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Kettner Edelmetalle
16.02.2026
15:18 Uhr

Gasspeicher im freien Fall: Deutschland muss jetzt sogar LNG-Umwege über China in Kauf nehmen

Was für ein Armutszeugnis für die einstige Energienation Deutschland: Die Gasspeicher der Bundesrepublik sind auf erschreckende 23,95 Prozent abgesunken, und das Land ist mittlerweile so verzweifelt auf der Suche nach Erdgas, dass es sogar Lieferungen akzeptiert, die den Umweg über chinesische Häfen nehmen. Ein LNG-Tanker mit in China umgeladener Fracht steuert derzeit Europa an – ein Novum seit rund vier Jahren. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Das Land, das einst über stabile und günstige Pipeline-Verbindungen nach Russland verfügte, bettelt nun faktisch bei chinesischen Zwischenhändlern um Flüssigerdgas.

Vom Konkurrenten zum Lieferanten: Chinas neue Rolle

Die Ironie der Geschichte könnte kaum größer sein. Noch vor wenigen Wintern konkurrierten Europa und China auf dem globalen LNG-Spotmarkt um dieselben Lieferungen. Zog die Nachfrage in Asien an, explodierten die Preise für europäische Käufer. Nun hat sich das Blatt gewendet – allerdings nicht zu Europas Vorteil, wie man meinen könnte. Chinesische Händler treten jetzt als Verkäufer auf und verdienen prächtig am Preisunterschied zwischen den Märkten.

Konkret hat der LNG-Tanker „Seapeak Glasgow" Ende Januar Flüssigerdgas im chinesischen Terminal Zhejiang Ningbo übernommen und befindet sich nun auf dem Weg nach Europa. Die Ankunft werde laut Schiffsverfolgungsdaten für den 12. März erwartet. Die ursprüngliche Ladung könnte aus den USA, Australien, Katar oder – man höre und staune – sogar aus Russland stammen. China fungiert hier schlicht als lukrativer Umschlagplatz, während Europa als zahlungswilliger Abnehmer die Zeche begleicht.

Die bittere Bilanz einer verfehlten Energiepolitik

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. EU-weit lag der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher zuletzt bei lediglich 33,97 Prozent – deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt der vergangenen Jahre. Noch Anfang Februar waren die deutschen Speicher bei rund 31 Prozent gefüllt, die europäischen bei etwa 42 Prozent. Der Abwärtstrend ist rasant und beunruhigend.

Wer sich fragt, wie es so weit kommen konnte, muss nur wenige Jahre zurückblicken. Die ideologisch motivierte Energiewende, der überstürzte Ausstieg aus der Kernenergie und die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines – deren Aufklärung bis heute im Dunkeln liegt – haben Deutschland in eine Abhängigkeit von teurem LNG getrieben, die ihresgleichen sucht. Der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck feierte die schwimmenden LNG-Terminals als Befreiungsschlag. Heute zeigt sich: Sie sind bestenfalls ein teures Pflaster auf einer klaffenden Wunde.

Selbst die Infrastruktur macht Probleme

Als wäre die strategische Misere nicht genug, offenbart sich auch die operative Verwundbarkeit der deutschen LNG-Infrastruktur in erschreckendem Ausmaß. Das Terminal Mukran auf Rügen war tagelang wegen dichter Eisdecke für LNG-Tanker kaum erreichbar. Ein Mehrzweckschiff, das die Zufahrt freihalten sollte, fiel wegen eines technischen Defekts aus. Der Tanker „Minerva Amorgos" lag unterdessen vor Rügen auf Reede und wartete. Statt des großen Mehrzweckschiffs hält nun ein kleinerer gecharterter Schlepper notdürftig die Fahrrinne offen. Man könnte fast meinen, es handele sich um eine Satire – doch es ist bittere Realität.

Europa saugt den Weltmarkt leer

Die Dimension des europäischen Gashungers wird durch weitere Zahlen untermauert. Nach Berechnungen des Analysehauses Kpler lagen die LNG-Importe Europas zuletzt bei rund 252.000 Tonnen pro Tag – satte 44 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Europa zieht derzeit so viel Flüssigerdgas an wie saisonal sonst kaum, um den Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen auszugleichen. Parallel laufen die US-Exportterminals nahezu auf Rekordniveau mit Ausfuhren von rund 19,4 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Selbst Australien leitet Ladungen Richtung Europa um.

Dass China gleichzeitig eine schwächelnde Industrieproduktion und verhaltene Gasnachfrage verzeichnet, ist für die chinesischen Händler ein Glücksfall – und für Europa ein teurer Rettungsanker. Die chinesischen Importeure verkaufen schlicht einen Teil ihrer vertraglich gebundenen LNG-Mengen an jene Märkte weiter, die bereit sind, den höchsten Preis zu zahlen. Und das ist derzeit Europa.

Die Rechnung zahlt der Bürger

Was bedeutet das alles für den deutschen Verbraucher? Höhere Gaspreise, steigende Heizkosten und eine Energieversorgung, die auf tönernen Füßen steht. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur plant und damit die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt, bleibt die fundamentale Frage der Energiesicherheit ungelöst. Die Abhängigkeit von globalem LNG – ob aus den USA, Katar oder eben über chinesische Umwege – ist keine Strategie. Es ist ein Notbehelf, der den deutschen Steuerzahler und Verbraucher auf Jahre hinaus belasten wird.

Es wäre an der Zeit, dass die politisch Verantwortlichen endlich eine ehrliche Bestandsaufnahme vornehmen, statt sich in ideologischen Grabenkämpfen um Klimaneutralitätsziele zu verlieren. Denn eines steht fest: Ein Industrieland, das im Winter darauf angewiesen ist, dass chinesische Zwischenhändler ihm gnädigerweise LNG-Ladungen weiterverkaufen, hat seine energiepolitische Souveränität längst verspielt. Die Frage ist nur, ob jemand in Berlin den Mut aufbringt, das auch laut auszusprechen.

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