
Gold auf dem Weg zur 6.000-Dollar-Marke: Warum das Edelmetall alle Skeptiker verstummen lässt

Während sich die Finanzmärkte in einem Zustand permanenter Nervosität befinden und Anleger fieberhaft nach sicheren Häfen suchen, liefert der Goldmarkt einmal mehr eine unmissverständliche Botschaft: Das gelbe Metall kennt derzeit nur eine Richtung – nach oben. Die französische Großbank BNP Paribas hält es für durchaus realistisch, dass der Goldpreis bis zum Jahresende die schwindelerregende Marke von 6.000 US-Dollar je Unze erreichen könnte. Aktuell tobt der Kampf um die 5.000-Dollar-Schwelle – ein Niveau, das noch vor wenigen Jahren als reine Phantasie abgetan worden wäre.
Zentralbanken als mächtige Goldkäufer
Was den Goldpreis so nachhaltig befeuert, ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein fundamentaler Paradigmenwechsel. Die Rohstoffstrategen von BNP Paribas verweisen auf zwei zentrale Nachfragequellen, die dem Edelmetall ein solides Fundament verleihen: die massiven Käufe durch Zentralbanken weltweit und die stetigen Zuflüsse in goldgedeckte ETFs.
Besonders bemerkenswert sei die Rolle Polens. Das Land habe im vergangenen Jahr die Liste der größten staatlichen Goldkäufer angeführt und kürzlich angekündigt, weitere 150 Tonnen Gold erwerben zu wollen. Ein Signal, das man nicht ignorieren sollte. Wenn souveräne Staaten in diesem Ausmaß Gold horten, dann spricht das Bände über das Vertrauen – oder besser gesagt: das mangelnde Vertrauen – in die Stabilität des globalen Finanzsystems und der Papierwährungen.
Auch China treibt die Nachfrage unermüdlich voran. Die chinesische Zentralbank habe ihre Goldkäufe im Januar auf den fünfzehnten Monat in Folge ausgeweitet. Fünfzehn Monate! Das ist keine Laune, das ist Strategie. Peking diversifiziert seine Reserven systematisch weg vom US-Dollar – eine Entwicklung, die angesichts der aggressiven Zollpolitik der Trump-Administration mit ihren 20-Prozent-Aufschlägen auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren kaum verwundern dürfte.
ETF-Zuflüsse als Gradmesser des Vertrauens
Parallel zu den Zentralbankkäufen zeigen sich die Zuflüsse in goldgedeckte ETFs nach Einschätzung der französischen Bank als bemerkenswert robust. Zwar habe es während einer kurzzeitigen Korrektur in der Vorwoche einen Rückgang gegeben, doch die Erholung sei prompt erfolgt. Für Marktbeobachter ist dies ein entscheidendes Signal: ETFs gelten als verlässlicher Indikator dafür, wie stark sowohl institutionelle als auch private Investoren Gold in ihren Portfolios gewichten. Und offensichtlich wächst der Appetit.
Man muss sich das einmal vor Augen führen: In einer Welt, in der geopolitische Krisenherde von der Ukraine über den Nahen Osten bis hin zu den transatlantischen Handelsstreitigkeiten das Bild bestimmen, in der Regierungen wie die deutsche mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Schuldenberge in astronomische Höhen treiben und damit die Inflation weiter anheizen – in genau dieser Welt erweist sich Gold als das, was es seit Jahrtausenden ist: der ultimative Wertspeicher.
Gold schlägt Silber – und das hat Gründe
Ein besonders aufschlussreiches Detail in der Analyse von BNP Paribas betrifft das sogenannte Gold-Silber-Verhältnis. Dieses Verhältnis gibt an, wie viele Unzen Silber man benötigt, um eine Unze Gold zu kaufen. Die Analysten erwarten, dass sich dieses Verhältnis weiter zugunsten von Gold verschieben werde. Der Wert liege zwar noch unter seinem Zweijahresdurchschnitt „in den 80ern", habe aber bereits wieder angezogen. Es gebe also weiterhin Raum für eine stärkere Entkopplung.
Der Grund dafür ist weniger technischer als vielmehr psychologischer Natur. Gold funktioniere als „Risikoschutz" in einer Weise, die Silber schlicht nicht bieten könne, so die Experten. Während Silber stärker von kurzfristigen Nachfrageschwankungen und der allgemeinen Marktstimmung getrieben werde, wirke Gold in der Wahrnehmung der Anleger deutlich defensiver. Silber schlägt in beide Richtungen heftiger aus – ein Charakterzug, der in Zeiten extremer Unsicherheit nicht jedem Investor behagt.
Silber: Volatil, aber nicht ohne Reiz
Das bedeutet freilich nicht, dass Silber keine Daseinsberechtigung hätte. BNP Paribas zeichnet beim weißen Metall ein Bild extremer Volatilität, getrieben unter anderem durch kräftige physische Nachfrage aus Teilen Asiens. Gleichzeitig sehen die Analysten jedoch Anzeichen einer Abkühlung. Metallbestände und Lieferströme würden sich verändern, und das bevorstehende chinesische Neujahr dürfte die Silbernachfrage in China vorübergehend dämpfen. Kurzfristige Faktoren schlagen bei Silber eben stärker durch als beim großen Bruder Gold.
Ein breiter werdender Konsens der Finanzwelt
BNP Paribas steht mit ihrer optimistischen Gold-Prognose keineswegs allein auf weiter Flur. Auch andere Schwergewichte der Finanzbranche – darunter die Deutsche Bank und Goldman Sachs – trauen dem Edelmetall eine Fortsetzung seiner beeindruckenden Rallye zu. In der Summe ergibt sich ein Bild, das kaum deutlicher sein könnte: Gold wird von den klügsten Köpfen der Finanzwelt als strategischer Baustein betrachtet, nicht als spekulative Wette.
Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat, den überrascht diese Einschätzung kaum. Die Kombination aus explodierenden Staatsschulden, einer Geldpolitik, die das Vertrauen in Fiat-Währungen systematisch untergräbt, und einer geopolitischen Großwetterlage, die von Konflikten und Unsicherheit geprägt ist, schafft ein Umfeld, in dem physisches Gold als Vermögenssicherung geradezu alternativlos erscheint.
Gold bleibt der ruhigere Anker in stürmischen Zeiten – während andere Anlageklassen von Krisen, politischen Fehlentscheidungen und inflationärer Geldpolitik erschüttert werden.
Für den vorausschauenden Anleger, der sein Vermögen nicht den Launen einer zunehmend unberechenbaren Weltpolitik ausliefern möchte, dürfte die Botschaft klar sein: Physische Edelmetalle gehören als unverzichtbarer Bestandteil in jedes breit diversifizierte Portfolio. Sie sind keine Spekulation, sondern eine Versicherung – und zwar eine, die sich seit Jahrtausenden bewährt hat.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider und basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen. Jede Anlageentscheidung sollte auf Grundlage eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Basis dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















