
Kanadas Premier entlarvt die große Illusion des Westens: „Wir haben in einer Lüge gelebt"

Es sind Worte, die wie ein Donnerschlag durch die ehrwürdigen Hallen des Weltwirtschaftsforums in Davos hallen. Mark Carney, der liberale Premierminister Kanadas, hat in einer bemerkenswert schonungslosen Rede die Fassade der westlichen Weltordnung eingerissen. Was er dabei offenbart, dürfte manchem Politiker und Wirtschaftsführer den Schlaf rauben: Der Westen hat sich jahrzehntelang selbst belogen.
Die bequeme Illusion einer „regelbasierten Ordnung"
Carney, seit März 2025 im Amt, sprach aus, was viele insgeheim längst wussten, aber niemand laut zu sagen wagte. Die vielgepriesene „regelbasierte internationale Ordnung" war nie mehr als ein schöner Schein, eine Fiktion, die nur funktionierte, solange die amerikanische Hegemonie Stabilität garantierte. Doch diese Zeiten sind unwiderruflich vorbei.
Der kanadische Regierungschef bediente sich dabei einer eindrucksvollen Metapher des tschechischen Dissidenten Václav Havel: Der Gemüsehändler, der jeden Morgen ein Schild mit kommunistischen Parolen ins Fenster hängt, obwohl er selbst nicht daran glaubt. Genau so, argumentiert Carney, habe der gesamte Westen gehandelt – man spielte mit, schwieg zu den offensichtlichen Widersprüchen und stützte eine Ordnung, die nur vorgab, gerecht zu sein.
Trumps Machtpolitik als Katalysator der Erkenntnis
Ohne den Namen des amerikanischen Präsidenten direkt zu nennen, ist die Stoßrichtung von Carneys Kritik unmissverständlich. Donald Trumps aggressive Zollpolitik, sein Griff nach Grönland und die unverhohlene Machtdemonstration der USA haben die letzten Reste der Illusion zertrümmert. Die wirtschaftliche Integration, einst als Garant für Wohlstand und Frieden gepriesen, wird nun zur Waffe umfunktioniert. Zölle dienen als Druckmittel, Finanzinfrastruktur als Zwangsinstrument, Lieferketten als Schwachstellen, die es auszunutzen gilt.
„Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn die Integration zur Quelle der Unterordnung wird."
Diese Worte Carneys treffen den Kern des Problems. Die multilateralen Institutionen – WTO, UNO, die Klimakonferenzen – sind zu zahnlosen Tigern verkommen. Was bleibt, ist die nackte Realität der Machtpolitik, in der die Starken tun, was sie können, und die Schwachen leiden, was sie müssen.
Kanadas neuer Weg: Pragmatismus statt Nostalgie
Bemerkenswert ist, wie Carney auf diese Erkenntnis reagiert. Statt in Selbstmitleid zu versinken oder auf die Rückkehr der alten Ordnung zu hoffen, propagiert er einen „wertorientierten Realismus". Kanada hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende diplomatische Offensive gestartet: zwölf neue Handels- und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten, strategische Partnerschaften mit China und Katar, Verhandlungen mit Indien, ASEAN und dem Mercosur.
Die Botschaft ist klar: Wer nicht mit am Tisch sitzt, landet auf der Speisekarte. Kanada baut seine Verteidigungsausgaben massiv aus, senkt Steuern und investiert in Energie, künstliche Intelligenz und kritische Mineralien. Der Premierminister betont dabei unmissverständlich die Souveränität seines Landes – auch gegenüber den USA. In der Grönland-Frage steht Kanada fest an der Seite Dänemarks und lehnt jede Form von Zwang kategorisch ab.
Eine Lehre auch für Deutschland?
Was bedeutet Carneys Analyse für Deutschland und Europa? Die Parallelen sind unübersehbar. Auch hierzulande hat man sich jahrzehntelang in der Illusion gewiegt, dass wirtschaftliche Verflechtung automatisch Frieden und Wohlstand garantiert. Die Abhängigkeit von russischem Gas, die naive Hoffnung auf „Wandel durch Handel" mit China – all das waren Symptome derselben Selbsttäuschung, die Carney nun so schonungslos offenlegt.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Kanada. Die Frage ist, ob man den Mut aufbringt, die unbequemen Wahrheiten auszusprechen und entsprechend zu handeln. Carneys Mahnung sollte dabei als Weckruf verstanden werden: „Nostalgie ist keine Strategie."
Die Rückkehr zur Realpolitik
Was wir derzeit erleben, ist nichts weniger als die Rückkehr der klassischen Machtpolitik, wie sie vor dem Ersten Weltkrieg die internationale Arena beherrschte. Die schönen Reden von Multilateralismus und regelbasierter Ordnung entpuppen sich als das, was sie immer waren: ein dünner Firnis über den harten Realitäten nationaler Interessen. Carney hat den Mut, dies offen auszusprechen – eine Ehrlichkeit, die man sich auch von deutschen Politikern wünschen würde.
Die Welt steht an einem Wendepunkt. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die alte Ordnung wiederherstellen lässt – sie lässt sich nicht. Die Frage ist, wie Mittelmächte wie Kanada, Deutschland und andere europäische Staaten in dieser neuen Realität ihre Interessen wahren können. Carneys Antwort: durch Stärke, Diversifizierung und die Bereitschaft, die Wahrheit beim Namen zu nennen. Es wäre an der Zeit, dass auch Berlin diese Lektion beherzigt.
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