
Heizungsbranche am Boden: Bürger verweigern den Kauf – und die Politik trägt die Schuld
Die deutsche Heizungsindustrie erlebt einen beispiellosen Absturz. Mit gerade einmal 627.000 verkauften Heizsystemen im Jahr 2025 wurde der niedrigste Stand seit anderthalb Jahrzehnten erreicht. Was einst eine florierende Branche war, liegt nun am Boden – und die Ursachen sind hausgemacht.
Vom Rekordjahr in den freien Fall
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Noch 2023 wurden mehr als 1,3 Millionen Heizsysteme an den Mann gebracht – ein Rekordjahr, das allerdings weniger von Optimismus als von blanker Panik getrieben war. Die Bürger kauften damals in Scharen, weil sie die drohenden Verbote und Regulierungen der Ampelregierung fürchteten. Dann kam der Absturz: 2024 halbierte sich der Absatz bereits, und 2025 setzte sich der Niedergang ungebremst fort.
Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie, findet deutliche Worte: „Die Lage ist schwierig, die Heizungsindustrie steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen." Seine Forderung an die Politik klingt fast schon verzweifelt – stabile gesetzliche Vorgaben und verlässliche Förderbedingungen müssten endlich her. Andernfalls drohen Stellenabbau und Kurzarbeit in einer Branche, die einst als Rückgrat des deutschen Handwerks galt.
Öl- und Gasheizungen: Ein Markt im Todeskampf
Besonders dramatisch gestaltet sich die Situation bei fossilen Heizsystemen. Ölheizungen verzeichneten einen regelrechten Zusammenbruch – lediglich 22.500 Geräte fanden noch Abnehmer, was einem Einbruch von unfassbaren 74 Prozent entspricht. Gasheizungen erging es kaum besser: Mit 229.000 verkauften Einheiten und einem Minus von 36 Prozent befindet sich auch dieser Markt im freien Fall.
Wer trägt die Verantwortung für dieses Desaster? Die Antwort liegt auf der Hand. Das unter der Ampelregierung verabschiedete Gebäudeenergiegesetz – im Volksmund treffend als „Heizungsgesetz" bekannt – hat den Bürgern faktisch die Wahlfreiheit genommen. Seit 2024 ist der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen nur noch unter strengen Auflagen möglich. Die Menschen reagieren, wie es zu erwarten war: Sie kaufen gar nichts mehr.
Das Erbe der Ampel-Politik
Die frühere Ampelregierung unter grüner Federführung hatte sich das ambitionierte Ziel gesetzt, jährlich mindestens 500.000 Wärmepumpen zu installieren. Ein ideologisch motiviertes Projekt, das die Realitäten des Marktes und die finanziellen Möglichkeiten der Bürger schlichtweg ignorierte. Die Folgen dieser Politik sind nun für jedermann sichtbar.
Immerhin: Wärmepumpen verzeichneten einen Zuwachs von rund 55 Prozent auf mehr als 299.000 verkaufte Einheiten. Doch selbst dieser vermeintliche Lichtblick kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gesamtmarkt dramatisch geschrumpft ist. Die Wärmepumpe mag der „Bestseller" der Branche sein – aber in einem Markt, der sich halbiert hat, ist das ein schwacher Trost.
Schwarz-Rot: Große Versprechen, wenig Taten
Die amtierende Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte im Koalitionsvertrag vollmundig angekündigt, das verhasste Heizungsgesetz abzuschaffen. Was ist davon geblieben? Eine kosmetische Umbenennung. Das Gebäudeenergiegesetz heißt nun Gebäudemodernisierungsgesetz – die Substanz bleibt dieselbe. Die Bürger, die auf echte Entlastung gehofft hatten, wurden einmal mehr enttäuscht.
Diese Entwicklung reiht sich nahtlos in das Bild einer Politik ein, die große Versprechungen macht und kleine Ergebnisse liefert. Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen – und plant nun ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen. Er hatte versprochen, die Bürger zu entlasten – und lässt das Heizungsgesetz faktisch unangetastet.
Die Zeche zahlt der Bürger
Am Ende sind es wieder einmal die deutschen Bürger, die die Rechnung für politisches Versagen begleichen müssen. Hausbesitzer stehen vor der Wahl zwischen teuren Wärmepumpen, die sich für viele nicht rechnen, und dem Festhalten an alten Heizungen, deren Reparatur immer schwieriger wird. Die Handwerksbetriebe, die jahrzehntelang Öl- und Gasheizungen installierten, kämpfen ums Überleben. Und die Industrie, die einst Weltmarktführer war, schrumpft auf ein Niveau, das man zuletzt vor 15 Jahren kannte.
Die Heizungskrise ist mehr als nur ein wirtschaftliches Problem – sie ist ein Symptom für eine Politik, die ideologische Ziele über praktische Vernunft stellt. Solange sich daran nichts ändert, wird der Absturz weitergehen.












