
Greentanamo: Trump sichert sich Militärstützpunkte auf Grönland – Ein Deal mit weitreichenden Folgen

Was für ein diplomatisches Schauspiel! Während die Welt gebannt auf das Weltwirtschaftsforum in Davos blickte, verkündete US-Präsident Donald Trump einen vermeintlichen Durchbruch in der Grönland-Frage. Die Märkte reagierten euphorisch, doch bei genauerer Betrachtung entpuppt sich der große Wurf als geschickte Inszenierung – mit durchaus realen geopolitischen Konsequenzen.
Der Deal: Souveränität über strategische Landstriche
Nach einem NATO-Treffen am Mittwoch, bei dem hochrangige Militäroffiziere der Allianz einen Kompromiss diskutierten, zeichnet sich folgendes Bild ab: Dänemark würde den Vereinigten Staaten die Souveränität über kleine Gebiete grönländischen Territoriums übertragen, auf denen die USA Militärstützpunkte errichten könnten. Das Modell erinnert an die britischen Basen auf Zypern, die als britisches Territorium gelten.
Die Ironie dabei? Die USA unterhalten bereits seit dem Zweiten Weltkrieg eine militärische Präsenz auf Grönland. Die Pituffik Space Base, ehemals Thule Air Base, beherbergt derzeit etwa 150 amerikanische Soldaten – ein Bruchteil der 6.000 Mann, die während des Kalten Krieges dort stationiert waren. Trump wechselt also im Grunde von einem Militärstützpunkt auf halbautonomem Territorium zu einem Stützpunkt auf autonomem Territorium. Ein Etikettenschwindel der Extraklasse?
Historischer Kontext: Die amerikanische Präsenz in der Arktis
Die Geschichte der US-Militärpräsenz auf Grönland reicht bis in die dunkelsten Stunden Europas zurück. Als die Nazis Dänemark besetzten, blieb die arktische Insel schutzlos zurück. Die Amerikaner sprangen ein, errichteten Flugplätze, Wetterstationen und Verteidigungsanlagen, überwachten deutsche U-Boote im Nordatlantik. Zehn Jahre später wurde diese Vereinbarung durch einen Verteidigungsvertrag mit Dänemark formalisiert.
Das Abkommen von 1951 erlaubte den USA den Betrieb der Basis unter NATO-Rahmenbedingungen. Eine bemerkenswerte Klausel: Die dänische Flagge muss auf dem Stützpunkt wehen, um die dänische Souveränität zu symbolisieren – die amerikanische Flagge darf lediglich daneben flattern. 2004 wurde das Abkommen modifiziert und gewährte den USA uneingeschränkten Zugang zur Pituffik-Basis.
Vizepräsident Vance als Vorbote
Bereits im März 2025 hatte Vizepräsident J.D. Vance eine US-Delegation zur Pituffik Space Base geführt. Der Stützpunkt liegt 1.500 Kilometer von Nuuk entfernt, 1.207 Kilometer nördlich des Polarkreises, und spielt eine essenzielle Rolle bei der amerikanischen Raketenabwehr. Die strategische Bedeutung dieser Position kann kaum überschätzt werden.
Trumps Davos-Auftritt: Zwischen Drohgebärden und Charmeoffensive
In seiner 90-minütigen Rede vor den versammelten Eliten in Davos zeigte sich Trump von seiner typischen Seite – großspurig, provokant und mit gezielten Seitenhieben auf europäische Staats- und Regierungschefs. Er verspottete den französischen Präsidenten Macron wegen dessen Sonnenbrille und bezeichnete Dänemark als "undankbar".
"Während des Zweiten Weltkriegs haben wir gekämpft, um Grönland für Dänemark zu retten. Nach dem Krieg haben wir es zurückgegeben – wie dumm waren wir eigentlich?"
Gleichzeitig betonte Trump, keine militärische Gewalt anwenden zu wollen: "Die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden. Das muss ich nicht. Das will ich nicht. Das werde ich nicht." Doch seine Worte trugen einen unmissverständlichen Unterton: "Sie haben die Wahl: Sie können Ja sagen, und wir werden sehr dankbar sein, oder Sie können Nein sagen, und wir werden uns daran erinnern."
Die Reaktion der Märkte und geopolitische Implikationen
Die Finanzmärkte reagierten erwartungsgemäß positiv auf die Nachricht. JPMorgan hatte bereits im Vorfeld prognostiziert, dass eine "verhandelte Vereinbarung" das wahrscheinlichste Ergebnis sei – ein Arrangement, das die US-Sicherheits- und Wirtschaftspräsenz in der Region ausbaut, während Dänemark formal die Souveränität behält.
Bemerkenswert ist, was in Trumps Ankündigung fehlte: Jegliche Erwähnung von Gesprächen mit Grönland selbst oder anderen EU-Nationen. Die Verhandlungen sollen von Vizepräsident Vance, Außenminister Marco Rubio und dem Sondergesandten Steve Witkoff geführt werden – direkt an Trump berichtend.
Kanadas scharfe Reaktion
Der kanadische Premierminister Mark Carney nutzte seinen Davos-Auftritt für eine historische Abrechnung mit der amerikanischen Politik. Er bezeichnete die von den USA geführte regelbasierte Ordnung als "angenehme Fiktion" und warnte: "Wir befinden uns inmitten eines Bruchs, nicht eines Übergangs." Seine Forderung an mittlere Mächte wie Kanada, sich zusammenzuschließen, um der Macht der USA, Chinas und Russlands entgegenzuwirken, erhielt stehende Ovationen.
Fazit: Symbolpolitik mit realen Konsequenzen
Der Grönland-Deal mag auf den ersten Blick wie viel Lärm um wenig erscheinen. Doch die geopolitischen Verschiebungen, die sich dahinter verbergen, sind real. Die Arktis wird zum neuen Schauplatz großmachtpolitischer Rivalitäten, und die USA positionieren sich aggressiv. Für Europa stellt sich die unbequeme Frage, wie lange man noch auf amerikanischen Schutz vertrauen kann – und zu welchem Preis.
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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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