
Grüne attackieren Frühverrentung: Das Ende der „Rente mit 63" rückt näher

Die politische Landschaft in Deutschland erlebt einmal mehr einen bemerkenswerten Schulterschluss – allerdings nicht dort, wo man ihn erwarten würde. Die Grünen-Fraktion im Bundestag hat einen Antrag vorgelegt, der das Ende der sogenannten „Rente mit 63" besiegeln soll. Ausgerechnet jene Partei, die sich stets als Anwalt der kleinen Leute inszeniert, will nun einem Rentenmodell den Garaus machen, das ursprünglich für hart arbeitende Menschen gedacht war.
Ein Konzept mit Verfallsdatum
Nach den Plänen der Grünen soll bereits ab 2031 Schluss sein mit dem vorzeitigen Ruhestand ohne Abschläge. Die Begründung klingt zunächst einleuchtend: Die Regelung schaffe „Fehlanreize zur Frühverrentung" und begünstige nicht die wirklich belasteten Berufsgruppen. Tatsächlich hat eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gezeigt, dass vor allem Beschäftigte mit geringer körperlicher Belastung von der Regelung profitieren – nicht etwa der Dachdecker oder die Krankenschwester, sondern der Verwaltungsangestellte mit 45 Beitragsjahren.
Doch halt! Bevor man den Grünen nun sozialpolitische Weitsicht attestiert, lohnt ein genauerer Blick auf die Gesamtrechnung. Denn gleichzeitig wollen dieselben Grünen auch die frisch eingeführte Aktivrente der Merz-Regierung wieder abschaffen. Jene Regelung also, die Rentnern ermöglicht, bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen.
Die „Überlastungsschutzrente" als Ersatz
Statt der bisherigen Regelung schwebt den Grünen eine sogenannte „Überlastungsschutzrente" vor. Der Name allein verrät bereits die typisch grüne Vorliebe für bürokratische Wortungetüme. Was verbirgt sich dahinter? Künftig sollen nur noch Menschen mit nachweisbaren gesundheitlichen Einschränkungen früher in Rente gehen dürfen – und zwar maximal zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze.
Armin Grau, sozialpolitischer Sprecher der Grünen, erläuterte gegenüber dem Spiegel:
„Mit einer Überlastungsschutzrente könnten diejenigen zwei Jahre früher in Rente, die es gesundheitlich im eigenen Beruf nicht mehr länger schaffen – meistens ohne oder, wenn überhaupt, nur mit sehr geringen Abschlägen."
Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente
Immerhin fordern die Grünen auch Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente. Die maximalen Abschläge sollen von derzeit 10,8 Prozent auf 7,2 Prozent sinken. Die Mehrkosten beziffert Grau auf „nicht mehr als ein bis zwei Milliarden Euro im Jahr". Eine Summe, die angesichts der gigantischen Schuldenberge, die diese Regierung bereits angehäuft hat, fast bescheiden wirkt.
Der demografische Druck als Treiber
Hinter all diesen Überlegungen steht der unerbittliche demografische Wandel. Die Zahl der Rentenbezieher steigt, während die Beitragszahler weniger werden. Die Lösung der Politik? Längere Lebensarbeitszeit – natürlich bei gleichbleibender Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Wie gnädig.
Die Grünen versprechen als Ausgleich „bessere Präventionsleistungen und eine bessere Gesundheitsförderung". Ob das den 64-jährigen Bauarbeiter mit kaputten Knien tröstet, darf bezweifelt werden. Einmal mehr zeigt sich: Die politische Klasse in Berlin lebt in einer Parallelwelt, weit entfernt von den Realitäten derjenigen, die dieses Land mit ihrer Hände Arbeit am Laufen halten.
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die dargestellten Informationen entsprechen unserer eigenen Einschätzung und den uns vorliegenden Quellen. Für individuelle Fragen zur Rentenplanung konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Berater.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











