
Gasspeicher im freien Fall: Droht Deutschland der Energie-Kollaps durch niederländischen Lieferausfall?

Die Energiekrise in Europa spitzt sich dramatisch zu. Während die deutschen Gasspeicher auf besorgniserregende 34 Prozent abgesunken sind, zeichnet sich beim zweitwichtigsten Lieferanten der Bundesrepublik eine noch gravierendere Entwicklung ab: Die Niederlande melden einen Füllstand von gerade einmal 28 Prozent. Ein Szenario, das die ohnehin fragile Versorgungslage Deutschlands in eine handfeste Krise stürzen könnte.
Die niederländische Zeitbombe tickt
Was viele Bürger nicht wissen: Aus dem kleinen Königreich an der Nordsee bezieht Deutschland täglich rund 0,7 Terawattstunden Gas – das entspricht etwa einem Drittel dessen, was die deutschen Speicher in den vergangenen Tagen zur Verfügung stellen mussten. Nur Norwegen übertrifft die Niederlande als Gaslieferant für die Bundesrepublik. Doch genau dieser lebenswichtige Nachschub steht nun auf der Kippe.
Die Niederlande fungieren dabei in doppelter Funktion: Einerseits fördern sie selbst Gas, andererseits dienen sie als Transitland für Flüssiggas aus Übersee, das am Rotterdamer Hafen angelandet und ins europäische Netz eingespeist wird. Sollten sich die dortigen Speicher weiter in diesem Tempo leeren, könnte Den Haag versucht sein, ankommende Lieferungen zunächst für den eigenen Bedarf zu sichern – europäische Solidaritätsbekundungen hin oder her.
Groningen bleibt geschlossen – ideologische Sturheit vor Versorgungssicherheit
Besonders bitter: Eine naheliegende Lösung wird aus politischen Gründen kategorisch ausgeschlossen. Der designierte niederländische Ministerpräsident Rob Jetten von den sozialliberalen Democraten 66 hat wiederholt betont, die Gasförderung in der nordöstlichen Provinz Groningen nicht wieder aufnehmen zu wollen. Das dortige Gasfeld, eines der größten Europas, wurde nach geologischen Auffälligkeiten und Gebäudeschäden stillgelegt.
Man fragt sich unwillkürlich: Ist es wirklich verantwortungsvolle Politik, in Zeiten einer handfesten Energiekrise auf vorhandene Ressourcen zu verzichten? Die Antwort der niederländischen Regierung lautet offenbar: Ja. Eine Haltung, die an die deutsche Abschaltung der letzten Kernkraftwerke erinnert – ideologische Reinheit scheint wichtiger als die Versorgungssicherheit der eigenen Bevölkerung.
Westeuropa im Energietief – Osteuropa zeigt, wie es geht
Der Blick auf die europäische Landkarte offenbart ein bezeichnendes Muster. Während die westeuropäischen Staaten mit erschreckend niedrigen Füllständen kämpfen – Frankreich liegt bei 33 Prozent, Dänemark bei 37 Prozent – stehen die mittel- und osteuropäischen Länder deutlich besser da:
Österreich verfügt noch über 48 Prozent seiner Speicherkapazitäten, wobei der Speicher Haidach auch Bayern versorgen kann. Tschechien hält knapp die Hälfte seiner Reserven, und Polen steht mit mehr als zwei Dritteln seiner Kapazitäten geradezu vorbildlich da.
Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die politischen Entscheidungen in Mitteleuropa haben offensichtlich einer möglichen Mangellage besser vorgebeugt als die westeuropäische Energiepolitik. Während man in Berlin, Paris und Amsterdam jahrelang von der grünen Energiewende träumte, haben pragmatischere Regierungen vorgesorgt.
Belgien als Nadelöhr – kaum Puffer vorhanden
Auch über Belgien fließt eine ähnlich große Gasmenge nach Deutschland wie über die Niederlande. Doch hier lauert das nächste Problem: Das kleine Land verfügt kaum über Speicherkapazitäten. Lediglich ein kleiner Speicher im flämischen Loenhout in der Provinz Antwerpen dient als Puffer – mit gerade einmal drei Terawattstunden eingespeichertem Gas. Das ist deutlich weniger, als Deutschland an einem einzigen Tag verbraucht.
Die Schweiz und Luxemburg haben überhaupt keine relevanten eigenen Gasspeicher. Westeuropa hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit manövriert, die nun ihre hässliche Fratze zeigt.
Die Quittung für politisches Versagen
Was wir derzeit erleben, ist nichts anderes als die Konsequenz jahrelanger energiepolitischer Fehlentscheidungen. Der überstürzte Atomausstieg, die naive Abhängigkeit von russischem Gas, die ideologisch motivierte Ablehnung heimischer Förderung – all diese Entscheidungen rächen sich nun bitter. Die Bürger werden die Zeche zahlen müssen, sei es durch explodierende Energiepreise oder im schlimmsten Fall durch tatsächliche Versorgungsengpässe.
Die Frage ist nicht mehr, ob die Energiewende gescheitert ist, sondern wie teuer uns dieses Scheitern noch zu stehen kommen wird.
Während die politische Klasse weiterhin von Klimaneutralität und grüner Transformation schwärmt, frieren die Menschen in ihren Wohnungen und bangen um ihre Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie. Eine Politik, die sich mehr um ideologische Reinheit als um die Grundversorgung ihrer Bürger sorgt, hat jede Legitimation verwirkt.
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