
Kubas Todeskampf: Trumps Öl-Blockade schnürt der Karibikinsel die Luft ab
Was sich derzeit auf der sozialistischen Karibikinsel Kuba abspielt, gleicht einem wirtschaftlichen Erstickungstod in Zeitlupe. Die kubanische Regierung musste am Sonntagabend eingestehen, was viele Beobachter seit Wochen befürchtet hatten: Internationale Flugzeuge, die Kuba noch anfliegen, können nicht mehr betankt werden. Flugbenzin sei schlicht nicht mehr verfügbar. Ein Land, das ohnehin seit Jahrzehnten am Tropf hängt, wird nun endgültig vom Nachschub abgeschnitten.
Venezolanisches Öl versiegt – Maduro hinter Gittern
Der Hintergrund dieser dramatischen Entwicklung ist so simpel wie brutal: Seit die USA am 3. Januar den venezolanischen Ex-Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen haben, sind die Öllieferungen aus Venezuela an den sozialistischen Bruderstaat vollständig zum Erliegen gekommen. Venezuela war über Jahrzehnte hinweg Kubas wichtigster Energielieferant – eine ideologische Allianz, die nun unter dem Druck Washingtons zerbrochen ist.
Doch damit nicht genug. Auch Mexiko, das zuletzt noch als Notanker fungierte, hat seine Öllieferungen an Kuba eingestellt. Der Grund? Massive Zolldrohungen der US-Regierung gegen jeden Staat, der es wagt, die kommunistisch regierte Insel mit dem schwarzen Gold zu versorgen. Am 29. Januar unterzeichnete Präsident Trump ein präsidiales Dekret, das allen Ländern empfindliche Zölle androht, die Öl nach Kuba liefern. Eine wirtschaftliche Waffe, die ihre Wirkung nicht verfehlt.
Das Ergebnis: Kuba fehlen seit Jahresbeginn rund 45.000 Barrel Öl pro Tag – jene Menge, die als absolutes Minimum gilt, um überhaupt eine rudimentäre Stromversorgung und Benzinverfügbarkeit aufrechtzuerhalten. Internationale Experten warnen eindringlich, dass ohne zusätzliche Lieferungen spätestens Ende Februar großflächige Stromausfälle die gesamte Insel lahmlegen könnten.
Ein Land im Notbetrieb – Hotels geschlossen, Universitäten dicht
Die Maßnahmen, die Havanna nun ergreift, erinnern an Kriegswirtschaft. Bereits am Samstag wurden staatliche Hotels geschlossen und Gäste in andere Unterkünfte verlegt. Der öffentliche Nahverkehr wurde auf ein Minimum reduziert – Bus-, Bahn- und Fährverbindungen existieren praktisch nur noch auf dem Papier. Die Verwaltung arbeitet nur noch vier Tage pro Woche. Universitäten haben den Präsenzunterricht für 30 Tage ausgesetzt. Selbst in der Hauptstadt Havanna wird der Strom an manchen Tagen bis zu 15 Stunden abgestellt.
Man muss sich das einmal vergegenwärtigen: Ein ganzes Land wird heruntergefahren wie ein defekter Computer, den man verzweifelt im abgesicherten Modus zu retten versucht. Die kubanische Bevölkerung wartet derweil bis zu 40 Stunden auf ein paar Liter Benzin – sofern überhaupt welches verfügbar ist. In den Geschäften decken sich die Menschen für teure Devisen mit Konserven ein, mit dem, was an Lebensmitteln noch bezahlbar oder überhaupt vorhanden ist.
Tourismus – die letzte Devisenquelle versiegt
Besonders hart trifft die Krise den Tourismussektor, der über Jahrzehnte die tragende Säule der kubanischen Wirtschaft war und einen der wenigen Kanäle darstellte, über den harte Devisen ins Land flossen. Wenn Flugzeuge nicht mehr betankt werden können, werden Airlines ihre Verbindungen nach Kuba zwangsläufig einstellen müssen. Betroffen seien vorwiegend US-Airlines sowie Fluggesellschaften aus Spanien, Panama und Mexiko.
