
Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Deutschland steuert sehenden Auges in die Versorgungskrise

Während die Temperaturen in Deutschland auf eisige Tiefstwerte fallen, offenbart sich das ganze Ausmaß des energiepolitischen Desasters der vergangenen Jahre. Die deutschen Gasspeicher sind zu Jahresbeginn 2026 so leer wie nie zuvor seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahr 2011. Ein Rekordtief, das nicht vom Himmel gefallen ist, sondern das direkte Resultat jahrelanger politischer Fehlentscheidungen darstellt.
Alarmierende Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Lediglich 53 Prozent der deutschen Speicherkapazitäten waren zum 5. Januar gefüllt – ein erschreckender Wert, der rund 20 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau liegt. Bereits Ende Dezember unterschritt Deutschland den EU-Durchschnitt um fünf Prozentpunkte. Die Initiative Energien Speichern (INES) schlägt unmissverständlich Alarm: „Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reicht für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus", warnt Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
Täglich sinken die Füllstände um mehr als einen Prozentpunkt. Bei anhaltenden Minusgraden könnte selbst das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 30 Prozent zum 1. Februar nur noch knapp erreicht werden. Doch was geschieht, wenn der Winter länger und härter ausfällt als erhofft?
Politisches Versagen mit Ansage
Der Branchenverband macht keinen Hehl daraus, wer die Verantwortung für diese Misere trägt. Die bestehenden politischen Rahmenbedingungen seien schlichtweg nicht genutzt worden, um höhere Füllstände sicherzustellen. Dass andere EU-Mitgliedsstaaten deutlich besser dastehen, entlarvt die deutsche Energiepolitik als das, was sie ist: ein Trauerspiel der Inkompetenz.
Die Bundesnetzagentur hingegen versucht, die Bevölkerung zu beruhigen. Man gehe von einem „geringen Versorgungsrisiko" aus und verweist auf mögliche Importe über LNG-Terminals sowie aus Partnerstaaten wie Norwegen, Frankreich oder Belgien. Doch diese Beschwichtigungen wirken angesichts der Faktenlage geradezu zynisch. Haben diese Länder etwa keinen Winter? Werden sie ihre eigenen Reserven für das energiepolitisch gescheiterte Deutschland opfern?
Die Geister, die man rief
Die Wurzeln dieser Krise reichen tief. Seit dem Ukraine-Krieg kommt Russland als Lieferant nicht mehr infrage – eine Konsequenz der Sanktionspolitik, die Deutschland härter trifft als den eigentlichen Adressaten. Die geplante Kooperation mit Katar liegt aufgrund des europäischen Lieferkettengesetzes auf Eis. Und das teure LNG-Gas aus Übersee macht das Auffüllen der Speicher im Sommer wirtschaftlich unattraktiv.
Man fragt sich unweigerlich: Mit welchem Gas sollen eigentlich die von der neuen Bundesregierung geplanten Gaskraftwerke betrieben werden, die als Brückentechnologie für die Energiewende dienen sollen? Die Antwort darauf bleibt die Politik schuldig – wie so vieles in diesen Tagen.
Ein strukturelles Problem ohne schnelle Lösung
Die Situation dürfte auch über diesen Winter hinaus angespannt bleiben. Die Importabhängigkeit besteht fort, die Preise bleiben ungewiss, und eine grundlegende Änderung der Energiepolitik ist nicht in Sicht. Deutschland hat sich durch ideologiegetriebene Entscheidungen – vom überhasteten Atomausstieg bis zur einseitigen Abhängigkeit von russischem Gas – in eine Sackgasse manövriert, aus der es keinen schnellen Ausweg gibt.
Die deutschen Bürger werden die Zeche zahlen müssen: durch höhere Energiepreise, durch die Gefahr von Versorgungsengpässen und durch den schleichenden Verlust industrieller Wettbewerbsfähigkeit. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen für dieses Desaster zur Rechenschaft gezogen werden – und dass Deutschland endlich zu einer pragmatischen, an den Interessen seiner Bürger orientierten Energiepolitik zurückkehrt.
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