
Gold durchbricht 5.000-Dollar-Marke: Eskalation im Nahen Osten und Fed-Unsicherheit treiben den Preis
Während die Welt gebannt auf den Nahen Osten blickt, wo sich ein militärischer Showdown zwischen den USA und dem Iran abzeichnet, sendet der Goldmarkt ein unmissverständliches Signal: Das Edelmetall hat erneut die psychologisch bedeutsame Marke von 5.000 US-Dollar je Unze überschritten. Wer angesichts dieser Entwicklung noch immer an der Relevanz physischer Edelmetalle als Krisenwährung zweifelt, dem sei ein Blick auf die geopolitische Landkarte empfohlen.
Trumps Ultimatum an Teheran verschärft die Lage
US-Präsident Donald Trump hat den Verhandlungen über ein mögliches Atomabkommen mit dem Iran ein Zeitfenster von lediglich „zehn bis fünfzehn Tagen" eingeräumt. Was diplomatisch klingt, ist in Wahrheit kaum mehr als ein Ultimatum. Parallel dazu verstärken die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Region in einem Ausmaß, das Beobachter an die Vorbereitungen zum Irakkrieg 2003 erinnert. Es wäre – sollte es tatsächlich zum Schlag kommen – der dritte größere US-Militäreinsatz im Nahen Osten seit 1991.
Die Konsequenzen für die globalen Märkte wären enorm. Schon jetzt notiert der Ölpreis nahe einem Sechsmonatshoch, was die geopolitische Risikoprämie eindrücklich unterstreicht. Und Gold? Gold tut genau das, was es in Krisenzeiten seit Jahrtausenden tut: Es steigt.
Die Fed als zweiter Unsicherheitsfaktor
Doch nicht nur die Geopolitik treibt den Goldpreis. Auch die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve sorgt für erhebliche Nervosität an den Märkten. Fed-Gouverneur Stephen Miran dämpfte jüngst die Erwartungen an deutliche Zinssenkungen im laufenden Jahr. Das jüngste Sitzungsprotokoll offenbarte sogar eine überraschend restriktive Grundhaltung – mehrere Notenbanker stellten eine erneute Zinserhöhung in Aussicht, sollte sich die Inflation als hartnäckig erweisen.
Für Gold bedeutet das zunächst Gegenwind, denn das Edelmetall profitiert klassischerweise von sinkenden Zinsen, da die Opportunitätskosten für das Halten unverzinslicher Anlagen dann fallen. Dass der Goldpreis dennoch über 5.000 Dollar notiert, spricht Bände über die Stärke der strukturellen Nachfrage.
Volatilität als neue Normalität
Die Schwankungen am Goldmarkt haben in den vergangenen Wochen ein bemerkenswertes Ausmaß erreicht. Zu Monatsbeginn stürzte der Preis innerhalb von nur zwei Handelstagen von einem Rekordhoch über 5.595 US-Dollar auf nahezu 4.400 US-Dollar ab – ein historischer Kursrutsch, ausgelöst durch das Platzen einer spekulativen Kaufwelle, die sich seit Januar aufgebaut hatte. Doch wer glaubte, damit sei die Rally beendet, wurde eines Besseren belehrt.
Großbanken bleiben bullisch – und die Zentralbanken kaufen weiter
Namhafte Investmentbanken wie Goldman Sachs, Deutsche Bank und BNP Paribas prognostizieren für den weiteren Jahresverlauf steigende Goldpreise. Die Analysten von Goldman Sachs betonen dabei einen Faktor, der in der öffentlichen Debatte viel zu wenig Beachtung findet: Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldreserven systematisch auf. Gold dient ihnen als Absicherung gegen geopolitische Verwerfungen und – man höre und staune – gegen die Abwertung ihrer eigenen Währungen.
Wenn selbst die Hüter des Papiergeldes dem gelben Metall den Vorzug geben, sollte das jedem Privatanleger zu denken geben. Die zunehmende Abkehr von Staatsanleihen und traditionellen Währungen ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein struktureller Trend, der die Finanzarchitektur der kommenden Jahrzehnte prägen dürfte.
Angebotsverknappung als zusätzlicher Preistreiber
Auch von der Angebotsseite kommen preistreibende Signale. Newmont, der weltweit größte Goldproduzent, kündigte an, die Förderung im laufenden Jahr um rund zehn Prozent zu drosseln – begründet mit geplanten Modernisierungsmaßnahmen in mehreren Minen. Weniger Angebot bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage – die Gleichung ist simpel, ihre Konsequenz für den Preis eindeutig.
Kurzfristig richten sich die Blicke nun auf die anstehenden US-Konjunkturdaten. Neben dem Bruttoinlandsprodukt stehen insbesondere die von der Fed stark beachteten PCE-Preisdaten im Fokus, die als bevorzugtes Inflationsmaß der Notenbank gelten. Sie könnten den nächsten Impuls für den Goldmarkt liefern.
Auch Silber und Platin im Aufwind
Nicht nur Gold profitiert von der aktuellen Gemengelage. Silber kletterte um 0,4 Prozent auf 78,83 US-Dollar, auch Platin und Palladium legten leicht zu. Die gesamte Edelmetallpalette zeigt sich robust – ein Zeichen dafür, dass die Flucht in reale Werte kein isoliertes Phänomen ist, sondern eine breite Bewegung.
In Zeiten, in denen Regierungen weltweit – auch die neue Große Koalition in Berlin mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen – die Schuldenberge in schwindelerregende Höhen treiben, erweist sich physisches Gold einmal mehr als das, was es seit Menschengedenken ist: der ultimative Wertspeicher. Während Papiergeld gedruckt, Schulden aufgetürmt und Versprechen gebrochen werden, bleibt Gold das, was es ist. Unvergänglich, unbestechlich und – wie die aktuellen Kurse zeigen – unverzichtbar.
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