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: 2024 kamen nach offiziellen Angaben rund 2,2 Millionen internationale Besucher auf die Insel – der niedrigste Wert seit fast zwei Jahrzehnten, wenn man von der Corona-Pandemie absieht. Zwischen Januar und September 2025 sei die Zahl der ausländischen Besucher noch einmal um gut 20 Prozent auf rund 1,36 Millionen zurückgegangen. Der kubanische Vizepremierminister Oscar Pérez-Oliva Fraga erklärte, man habe einen Plan entwickelt, um den Energieverbrauch zu senken und touristische Einrichtungen „kompakter zu gestalten". Hinter dieser bürokratischen Formulierung verbirgt sich nichts anderes als der kontrollierte Zusammenbruch einer ganzen Branche.
Díaz-Canels verzweifelte Dialogbereitschaft
Wie groß die Verzweiflung der kubanischen Führung tatsächlich ist, zeigt ein bemerkenswerter Schritt: Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte am Donnerstag überraschend seine Bereitschaft zum Dialog mit den Vereinigten Staaten. Für ein Regime, das seit über 65 Jahren den Antiamerikanismus zur Staatsräson erhoben hat, kommt dies einer politischen Kapitulationserklärung gleich. Die „wirtschaftliche Strangulierung durch die führende Weltmacht" habe die ohnehin prekäre Lage weiter verschärft, so der Präsident.
Für die kommenden Tage kündigte Díaz-Canel die Umsetzung eines „sektorübergreifenden Notfallplans" an – angelehnt an Maßnahmen der 1990er-Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, als Kuba in die sogenannte „Spezialperiode" stürzte, eine Ära des Hungers und des Mangels, die sich tief ins kollektive Gedächtnis der Kubaner eingebrannt hat. Konkrete Wirtschaftsreformen, etwa die Erweiterung des Privatsektors oder die Abschaffung der staatlichen Gängelung, nannte er bezeichnenderweise nicht. Das sozialistische System soll offenbar selbst im Angesicht des totalen Zusammenbruchs nicht angetastet werden.
Mexiko zwischen Humanität und Selbstschutz
Immerhin: Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum versucht, zumindest humanitäre Hilfe zu leisten. Zwei Marineschiffe sollen in dieser Woche rund 814 Tonnen Lebensmittel nach Havanna bringen – Milch, Milchpulver, Fleischprodukte, Bohnen, Reis, Thunfischkonserven und Hygieneartikel. Man unternehme zudem alle diplomatischen Anstrengungen, um die Öllieferungen wieder aufzunehmen, erklärte Sheinbaum. Gleichzeitig machte sie unmissverständlich klar, dass Mexiko keine US-Sanktionen riskieren wolle. Ein Balanceakt, der die neue geopolitische Realität unter Trump 2.0 schonungslos offenlegt.
Lehrstück über die Fragilität sozialistischer Planwirtschaft
Was wir in Kuba beobachten, ist letztlich das Endspiel eines gescheiterten Wirtschaftsmodells. Über sechs Jahrzehnte kommunistischer Herrschaft haben ein einst blühendes Land in eine Ruine verwandelt, die nur durch die Gnade ausländischer Gönner – erst die Sowjetunion, dann Venezuela – überhaupt überlebensfähig war. Nun, da diese Lebensadern durchtrennt werden, zeigt sich die ganze Hohlheit des sozialistischen Versprechens.
Trumps Strategie ist dabei so durchsichtig wie effektiv: Durch den Ölboykott soll das Ende der kommunistischen Herrschaft erzwungen werden. Ob dies gelingt oder ob das Regime in Havanna – wie so oft in der Geschichte – die eigene Bevölkerung als Geisel nimmt und sich hinter der Fassade des „imperialistischen Feindes" verschanzt, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Die Menschen auf Kuba zahlen den höchsten Preis für die ideologische Verbohrtheit ihrer Führung.
Für Europa und insbesondere für Deutschland sollte die kubanische Krise als Mahnung dienen. Energieabhängigkeit von einzelnen Lieferanten – sei es russisches Gas oder venezolanisches Öl – ist ein strategisches Risiko, das ganze Volkswirtschaften in den Abgrund reißen kann. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen erweist sich einmal mehr, dass physische Werte wie Gold und Silber als krisensichere Vermögenssicherung unverzichtbar sind. Während Währungen verfallen und Energielieferungen gekappt werden können, behält das Edelmetall seinen Wert – eine Lektion, die nicht nur die Kubaner, sondern auch wir Deutschen beherzigen sollten.

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