
Fed-Gouverneur Barr bremst Zinssenkungshoffnungen: Amerikas Notenbank bleibt auf Kurs der Zurückhaltung
Während an den Finanzmärkten die Sehnsucht nach billigem Geld kaum zu bändigen ist, hat Fed-Gouverneur Michael Barr den Träumern eine kalte Dusche verpasst. Bei einer Rede vor der New York Association for Business Economics machte er unmissverständlich klar: Die US-Notenbank wird ihre Leitzinsen wohl noch für geraume Zeit unverändert lassen. Eine weitere Zinssenkung? Die liege irgendwo weit in der Zukunft – wenn überhaupt.
Inflation bleibt das Schreckgespenst
Barrs Worte lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Das Risiko einer dauerhaft über dem Zwei-Prozent-Ziel liegenden Inflation sei erheblich, weshalb die Notenbank wachsam bleiben müsse. Er wolle zunächst belastbare Beweise dafür sehen, dass die Güterpreisinflation nachhaltig zurückgehe, bevor eine weitere Lockerung der Geldpolitik überhaupt in Betracht gezogen werden könne – vorausgesetzt, der Arbeitsmarkt bleibe stabil.
Was Barr diplomatisch umschreibt, hat einen konkreten Namen: die Zollpolitik von Präsident Donald Trump. Die massiven Handelsabgaben – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren – haben den zuvor erkennbaren Rückgang der Inflationsrate regelrecht torpediert. Was sich als vielversprechende Entspannung abgezeichnet hatte, wurde durch die protektionistischen Maßnahmen jäh gestoppt. Barr räumte zwar ein, dass es vernünftig sei anzunehmen, der zollbedingte Preisdruck werde irgendwann nachlassen. Doch sein Tonfall verriet wenig Optimismus.
Der Arbeitsmarkt: Ein fragiles Gleichgewicht
Bemerkenswert ist Barrs Einschätzung zur Beschäftigungslage. Der Arbeitsmarkt habe sich zwar stabilisiert, befinde sich jedoch in einem „delikaten Gleichgewicht". Er sei besonders anfällig für negative Schocks. Eine Formulierung, die aufhorchen lässt – denn sie deutet darauf hin, dass die Fed durchaus Risiken sieht, die über die reine Inflationsbekämpfung hinausgehen.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte die Federal Reserve ihren Leitzins um insgesamt 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gesenkt, um einen sich abschwächenden Arbeitsmarkt zu stützen. Seit der Sitzung Ende Januar verharren die Zinsen jedoch auf diesem Niveau, und die Notenbanker zeigen sich auffallend zurückhaltend, was weitere Schritte nach unten betrifft.
Künstliche Intelligenz: Kein Grund für billigeres Geld
Einen beträchtlichen Teil seiner Rede widmete Barr dem Thema Künstliche Intelligenz – und dessen möglichen Auswirkungen auf die Geldpolitik. Sein Fazit dürfte die Tech-Euphorie an der Wall Street kaum beflügeln: Der KI-Boom sei kein Grund für niedrigere Leitzinsen. Langfristig werde die Technologie zwar Produktivität und Lebensstandard steigern, doch den Arbeitsmarkt werde sie nicht radikal umwälzen.
Besonders aufschlussreich war Barrs Beobachtung zum Investitionsverhalten im KI-Sektor. Die Investitionen seien „wild gleichgültig" gegenüber dem Zinsniveau der Fed, so der Gouverneur mit einem Anflug von Sarkasmus. Der Sektor habe sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Zinsen geboomt – getrieben von einer „Winner-takes-all"-Mentalität, die sich von geldpolitischen Signalen schlicht nicht beeindrucken lasse.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Botschaft aus Washington ist unmissverständlich: Wer auf schnelle Zinssenkungen spekuliert, könnte bitter enttäuscht werden. Die Fed wird sich Zeit nehmen – viel Zeit. Für Anleger bedeutet dies, dass das Umfeld höherer Zinsen länger Bestand haben dürfte als von vielen erhofft. In einem solchen Szenario gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Inflationsschutz und Vermögenssicherung zusätzlich an Bedeutung. Denn während Zentralbanker über Zinspfade debattieren und Politiker mit Zöllen die Preise treiben, bleibt das gelbe Metall das, was es seit Jahrtausenden ist: ein verlässlicher Anker in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Investitionsentscheidungen eigenständig zu treffen. Eine Haftung für etwaige finanzielle Verluste, die auf Grundlage der hier dargestellten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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