
Glyphosat-Skandal: Monsanto erkämpft sich Berufung – während EU unbefristete Zulassung plant

Der Kampf um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat geht in die nächste Runde. Der Oberste Gerichtshof der USA hat Mitte Januar ein Berufungsverfahren zugelassen, das dem Bayer-Konzern und seiner Tochter Monsanto möglicherweise Milliarden an Schadenersatzzahlungen ersparen könnte. Ein Grundsatzurteil, das weitreichende Folgen haben dürfte – nicht nur für die Konzernkassen, sondern auch für die Gesundheit von Millionen Menschen weltweit.
Ein juristisches Katz-und-Maus-Spiel mit Milliardeneinsatz
Im Kern geht es um eine scheinbar simple Frage: Hätte Monsanto vor möglichen Krebsrisiken warnen müssen? Ein Gericht im Bundesstaat Missouri hatte einem Kläger Schadenersatz in Millionenhöhe zugesprochen, da das Unternehmen seiner Warnpflicht nicht nachgekommen sei. Nun soll der Oberste Gerichtshof klären, ob einzelne Bundesstaaten solche Warnhinweise überhaupt verlangen können – oder ob das nationale US-Recht Vorrang hat, das keine entsprechende Kennzeichnung vorschreibt.
Die Tragweite dieser Entscheidung ist kaum zu überschätzen. Ein Urteil zugunsten von Bayer könnte mehrere zehntausend noch offene Schadenersatzklagen praktisch entwerten. Der Konzern hat seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 bereits mehr als zehn Milliarden US-Dollar für Vergleiche und Urteile gezahlt und weitere sechs Milliarden zurückgestellt. Man fragt sich unweigerlich: War der Kauf von Monsanto der größte Fehler in der Unternehmensgeschichte von Bayer – oder ein kalkuliertes Risiko, das sich am Ende doch noch auszahlen könnte?
Manipulierte Studien und fragwürdige Behördenentscheidungen
Besonders brisant: Im Sommer 2025 wurde bekannt, dass eine viel zitierte Studie aus dem Jahr 2000, die Glyphosat für unbedenklich erklärte, von Monsanto selbst beeinflusst worden war. Monsanto-Mitarbeiter sollen Studien eigenhändig verfasst haben, während in den Veröffentlichungen andere Wissenschaftler als Autoren genannt wurden. Die Studie wurde mittlerweile zurückgezogen – doch der Schaden ist längst angerichtet.
Bayer verweist unterdessen gebetsmühlenartig auf die US-Umweltbehörde EPA, wonach Glyphosat für Menschen nicht krebserregend sei. Was der Konzern dabei verschweigt: Die EPA hat ihre Bewertung in der Vergangenheit mehrfach geändert. Eine im Juli 2025 veröffentlichte Langzeitstudie an Ratten liefert zudem „stichhaltige Beweise" für die krebserregende Wirkung des Herbizids.
Die EU auf gefährlichem Kurs
Während in den USA wenigstens noch vor Gericht gestritten wird, plant die EU-Kommission einen regelrechten Dammbruch. Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus soll eine unbefristete Zulassung von Ackerchemikalien eingeführt werden – darunter auch Glyphosat. Bislang musste die Zulassung nach einigen Jahren erneuert werden, was zumindest eine regelmäßige Überprüfung gewährleistete.
Das Pestizid Aktions Netzwerk kritisiert scharf:
„Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus werden grundlegende Schutzstandards geschwächt und dauerhaft abgebaut."Der Gesetzesvorschlag beschneide zudem die Souveränität der Mitgliedstaaten, als problematisch erkannte Pestizide vom Markt zu nehmen.
Ein Lehrstück über Konzernmacht und politisches Versagen
Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Es findet sich in unserer Nahrung, im Grundwasser, praktisch überall. Dass die EU-Kommission ausgerechnet jetzt, wo immer mehr Studien auf Gesundheitsrisiken hinweisen, eine dauerhafte Zulassung plant, ist ein Skandal erster Güte. Es zeigt einmal mehr, wie sehr die Brüsseler Bürokratie den Interessen der Großkonzerne verpflichtet ist – und wie wenig dem Schutz der europäischen Bürger.
Die Übernahme von Monsanto durch Bayer im Jahr 2018 wurde von Kritikern bereits damals als verhängnisvoller Deal bezeichnet. Man wusste, welche juristischen Zeitbomben da tickten. Dass ein deutsches Traditionsunternehmen nun Milliarden verbrennt, um die Altlasten eines amerikanischen Agrarchemie-Giganten zu bewältigen, ist ein Trauerspiel – und ein Warnsignal für alle, die glauben, Konzerninteressen und Verbraucherschutz ließen sich problemlos vereinbaren.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Fehlentscheidungen suchen immer mehr Menschen nach stabilen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von Konzernbilanzen, Gerichtsurteilen oder politischen Launen. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.












