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Kettner Edelmetalle
18.12.2025
17:42 Uhr

Machtkampf in der Adenauer-Stiftung: Merz stolpert über seine eigene Instinktlosigkeit

Was eigentlich eine routinemäßige Personalentscheidung hätte sein sollen, entwickelt sich zum nächsten politischen Desaster für Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Wahl des neuen Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung gerät zum Showdown – und offenbart einmal mehr die erschreckende Führungsschwäche des CDU-Chefs.

Eine Formsache wird zur Machtfrage

Der bisherige Stiftungsvorsitzende Norbert Lammert, ehemaliger Bundestagspräsident, räumt zum Jahresende seinen Posten. Normalerweise eine Angelegenheit, die in den Hinterzimmern der Parteipolitik geräuschlos abgewickelt wird. Doch Merz hat es mit bemerkenswerter Unbeholfenheit geschafft, aus dieser Personalfrage ein mediales Politikum zu machen, das nun seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht.

Der Wunschkandidat des Kanzlers heißt Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Chef der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe im Bundestag. Ein Mann mit Einfluss, der in der Ämterlogik der Partei jedoch regelmäßig den Kürzeren zog. Für Ministerposten und sogar für das Amt des Bundestagspräsidenten war er im Gespräch – stets setzten sich andere durch. Der Stiftungsvorsitz sollte nun eine Art Trostpreis sein, eine Belohnung für jahrelange Loyalität.

Peinliche Patzer und sträfliche Nachlässigkeit

Doch wie Merz diese vermeintlich einfache Aufgabe anging, spottet jeder Beschreibung. In einem Empfehlungsschreiben für seinen Kandidaten schrieb der Bundeskanzler dessen Namen zunächst falsch. Ein Detail, das symptomatisch für die gesamte Herangehensweise steht. Berichten zufolge soll Merz dem Abgeordneten bereits im Frühjahr den Posten zugesagt haben – um sich dann schlichtweg nicht mehr darum zu kümmern, eine Mehrheit unter den Mitgliedern des Stiftungsvereins zu organisieren.

Diese sträfliche Nachlässigkeit rächt sich nun bitter. Denn in das entstandene Vakuum stieß niemand Geringeres als Annegret Kramp-Karrenbauer, Merz' alte Widersacherin und ehemalige Vertraute Angela Merkels. Die frühere CDU-Vorsitzende hat sich zielstrebig in Position gebracht und macht Krings den Posten streitig.

Ein Richtungsstreit mit Symbolkraft

Was sich hier abspielt, ist mehr als eine bloße Personalie. Es ist ein Stellvertreterkrieg zwischen dem eher konservativen Flügel, für den Krings steht, und dem Merkel-Erbe, das Kramp-Karrenbauer verkörpert. Für Merz geht es längst um mehr als die Besetzung eines Stiftungspostens – es geht um seine Autorität als Parteichef und Bundeskanzler.

Nun muss Generalsekretär Carsten Linnemann in letzter Minute die Entscheider abtelefonieren, um für Krings zu werben. Ein hektisches Nachkarten, das die vorherige Untätigkeit nur umso deutlicher macht. Ob diese Rettungsaktion noch Erfolg haben wird, ist mehr als fraglich.

Das Muster wiederholt sich

Es ist nicht das erste Mal, dass Merz durch mangelnde Weitsicht und fehlendes machtpolitisches Gespür in eine selbstverschuldete Krise gerät. Der Mann, der einst als Hoffnungsträger der Konservativen galt, entpuppt sich zunehmend als politischer Dilettant, der unnötige Machtfragen stellt, die er dann auch noch zu verlieren droht.

Am Freitagnachmittag fällt die Entscheidung. Sollte Kramp-Karrenbauer triumphieren, hätte sich Merz einmal mehr eine innerparteiliche Niederlage eingehandelt – und das bei einer Angelegenheit, die mit etwas Umsicht und Engagement problemlos in seinem Sinne hätte gelöst werden können. Es ist diese Mischung aus Selbstüberschätzung und Nachlässigkeit, die viele Beobachter an der Regierungsfähigkeit des Kanzlers zweifeln lässt.

Die CDU steht vor einer grundsätzlichen Frage: Wie lange kann sie sich einen Vorsitzenden leisten, der selbst einfachste politische Aufgaben nicht zu bewältigen vermag?

Für die Bürger, die sich nach der Ära Merkel und dem Ampel-Desaster eine handlungsfähige Regierung erhofft hatten, ist dieser erneute Beweis politischer Unfähigkeit ein weiterer Grund zur Ernüchterung. Deutschland bräuchte in diesen schwierigen Zeiten eine starke Führung – stattdessen bekommt es einen Kanzler, der nicht einmal die Besetzung eines Stiftungspostens souverän zu organisieren vermag.

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