
Ölpreise im Aufwind: Geopolitischer Pulverfass am Persischen Golf treibt Märkte
Während die Welt gebannt auf die gescheiterten Atomverhandlungen zwischen Washington und Teheran blickt, kennen die Ölpreise nur eine Richtung: nach oben. Die Sorte Brent kletterte am Donnerstag wieder über die Marke von 70 Dollar pro Barrel, und WTI notiert nahe der 67-Dollar-Schwelle. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Preisbewegung aussieht, offenbart bei genauerem Hinsehen ein beunruhigendes Bild – denn die geopolitische Risikoprämie ist mit voller Wucht zurück.
Atomgespräche am Abgrund
Die Nuklearverhandlungen zwischen den USA und dem Iran scheinen in einer Sackgasse zu stecken. Matt Britzman, Senior Equity Analyst bei Hargreaves Lansdown, brachte es auf den Punkt: Die Gespräche zwischen beiden Seiten kämen offenbar nirgendwohin, und die geopolitische Prämie sei eindeutig wieder im Spiel. Was diplomatisch formuliert klingt, bedeutet im Klartext nichts anderes als die wachsende Gefahr einer militärischen Eskalation – mit potenziell verheerenden Folgen für die globale Energieversorgung.
Besonders alarmierend sind die Einschätzungen von RBC Capital Markets. Die Analysten um Helima Croft warnen in einer aktuellen Analyse, dass das Scheitern bei der Lösung zentraler Streitpunkte die Waagschale zugunsten einer weiteren militärischen Konfrontation kippe. Der massive Aufbau amerikanischer Militärressourcen in der Region sowie die jüngsten iranischen Marineübungen in der Straße von Hormus deuteten darauf hin, dass die Startsequenz für einen zweiten militärischen Konflikt bereits begonnen habe. Stärkere Worte kann man kaum wählen.
Lagerbestände schmelzen wie Schnee in der Sonne
Als wäre die geopolitische Gemengelage nicht schon brisant genug, lieferten die offiziellen Bestandsdaten des US-Energieministeriums zusätzlichen Zündstoff. Über alle Kategorien hinweg wurden massive Bestandsrückgänge verzeichnet. Die Rohölvorräte sanken um über 9 Millionen Barrel – der stärkste Abbau seit September 2025. Die Cushing-Bestände fielen um knapp 1,1 Millionen Barrel auf den niedrigsten Stand seit Juni 2025. Benzinvorräte schrumpften um 3,2 Millionen Barrel – der größte Rückgang seit Oktober 2025 und der erste Abbau überhaupt seit Anfang November. Auch die Destillatbestände gaben um satte 4,6 Millionen Barrel nach.
Diese Zahlen bestätigten die zuvor vom American Petroleum Institute (API) gemeldeten Rückgänge und unterstrichen eindrucksvoll, dass der Markt deutlich enger ist, als viele Beobachter noch vor wenigen Wochen angenommen hatten. Die US-Rohölproduktion erholte sich zwar weiter von sturmbedingten Ausfällen, doch reichte dies bei Weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken.
Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft
Was diese Krise so gefährlich macht, ist die strategische Bedeutung der Straße von Hormus. Durch diesen schmalen Seeweg neben dem Iran fließt rund ein Viertel des gesamten weltweiten maritimen Ölhandels. Der Iran selbst exportiert täglich etwa 1,5 Millionen Barrel, vorwiegend nach China. Doch die eigentliche Bedrohung geht weit über iranische Exporte hinaus.
ING-Analysten warnten, dass eine militärische Aktion nicht nur die iranische Ölversorgung gefährden würde, sondern auch die gesamten Ölflüsse aus dem Persischen Golf. Ben Cahill, Energieanalyst an der University of Texas-Austin, stellte nüchtern fest, dass geopolitische Fragen – allen voran der Iran – derzeit der entscheidende bullische Faktor am Ölmarkt seien. Ohne diese Spannungen gebe es nicht viel Preisunterstützung in Richtung 70 Dollar pro Barrel.
Goldman Sachs rechnet mit weiterer Eskalation
Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, prognostizierte gegenüber CNBC, dass der Markt eine weitere Eskalation zwischen den USA und dem Iran einpreise. Sollten die Spannungen in der Straße von Hormus die Durchflussmengen um eine Million Barrel pro Tag über ein ganzes Jahr hinweg drosseln, wäre laut Struyven ein Preisanstieg von 8 Dollar pro Barrel gerechtfertigt – ein Sprung von rund 11 Prozent ausgehend vom aktuellen Brent-Preis bei etwa 71,50 Dollar. Doch die Angst unter den Händlern könnte die Preise noch deutlich höher treiben und die Volatilität weiter anheizen.
Was bedeutet das für den deutschen Verbraucher?
Für Deutschland, das ohnehin unter einer verfehlten Energiepolitik der vergangenen Jahre leidet, verheißen steigende Ölpreise nichts Gutes. Die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten ist nach wie vor enorm, und jede Eskalation am Persischen Golf schlägt unmittelbar auf Heizkosten, Spritpreise und Produktionskosten durch. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur plant und damit die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt, droht ein Ölpreisschock die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung im Keim zu ersticken.
In Zeiten derartiger geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Absicherung im Portfolio. Gold und Silber haben sich historisch als verlässlicher Schutz gegen geopolitische Krisen und inflationäre Schocks bewährt – eine Eigenschaft, die in den kommenden Monaten wichtiger denn je werden könnte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung für Verluste, die durch die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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