
Landraub im Schatten des Krieges: Russland enteignet ukrainische Bauern in besetzten Gebieten
Während die Welt gebannt auf die Frontlinien des Ukraine-Konflikts starrt, vollzieht sich abseits der Schlagzeilen ein stiller, aber nicht minder dramatischer Vorgang: Die systematische Enteignung ukrainischer Landwirte in den von Russland besetzten Gebieten. Das ukrainische Nationale Widerstandszentrum erhebt schwere Vorwürfe gegen Moskau – und die Mechanismen, die dabei zum Einsatz kommen, erinnern an düsterste Kapitel europäischer Geschichte.
Bürokratischer Diebstahl mit staatlichem Siegel
Nach Angaben ukrainischer Behörden hat Russland damit begonnen, privates Ackerland in der besetzten Region Luhansk in staatlichen Besitz zu überführen. Der Vorgang folgt dabei einem perfiden Muster: Zunächst werden die Ländereien offiziell als „verlassen" klassifiziert, anschließend erfolgt die Übertragung an den russischen Staat. Was sich wie ein trockener Verwaltungsakt liest, ist in Wahrheit nichts anderes als legalisierter Raub – so zumindest die Darstellung aus Kiew.
„Sie arbeiten daran, Menschen, die vor dem Krieg fliehen, dauerhaft zu enteignen. Die erzwungene Vertreibung ist im Grunde eine Form der Landnahme, die als legal getarnt wird."
Diese Einschätzung des ukrainischen Widerstandszentrums wirft ein grelles Licht auf die Realität in den besetzten Gebieten. Menschen, die vor Bomben und Granaten flohen, verlieren nun auch noch das Letzte, was ihnen geblieben war: ihr Land, ihre Heimat, ihre Existenzgrundlage.
Die Kornkammer Europas im Würgegriff
Die Ukraine galt lange Zeit als eine der stärksten Agrarnationen Europas – nicht umsonst trägt sie den Beinamen „Kornkammer des Kontinents". Doch ausgerechnet jene Regionen, die für ihre fruchtbaren Böden bekannt sind, wurden zum Schlachtfeld. Die Oblaste Donezk und Luhansk, zusammen als Donbas bekannt, stehen im Zentrum der russischen Besatzung. US-Präsident Trump hat die Ukraine bereits aufgefordert, diese Gebiete aufzugeben – eine Forderung, die angesichts der aktuellen Entwicklungen einen besonders bitteren Beigeschmack erhält.
Luhansk gilt als besonders ertragreicher Boden für die Landwirtschaft. Doch die Region trägt schwere Narben: Bereits während der Sowjetzeit wurde sie stark industrialisiert, und seit 2014 haben Bomben, Minen und Munition den Boden kontaminiert. Was einst blühende Felder waren, gleicht heute einem vergifteten Erbe.
Ein Muster mit historischen Parallelen
Die systematische Enteignung von Landbesitz durch staatliche Stellen ist kein neues Phänomen. Sie erinnert fatal an die Kollektivierung unter Stalin, als Millionen ukrainischer Bauern ihr Land verloren – mit katastrophalen Folgen, die als Holodomor in die Geschichte eingingen. Dass ausgerechnet Russland nun erneut ukrainisches Ackerland in Staatsbesitz überführt, dürfte in der Ukraine tiefe historische Wunden aufreißen.
Für die internationale Gemeinschaft stellt sich die Frage, wie lange sie diesem Treiben noch tatenlos zusehen will. Denn während diplomatische Verhandlungen stocken und Waffenlieferungen debattiert werden, schafft Moskau im Stillen Fakten – Fakten, die sich auch nach einem möglichen Friedensschluss nur schwer wieder rückgängig machen lassen werden.

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