Regeln vereinheitlicht und die strengen Obergrenzen für die Kreditaufnahme gelockert werden. Ein deutliches Signal an die Welt, dass Europa bereit ist, seine Währung als ernstzunehmende Alternative zum Dollar zu positionieren.

Trumps Unberechenbarkeit als Katalysator

EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht nicht ohne Grund vom "globalen Moment" des Euro. Die erratische Wirtschaftspolitik der Trump-Administration hat weltweit Zweifel an der Verlässlichkeit des Dollars als Leitwährung geweckt. Zentralbanker rund um den Globus fragen sich mittlerweile offen, ob sie sich im Krisenfall noch auf die Swap-Linien der US-Notenbank verlassen können.

"Die aktuelle US-Regierung ist nach innen gerichtet und könnte in einer globalen Liquiditätskrise weniger bereit sein, über Swap-Linien Mittel zu verleihen."

So formulierte es Kelly Eckhold, Chefökonom bei Westpac NZ, der in der erweiterten Eurep-Fazilität eine Chance für Neuseeland sieht. Eine bemerkenswerte Aussage, die zeigt, wie weit die Verunsicherung über die amerikanische Zuverlässigkeit bereits reicht.

Wirtschaftsdiplomatie im Gesamtpaket

Die EZB-Initiative fügt sich nahtlos in eine breitere europäische Strategie ein. Neben Handelsabkommen – wie dem kürzlich mit Indien abgeschlossenen Deal – diskutieren die EU-Finanzminister bereits über die Ausgabe von Euro-denominierten Stablecoins und gemeinsamen europäischen Anleihen. Ludovic Subran, Investmentchef beim deutschen Versicherungsriesen Allianz, bringt es auf den Punkt: Wer Wirtschaftsdiplomatie betreiben wolle, müsse das volle Instrumentarium nutzen – einschließlich dessen, was man mit dem Euro anbieten könne.

Auch die französische Großbank Société Générale begrüßt den Vorstoß. Vorstandschef Slawomir Krupa sieht darin ein Werkzeug, das "Wachstum und den Einfluss unserer Region unterstützt".

Die Risiken einer jungen Währung

Doch so verlockend die Strategie klingen mag, sie birgt erhebliche Risiken. Der Euro ist mit seinen gerade einmal 27 Jahren eine vergleichsweise junge Währung. Er wird nicht von einer einheitlichen Staatskasse oder Einlagensicherung gestützt und trägt noch immer die Narben der Schuldenkrise, die ihn Anfang der 2010er Jahre beinahe zu Fall gebracht hätte.

Was geschieht, wenn ausländische Kreditnehmer Probleme mit ihren Euro-denominierten Schulden bekommen? Diese unbequeme Frage, mit der die USA seit Jahrzehnten konfrontiert sind, könnte bald auch europäische Regierungen und Zentralbanker beschäftigen. Der legendäre Ausspruch des damaligen US-Finanzministers John Connally von 1971 – "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem" – dürfte für europäische Entscheidungsträger kaum als Vorbild taugen.

Der weite Weg zur Leitwährung

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während außerhalb der jeweiligen Jurisdiktion Dollar-Kredite in Höhe von 14,2 Billionen US-Dollar ausstehen, kommt der Euro lediglich auf 4,9 Billionen. Rebecca Christie vom Brüsseler Thinktank Bruegel mahnt zur Vorsicht: Die EZB habe nicht alle Instrumente zur Verfügung, über die die Fed verfüge, und müsse daher deutlich sorgfältiger auf ihren Ruf achten.

Für konservative Beobachter stellt sich die Frage, ob die EU mit diesem Vorstoß nicht wieder einmal über ihre Verhältnisse hinausgreift. Die Idee, den Euro als diplomatisches Werkzeug einzusetzen, mag auf dem Papier elegant erscheinen. Doch ohne eine solide fiskalische Grundlage und echte politische Einheit bleibt der Euro ein Konstrukt, das bei der nächsten Krise erneut ins Wanken geraten könnte.

Gold als bewährter Stabilitätsanker

In Zeiten, in denen sowohl der Dollar als auch der Euro mit Vertrauensproblemen kämpfen, rücken physische Edelmetalle wieder verstärkt in den Fokus kluger Anleger. Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als Wertaufbewahrungsmittel bewiesen – unabhängig von den geldpolitischen Experimenten der Zentralbanken. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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