
Künstliche Intelligenz frisst die Software-Branche: Über die Hälfte aller Unternehmensprogramme vor dem Aus?
Was sich seit Monaten wie ein dumpfes Grollen am Horizont der Tech-Branche ankündigte, wird nun von einem der einflussreichsten KI-Unternehmer Europas offen ausgesprochen: Mehr als die Hälfte aller derzeit genutzten Unternehmenssoftware könnte durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Arthur Mensch, Gründer und Chef des französischen KI-Unternehmens Mistral AI, ließ diese Bombe am Rande eines KI-Gipfels in Neu-Delhi platzen – und dürfte damit so manchem Investor den Schlaf rauben.
Das Ende von Software-as-a-Service, wie wir es kennen?
Menschs Aussage ist keine bloße Zukunftsvision eines Technik-Enthusiasten. Sie trifft einen Nerv, der bereits schmerzhaft offen liegt. Die Aktienkurse großer Softwareunternehmen befinden sich seit Wochen im freien Fall. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF, in dem Schwergewichte wie Microsoft und Salesforce vertreten sind, hat in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Auch in Indien, wo IT-Giganten wie Tata Consultancy Services und Infosys zu Hause sind, zeigen die Kurse steil nach unten.
Der Auslöser? Die wachsende Erkenntnis, dass KI-Systeme immer mehr Aufgaben übernehmen können, die bislang teure SaaS-Lizenzen erforderten. Anthropics neues Produkt „Cowork" hat diese Ängste zusätzlich befeuert. Mensch formulierte es mit entwaffnender Direktheit: Mehr als die Hälfte dessen, was Unternehmen derzeit an SaaS-Lösungen einkauften, werde sich in Richtung KI verschieben. „KI ermöglicht es uns, Software mit Lichtgeschwindigkeit zu entwickeln", so der Mistral-Chef.
Eine „Replattformierung" historischen Ausmaßes
Was Mensch beschreibt, ist nichts Geringeres als ein tektonischer Umbruch in der Art und Weise, wie Unternehmen ihre IT-Infrastruktur organisieren. Innerhalb weniger Tage, so behauptet er, könne man maßgeschneiderte Anwendungen erstellen – für Beschaffungsprozesse, Lieferketten oder andere Arbeitsabläufe. Wofür man vor fünf Jahren noch eine spezialisierte vertikale SaaS-Lösung benötigt hätte, genüge heute eine KI-gestützte Plattform.
Mehr als 100 Unternehmenskunden würden bereits bei Mistral anklopfen, um ihre IT-Systeme grundlegend umzubauen. Viele wollten sich von Software trennen, die sie vor 20 Jahren angeschafft hätten und die zunehmend teuer und ineffizient geworden sei. KI werde als Hebel gesehen, um diese Systeme effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
„Die Replattformierung ist eine riesige Chance für uns, weil Unternehmen zu uns kommen mit dem Willen, ihr IT-System umzubauen – sich vielleicht von Dingen zu trennen, die sie vor 20 Jahren gekauft haben und die langsam ziemlich teuer werden."
Nicht alles wird verschwinden
Einen wichtigen Vorbehalt machte Mensch allerdings: Sogenannte „Systems of Record" – also Software, die für die zentrale Datenhaltung innerhalb eines Unternehmens verantwortlich ist – würden nicht verschwinden. Diese Systeme arbeiteten vielmehr Hand in Hand mit KI. Rubrik-Chef Bipul Sinha teilte diese Einschätzung und betonte, dass insbesondere „Workflow-Software" massiv durch KI gestört werden könnte, während Dateninfrastruktur-Software sogar profitieren dürfte.
Mistral drängt nach Indien – mit einer klugen Strategie
Neben der düsteren Prognose für die traditionelle Software-Branche verkündete Mensch auch die Expansion seines Unternehmens nach Indien. Noch in diesem Jahr soll dort das erste Büro eröffnet werden. Der Ansatz ist dabei bemerkenswert pragmatisch: Statt eigene Rechenzentren zu errichten – wie Mistral es in Europa tut –, will man in Indien mit Partnern zusammenarbeiten, die bereits über physische Infrastruktur verfügen.
Die indische Regierung drängt KI-Unternehmen dazu, Modelle zu entwickeln, die lokal betrieben werden können und deren Daten im Land gespeichert bleiben. Zudem verfügt Indien über eine enorme sprachliche Vielfalt – von Hindi über Punjabi bis zu Dutzenden weiterer Sprachen –, die Mistrals große Sprachmodelle bereits abdecken könnten. Ein strategischer Vorteil, den Mensch als „langfristig extrem wichtig für den indischen Verbrauchermarkt" bezeichnete.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Botschaft aus Neu-Delhi ist unmissverständlich: Wer sein Vermögen in klassische Software-Aktien investiert hat, sollte die Entwicklungen mit äußerster Wachsamkeit verfolgen. Die KI-Revolution ist kein fernes Zukunftsszenario mehr – sie findet jetzt statt. Und sie könnte Geschäftsmodelle, die jahrzehntelang als unerschütterlich galten, innerhalb weniger Jahre obsolet machen.
Gerade in Zeiten solch fundamentaler Umbrüche zeigt sich einmal mehr, wie fragil digitale Vermögenswerte sein können. Während Software-Aktien einbrechen und ganze Geschäftsmodelle über Nacht in Frage gestellt werden, behalten physische Werte wie Gold und Silber ihre zeitlose Beständigkeit. Sie sind immun gegen technologische Disruption, können nicht durch einen Algorithmus ersetzt werden und dienen seit Jahrtausenden als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, sollte physische Edelmetalle als stabilisierendes Element in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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