
Grönland-Krise eskaliert: Trump droht mit Militär und Zöllen – Europa ringt um Antwort

Die geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa haben einen neuen Höhepunkt erreicht. US-Präsident Donald Trump bekräftigt seine Ansprüche auf die arktische Insel Grönland mit einer Vehemenz, die selbst hartgesottene Beobachter der internationalen Politik aufhorchen lässt. „Es gibt kein Zurück mehr", verkündete der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social – eine Drohung, die er mit der Ankündigung zusätzlicher Strafzölle gegen europäische Verbündete untermauert.
Trumps Doppelstrategie: Zuckerbrot und Peitsche
Kurz vor seinem Abflug zum Weltwirtschaftsforum in Davos schlug Trump dann überraschend versöhnlichere Töne an. Man werde eine Lösung finden, mit der sowohl die NATO als auch die USA „sehr glücklich" sein würden, erklärte er. Doch diese scheinbare Mäßigung täuscht kaum über die Brisanz der Situation hinweg. Auf die direkte Frage, ob er bereit wäre, militärische Gewalt zur Übernahme Grönlands einzusetzen, antwortete Trump mit einem vielsagenden „Kein Kommentar".
Die Veröffentlichung vertraulicher SMS-Nachrichten von NATO-Generalsekretär Mark Rutte und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron durch Trump auf Truth Social offenbart nicht nur dessen unkonventionellen Führungsstil, sondern auch die Nervosität der europäischen Partner. In Macrons Nachricht heißt es bezeichnenderweise: „Ich verstehe nicht, was Du in Sachen Grönland machst."
Dänemark steht fest – doch wie lange noch?
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zeigt sich unbeugsam. „Ich werde Grönland nicht preisgeben", bekräftigte sie vor dem Parlament und warnte zugleich: „Das Schlimmste liegt möglicherweise noch vor uns." Dänemark hat die NATO um eine dauerhafte Präsenz auf der Insel gebeten – ein Schritt, der die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage unterstreicht.
Bemerkenswert ist dabei die Reaktion Großbritanniens, das gemeinsam mit Dänemark Verteidigungsgespräche für die Arktis-Region angekündigt hat. Der britische Verteidigungsminister John Healey reiste eigens nach Kopenhagen, um über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen im „hohen Norden" zu beraten. Selbst Kanada erwägt die Entsendung von Truppen für NATO-Übungen nach Grönland.
Europa gespalten: Merz bremst, Strack-Zimmermann fordert „Bazooka"
Die europäische Reaktion auf Trumps Drohgebärden offenbart einmal mehr die Uneinigkeit des Kontinents. Während Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot die Aussetzung des Handelsabkommens zwischen EU und USA unterstützt und die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert, man solle „die Bazooka herausholen", mahnt Bundeskanzler Friedrich Merz zur Zurückhaltung.
„Nun ist Frankreich von den amerikanischen Zöllen in einem anderen Umfang betroffen als wir", erklärte Merz und signalisierte damit Verständnis für unterschiedliche Positionen innerhalb Europas.
Diese Uneinigkeit ist symptomatisch für die strukturellen Schwächen der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. Während die USA unter Trump mit brachialer Entschlossenheit ihre Interessen durchsetzen, verliert sich Europa in endlosen Abstimmungsprozessen und diplomatischen Floskeln. Die Frage drängt sich auf: Kann ein Kontinent, der nicht einmal in der Lage ist, eine gemeinsame Position gegenüber einem vermeintlichen Verbündeten zu formulieren, ernsthaft als geopolitischer Akteur auftreten?
Die Stimmung kippt: Deutsche sehen USA als Gegner
Die Umfragewerte sprechen eine deutliche Sprache. Laut RTL/ntv-Trendbarometer betrachten mittlerweile 71 Prozent der Deutschen die USA nicht mehr als Verbündeten, sondern als Gegner. Selbst unter AfD-Anhängern, die traditionell eine gewisse Nähe zur MAGA-Bewegung pflegen, sehen 51 Prozent die Vereinigten Staaten kritisch. Diese Zahlen markieren einen historischen Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte Trump in Davos vor einer „Abwärtsspirale" und erinnerte an das im vergangenen Juli vereinbarte Handelsabkommen. „In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal", mahnte sie. Doch ob solche Appelle bei einem Präsidenten verfangen, der internationale Vereinbarungen als Verhandlungsmasse betrachtet, darf bezweifelt werden.
Russland reibt sich die Hände
Pikant ist die Reaktion aus Moskau. Außenminister Sergej Lawrow erklärte süffisant, Russland hege keine Pläne zur Eroberung Grönlands – und die US-Regierung wisse das auch. Grönland sei kein „natürlicher Teil" Dänemarks, fügte er hinzu und empfahl der NATO, die Angelegenheit intern zu klären. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Kreml die Spaltung des westlichen Bündnisses mit Genugtuung beobachtet.
Die Grönland-Krise offenbart eine unbequeme Wahrheit: Die regelbasierte internationale Ordnung, auf die sich Europa so gerne beruft, existiert nur so lange, wie die mächtigsten Akteure bereit sind, sie zu respektieren. Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten offen mit militärischer Gewalt droht, um ein Territorium eines NATO-Verbündeten zu annektieren, dann steht mehr auf dem Spiel als eine arktische Insel. Es geht um die Grundfesten der westlichen Allianz selbst.
Für Deutschland und Europa bedeutet dies vor allem eines: Die Zeit der bequemen Abhängigkeit von amerikanischen Sicherheitsgarantien neigt sich dem Ende zu. Ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz die notwendigen Konsequenzen daraus zieht, bleibt abzuwarten. Die Geschichte lehrt jedenfalls, dass Nationen, die ihre Sicherheit in fremde Hände legen, am Ende meist einen hohen Preis dafür zahlen.
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